Kann es passieren, dass ein Psychotherapeut einfach nur zusieht, wie sein Klient passiv und handlungsunfähig in sein Verderben läuft, die Therapie scheitert?

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3 Antworten

Ich weiß nicht, was du als "Verderben" siehst. Ein Therapeut wird dann eingreifen -  Klinikeinweisung - wenn Gefahr für Leib und Leben gegeben ist. 

Aber er/sie wird sicherlich nicht "das Kind" an der Hand nehmen und das Leben für seinen Patienten regeln. Der Therapeut wird die Passivität hinterfragen und auch geduldig aushalten, aber nicht selbst aktiv werden. Die Verantwortung bleibt immer beim Patienten.

Der Therapeut weist mögliche Wege und Irrwege auf, aber laufen muss der Patient selbst. Und wenn er es nicht tut, dann passiert auch nichts.  "ICH muss in die Gänge kommen." ist das erste Ziel von Therapie. Ich weiß, dass viele Patienten die Sehnsucht haben, wieder zum kleinen Kind zu werden, dem Mutti oder Pappi alles abnimmt, aber so läuft es nicht. 

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Kommentar von Regulus123
06.11.2015, 18:23

Wie bearbeitet man das Thema Passivität dann?

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Aus eigener Beobachtung schreibe ich ein eindeutiges "JA, es ist durchaus möglich".

Natürlich kommen aber auch verschiedene Faktoren hinzu:

- ob die Gefahr beim Therapeuten auch angekommen ist
- ob der Therapeut möchte, dass der PatientIn selbst tätig wird (weil immer helfen wird nicht immer etwas bringen)
- vielleicht kann eine Art von "Hilflosigkeit" bzw, auch "Resignation" beim Therapeuten vorliegen
- andere Gründe ...

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"Einfach nur zusehen" wäre das eine Extrem. Das andere Extrem kommt aber häufiger vor, nämlich: die Therapeutin bemüht sich um Aktivität des Patienten, sie wird aktiv. Und je mehr sie aktiv wird, desto passiver wird der Patient. Es ist nicht leicht, einem Patienten, der sich gut in der Rolle des zu versorgenden Kranken eingerichtet hat, zu einer anderen Lebensperspektive zu verhelfen. Oft wirken äußere Umstände als hilfreich Mitwirkende. Wenn jemand kein Dach über dem Kopf hat und nichts zu Essen, dann entsteht leichter die Motivation, sich zu regen.

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Kommentar von Regulus123
07.11.2015, 10:24

Zusehen bewirkt zumindest auch keine Aktivität.

Also ist man ein hoffnungsloser Fall? Es gibt genügend Menschen, die auf der Straße leben ohne jegliche Motivation...

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