Kann es in anderen Galaxien leben geben? Wie könnte die anderen galaxien aussehen?

10 Antworten

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Hallo Aesculapius,

wie andere Galaxien aussehen läßt sich recht präzise beantworten, denn wir können sie sehen und vermessen. Ich mache mal die Einschränkung "bis etwa 2,5 Mrd. LJ Entfernung", weil deutlich weiter entfernte Galaxien sehr viel jünger sind, deshalb mehr Sterne der 2.Generation enthalten, die weniger schwere Elemente haben. Außerdem kann in dieser langen Zeit viel passiert sein, wie z.B. ein Galaxiencrash, weshalb es dort womöglich eine ganz andere Galaxis gäbe als wir heute sehen.

Fangen wir mal mit Spiralgalaxien (und Balkengalaxien) an. Die großen, wie Andromeda und die Milchstraße sind sich im wesentlichen sehr ähnlich - bischen mehr Masse, bischen weniger - macht nichts.

Wenn wir davon ausgehen, daß es in der Milchstraße weiteres Leben gibt (nachgewiesen ist das bisher nicht), dann trifft das auf jede andere, große Spiralgalaxis ebenfalls zu.

Dann wären die elliptischen Galaxien zu nennen und die sind problematisch. Man kann sie in mancher Hinsicht mit einem gigantischen, galaktischen Bulge (Kern) vergleichen. Das Problem eines Bulge ist, daß die Sterne dort auf völlig chaotischen Bahnen kreisen, wodurch permanente, gegenseitige Störungen unvermeidbar sind. Die Sterne selbst tangiert das zwar nur selten, aber wenn sie Planetensysteme haben, dann werden deren Planeten immer wieder ihre Umlaufbahnen ändern oder sie werden von vorbeiziehenden Sternen eingefangen. Unter solchen Bedingungen ist kaum Stabilität möglich.

Die Entwicklung von Leben würde ich in elliptischen Galaxien zwar nicht ausschließen (in den äußersten Regionen mag es Stabilität geben), aber es wäre dort deutlich seltener.

Andere Typen lasse ich hier mal weg. Kleine Galaxien könnten auch Leben hervorbringen, aber zumeist existieren sie nicht lange genug, sondern werden zum Opfer der großen, verschmelzen also mit diesen.

Da wäre aber noch eine wichtige Einschränkung: wenn es im Kern von Galaxien einen Quasar gibt, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Leben solange der Quasar existiert, weil der große Bereiche der Galaxis mit harter Strahlung bombardiert.

Jetzt zum anderen Teil: eine zweite Erde - ganz klares nein!

Die Entwicklung von Planeten hängt von zu vielen Parametern ab, daß man Kopien völlig ausschließen kann - auf jeden Fall aber für die Erde.

Da wäre erstmal unser Mond zu nennen, der durch eine Kollision mit einem anderen, etwa marsgroßen Planeten entstand. Wären die Bewegungsvektoren der beiden Protoplaneten nur eine Kleinigkeit anders gewesen, dann hätte es beide Planeten zerrissen. Dadurch hat die Erde aber einen besonders schweren Eisenkern bekommen und ein entsprechend kräftiges Magnetfeld und außerdem wird die Erdachse durch den Mond stabilisiert.

Dann wären da die diversen anderen Katastrophen, die die Erde recht massiv beeinflußt haben, wie da wären, ein Gammablitz, eine globale Vereisung für Millionen Jahre, ein globaler Supervulkanismus und die diversen Asteroiden, deren Einschlag sich katastrophal auswirkte - der letzte, vor 66 Mio. Jahren war aber unser Glück, denn sonst gäbe es noch immer Dinosaurier, aber keine Menschen.

Wenn man mal von der Unmöglichkeit einer Kopie absieht, dann gibt es aber diverse Kandidaten, auf denen sich primitives Leben entwickeln könnte.

Für höheres Leben muß man das aber einschränken: zu hohe Schwerkraft und zu schnelle Rotation sind ganz und garnicht förderlich. Viel leichter als die Erde aber auch nicht (siehe Mars).

Dann muß der Planet dauerhaft in der habitablen Zone verweilen und ein paar äußere Gasriesen wären auch ganz nett, damit es nicht zu häufig zu Katastrophen durch Asteroideneinschläge kommt.

Die Problemfälle aussortiert kann es aber eine ganze Menge für höheres Leben geeignete Planeten geben.

Wasserwelten, also ohne, oder mit nur sehr wenig Land, sind für die Entwicklung auch höheren Lebens durchaus geeignet. Sogar für intelligentes Leben (siehe unsere Delphine), aber nicht für die Entwicklung einer technischen Zivilisation. Das Problem: fischähnliche Wesen brauchen Greifwerkzeuge (was möglich wäre), aber mehr als ein bischen Mechanik können sie unter Wasser nicht konstruieren: chemische Prozesse wären im Wasser nur schwer kontrollierbar, aber Elektronik ist völlig unmöglich. Dazu müßten Wasserbewohner mindestens Amphibien sein, was wiederum unwahrscheinlich ist, wenn es nur extrem wenige Landmassen (Inseln) gibt.

Schönen Gruß

Du gibst dir immer eine grosse Muehe mit deinen Berichten, Hut ab dafuer. zetra

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Und Du glaubst ernsthaft, dass das alles jemand liest?

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@Lachlan

Ich habe es getan, deine Anmerkung natuerlich auch.

Du setzt zu wenig voraus, Interessierte lesen das schon, darauf kannst du einen trinken.

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Danke für das Sternchen

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Wenn es in unserer Galaxie Leben gibt, dann gibt es keinen Grund warum das nicht auch in anderen Galaxien so sein sollte. Wie diese Planeten dann letztlich aussehen weiß man nicht, aber letztlich gibt es nur Gesteinsplaneten oder Gasplaneten, wobei ein Gesteinsplaneten auch komplett mit Wasser bedeckt sein kann oder auch komplett ohne Wasser sein kann oder auch mit Eis bedeckt sein. Auch die Erde war einst komplett mit Wasser bedeckt, der erste Kontinent Ur erhob sich erst vor etwa 3 Milliarden Jahren aus dem Urozean und war erst noch sehr klein. Vorher ragten bestenfalls nur die Gipfel von einigen Vulkanen aus dem Meer. Allgemein kann Leben sehr vielfältig sein, es passt sich quasi den Bedingungen an. Das Leben auf fernen Planeten kann also ganz anders aussehen, als wir es vielleicht vermuten würden, evtl. würden wir es garnicht als solches erkennen, falls wir so einen Planeten besuchen könnten.

die wahrscheinlichkeit, dass es nicht nur in unserer, sondern in allen galaxien planeten mit ähnlich guten bedingungen für leben gibt, ist außerordentlich hoch.

nur leider lassen diese unvorstellbaren entfernungen (noch) keinen eindeutigen nachweis über leben auf anderen planeten zu. vllt. in ein paar jahren, wenn das ELT in chile mit einem 39 meter spiegel in der lage ist, bei naheliegenden sternen (bis ca. 30 lichtjahre) planeten in den habitablen zonen zu entdecken und sie sogar zu analysieren.

lässt sich dabei z.b. feststellen, dass eine atmosphäre sauerstoff enthält, ist das ein BINGO.

Vielleicht brauchen die Lebewesen keine Planeten und Luft und bewegen sich durch die Schwerelosigkeit im All und fressen sich gegenseitig

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