Kann es "Existenz" ohne "Zeit" geben?

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15 Antworten

Mit dieser Frage hat sich Ilya Prigogine in seiner Theorie Dissipativer Strukturen auseinandergesetzt, für die er 1977 den Nobelpreis erhielt.

Da zeigt er, dass Neues nur dann entstehen kann, wenn Entropie dabei produziert wird. Entropie kann aber nur in der Zeit produziert werden. Oder anders gesagt, die Entropieproduktion gibt den thermodynamischen Zeitpfeil vor und beide können nicht unabhängig voneinander existieren.

Also klar: ohne das Fortschreiten der Zeit kann nichts entstehen, auch keine Materie.

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Kommentar von Hamburger02
30.07.2016, 18:13

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Es erscheint logisch, zu schlußfolgern, daß es einen zwingenden Grund dafür geben muß, daß überhaupt etwas existiert. Dieser Grund wäre dann zeitunabhängig, also ewig.

Eine Entstehung aus dem "Nichts" halte ich für unlogisch, denn wo nichts existiert, da kann aus einem solchen "Nichts" heraus auch nichts entstehen. Das bedeutet, daß es irgend etwas ewig und zwangsläufig Existierendes geben muß, aus dem dann alles andere hervorgegangen ist, unabhängig davon, ob wir eine Erklärung finden oder nicht.

Die einzige faßbare Erklärung für so etwas wäre Geist unter Mitbetrachtung seiner Eigenschaften. Eine wesentliche Eigenschaft von Geist ist, sich etwas vorstellen zu können, also sich ein Vorstellungsbild zu erschaffen.

Bei solchen Überlegungen zeigt sich an, daß der Begriff "physikalisch" auch eine komplette Verkennung der Wirklichkeit sein könnte. Denn wenn wir alles, was physikalisch ist (einschließlich der Kräfte und Schwingungen) als Vorstellungsbilder des Geistes betrachten, dann muß folgerichtig auch etwas existieren, daß sich dies alles vorzustellen vermag.

Einen schwachen Denkanstoß finden wir, wenn wir darüber nachdenken, was Träume sind. Es sind auch nur Vorstellungsbilder des Geistes. Aber während wir träumen, nehmen wir die Traumlandschaften als real und physikalisch wahr und finden auch uns selbst gegenständlich in solchen Landschaften wieder.

In der Zusammenfassung scheint mir dieses Thema unmittelbar vom Weltbild abhängig zu sein. Egal, wie man es sieht, an den Gegebenheiten wird sich dadurch nichts ändern. Betrachtet man es aber so, daß tatsächlich nur Geist existiert, dann ergeben sich daraus zumindest diverse sogar logische Erklärungen für alles mögliche, was aus dem physikalischen Denkmodell heraus nicht erklärbar ist.

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Ich glaube dabei geht es um Quantenverschraenkung, wobei es auf Quantenebene theoretisch und praktisch moeglich ist, dass Aktionen nachträglich etwas ändern können, das bereits geschehen ist. Allerdings auf Quantenebene, nicht im Alltag.

Siehe Wheeler's delayed choice experiment:

https://en.wikipedia.org/wiki/Wheeler%27s\_delayed\_choice\_experiment

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Zeit ist vielleicht gar nicht wirklich, sondern bloß eine Erfindung der Menschen.

Was es jedoch fundamental zu geben scheint, ist die sog. Kausalität - das heißt es kann nicht sein, dass die Wirkung vor der Ursache stattfindet.

In unserem Universum scheint Kausalität immer gegeben, es gibt keine Experimente, die das widerlegen würden.

Außerhalb des Universums könnte Kausalität jedoch in einer anderen Form existieren oder überhaupt nicht.

->

Die Entstehung aus dem Nichts könnte nur dann stattfinden, wenn es keine Kausalität gibt. 

Weiter ausgeführt; verbietet die Zeit nicht die Entstehung aus dem Nichts.

Es nämlich so, dass die Zeit uns eigentlich nur ein Verständnis für davor und danach bzw. auch währenddessen gibt.

Entstehung aus dem Nichts heißt nichts weiter, als dass es davor nichts gab aus dem es entstehen konnte.

Wenn wir jedoch annehmen, dass die Kausalität außerhalb des Universums anders gilt, sodass z.B. die Wirkung kommt und die Ursache erst später irgendwann stattfinden kann, dann kann auch etwas aus dem Nichts entstehen.

Wenn wir sogar annehmen, dass die Kausalität gar nicht existiert, so könnte die Wirkung völlig ohne Ursache stattfinden.

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Ja, Zeit an sich gibt es ja nicht und das materielle Sein weiß nichts davon.
Zeit ist eine Hilfsgröße des Vergleichs von Bewegungen für uns denkende Menschen.
Nun könnte man sagen, daß ja jedes Lebewesen Zeit erfährt und Sein  nur in Zeit wahrnehmen kann. Das ist so eine Illusion.
Wir nehmen wahr das etwas ist, dauert, nicht ist.(ich weiß, das könnte man erweitern und mit Beispielen hinterfragen - es kommt aber letztendlich immer darauf hinaus)
Als Zeit ordnen wir dies nur zu, wenn wir Bewegungen als Referenz für "Dauer" setzen und zwar Anzahl von Bewegungen.
Auch Bewegungsstrecken könnten dafür genutzt werden.
Hier könnte man sich weit auslassen - ich will dies hier mal begrenzen.

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Kommentar von gottesanbeterin
10.11.2016, 17:02

"Auch Bewegungsstrecken könnten dafür genutzt werden."

So ist es ja, es sind die Erdumkreisungen um die Sonne, die wir in Zeit umlegen/umrechnen. Wäre der Abstand der Erde zur Sonne kleiner, wären dann ja auch die Tage /Stunden/Minuten/Sekunden kürzer. Wenn man das logisch weiterdenkt müsste sich  im Mittelpunkt der Sonne vollkommene Zeitlosigkeit befinden, es keine Zeit geben, die Zeit stehen.

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Die Zeit gibt es nicht. Wir strukturieren unsere Existenz lediglich durch die diesen Begriff, der lediglich durch Veränderung des Seienden beschreibt. In unserer Welt orientieren wir uns durch die Veränderung der Stellung der Zeiger auf der Uhr (oder der Anzeige auf einem Digitaldisplay). Die Zeit ist also der Unterschied zwischen der Welt jetzt und der Welt später.

So wie es Farbe nicht unabhängig von Materie geben kann, die diese Farbe trägt (bzw. aus dem Lichtspektrum reflektiert), kann es Zeit ohne die sich verändernde Existenz nicht geben.

Das ist schwer vorstellbar, aber Philosophie bedeutet nun mal Nachdenken bis zur Schmerz- oder sogar Wahnsinnsgrenze. Oder auch Wahrheitssuche trotz des Wissens, diese niemals finden zu können.

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Kommentar von gottesanbeterin
10.11.2016, 17:04

Man kann der Wahrheit durchaus begegnen!

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Es gibt keine Zeit sondern nur Bewegung/Energie und Co. Zeit ist nur die Bewegung eines Uhrzeigers und der ist für die physikalischen Gesetze belanglos. Das man zum Beispiel altert liegt nicht an der Uhr sondern am Verfall der Zellen.

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Naja, Zeit ist doch auch nur eine weitere Dimension, welche von uns eben als Zeit wahrgenommen wird.

Was das mit der Entstehung/Existenz aus dem nichts soll weiß Ich nicht genau, aber vermutlich meint er, dass wenn man Zeit einfach nur als weitere Dimension betrachtet und nicht als Zeitpunkt, existiert alles gleichzeitig an verschiedenen Zeitwerten. Sprich, alle Zeitpunkte existieren gleichzeitig aber wir nehmen sie nur so war, dass sie mit der Zeit vergehen und Zeit wirklich abläuft.

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existenz ist nur in raum  und zeit möglich.

dagegen leben geistwesen (außer dem menschen) im reich der dauer. und da gibt es keine zeit

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"Entstehen" ist ein Prozess.

Jeder Prozess benötigt seine Zeit.

Daher kann ohne Zeit nichts entstehen.

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Physische Existenz ist an Raum, Zeit und Materie gebunden.

Existenz ohne diese physikalischen Größen wäre etwas Metaphysisches.

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Hallo ! Ohne Zeit ist faktisch tot. Man könnte ja nicht einmal diesen Zustand beobachten weil auch das Zeit benötigt. 

Ich wünsche Dir alles Gute.

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Jemand

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Diese Frage behandelt Augustinus im 11. Buch seiner Confessiones.

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Wenn "sein" kein "werden" sein kann und auch nicht sein kann, was es "ist" oder "war", dann ist "sein" unmöglich.

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