Kann es bei uns freilebende Papageien oder Sittiche geben, wenn ja, können es immer mehr Arten werden die bei uns leben können?

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6 Antworten

Wenn es immer mehr Arten gibt, setzt das die bereits etablierten Arten massiv unter Stress. Neu eingeführte Arten, auch Neozoen genannt, sorgen oft sogar dafür, dass die einheimischen Arten verdrängt werden und für immer aussterben. In der heutigen Zeit ist der Mensch oft genug die Ursache für solche Neozoonosen und auch Neophytosen (das selbe Prinzip bei Pflanzen): durch die weitverzweigten Hamdelswege ist es vielen Tierarten möglich, sich nun interkontinental auszubreiten. Auch durch entflohene Heim- und Nutztiere kommen Neozoonosen zustande. Und die sind ein Grund dafür, dass auf der ganzen Welt inzwischen jeden Tag (!) mehr als 300 Arten für immer verschwinden.

Wer absichtlich Tiere, die in entsprechendem Ökosystem nicht heimisch sind, aussetzt oder dies auch nur befürwortet, kann sich an einer massiven ökologischen Katastrophe schuldig machen und trägt zum weltweiten Artensterben direkt bei.

Übrigens gibt es in mehreren deutschen Großstädten bereits Populationen von verschiedenen Papageienarten, die sich aus entflohenen Heimtieren entwickelt haben. In Berlin unf Köln kannst du ihnen in den Grünanlagen begegnen.

Ich weiß, bei Eichhörnchen gibt es da auch Probleme mit den nordamerikanischen? ach und von Waschbären habe ich auch schon gehört?

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@MarkHerzog

Da gibt es noch einige mehr, in Ibiza wurde eine aggressive Ameisenart eingeschleppt, sowie giftige Spinnen und schlangen, die die dortige Eidechsenpopulation bedrohen.

Bei uns sind die Asiatischen Marinenkäfer dabei die Europäischen zu verdrängen https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article116267456/Wie-asiatische-Marienkaefer-deutsche-Verwandte-toeten.html

Hier sind 37 invasive Tier und Pflanzenarten gelistet, die in der EU bekämpft werden sollen.

Oder Neuseeland: Es leidet massiv unter Ratten, die dort keine natürlichen Feinde haben, und massive Schäden in der Tier und Pflanzenwelt anrichten. Manche Arten müssen dort schon nachgezüchtet und auf "Parasitenfreien" kleinen Inseln ausgesetzt werden, da sie in der normalen Natur sofort Opfer der Ratten werden würden. 

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Das ist alles sehr kurz gedacht .... !! Denn die allermeisten höheren Pflanzen ( mehr als 90%), die heute hier bei uns wachsen, sind ursprünglich anderswo zu Hause. Bei vielen bekannten einheimischen Tieren ist es ebenso. Die meisten Betrachter dieses Thema's machen einen kleinen, aber entscheidenden Fehler, indem sie den Zeitraum zu klein wählen, über den sie reden. Wählt man in richtig, nämlich in evolutionär bedeutsamen Zeitspannen, dann zeigt sich die Unhaltbarkeit solcher Diskussionen für den Naturschutz. Denn selbst Fichten, Kiefern und sogar die deutsche Eiche sind dann Neophyten !! Mit besten Grüßen gregor443

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@gregor443

@MarkHerzog: genau so ist es.

@ daemonia: Danke für die Ergänzungen!

@gregor 443: Natürlich richtig, aber wenn wir uns über Ökosysteme und Artensterben unterhalten, sprechen wir über das hier und jetzt und nicht über evolutionsbiologisch bedeutsame Zeiträume. Außerdem sind die Neozoonosen und Neophytosen, von denen du sprichst, oft ohne direkte Abbsicht geschehen und haben eher langfristig Änderungen bewirkt, auf die sich die Natur langsam einstellen konnte. Klimaveränderungen haben die Ausbreitung der Neophyten und Neozoen damals begünstigt, aber es wurde nicht absichtlich oder grob fahrlässig eingegriffen, wie es derzeit der Mensch tut. Und die Frage, ob man Papageien einfach so mal auf gutes Gelingen bei uns auswildern sollte, zeugt vielmehr davon, dass hier zu kurz gedacht wurde.

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@MarkusPK

Dazu kann ich nur sagen, hier wird der naechste Fehler begangen. Der Mensch und sein Handeln, ob bewußt oder unbewußt, ob fahrlaessig oder vorausschauend, sind Bestandteil der Evolution.

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Ja. Es gibt in Deutschland freilebende Papageien.

Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Halsbandsittiche.

Sie fressen, was sie finden.

In Sämereien, Obst, Insekten, in Gärten, auf Wiesen und Feldern und auch in dem, was die Menschen hinterlassen, finden sie ihr Futter.

Zeitweilig gibt es im Sommer auch mal freifliegende andere kleine Papageien als Gefangenschaftsflüchtlinge.

Oder auch aus Haltungen, welche die Sittiche im Frühjahr bis zum Sommer frei fliegen lassen, zum Beispiel Wellensittiche.

Das Letztere ist aber die "Hohe Schule" der Wellensittichhaltung und bleibt nur wenigen Spezialisten vorbehalten, weil dafür besondere Fachkenntnisse und auch speziell ausgerüstete Volieren vorhanden sein müssen.

Mit besten Grüßen

gregor443

@gregor443, nein, in Stuttgart gibt es freilebende Gelbkopfamazonen.

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Ja, es gibt Arten, die unter gewissen Bedingungen bei uns überleben können. Mit zunehmender Klimaerwärmung werden es wahrscheinlcih immer mehr.

Und nein, die Einführung ortsfremder Arten, also Neozoen hat nichts mit Tierschutz zu tun. Im Gegenteil, es ist meist eine massive Gefährdung der heimischen Fauna.

Die freilebenden Papageien, nehmen den einheimischen auch die Brutplätze weg.

meinst du einheimische Papageien(?) oder einheimische Vögel

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@MarkHerzog

Natürlich meine ich unsere heimischen Wildvögel. Es gibt ja keine heimischen Papageien. Die wurden irgendwann einfach mal fliegen gelassen.

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