Kann eine zu hoch angesetzte Mietminderung rückwirkend (zum Teil) eingefordert werden?

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8 Antworten

Ja, wenn sich herausstellt, dass Du zuviel einbehalten hast kann er die Differenz zurück verlangen, also nicht die ganzen 50% aber das was angemessen ist.

Deswegen sollte man sich vor Mietminderungen immer anwaltlichen Rat einholen - da kann man viel falsch machen.

Ist auch nicht schlecht, Mitglied in einem Mieterschutzbund zu sein. Die Beiträge sind niedrig, aber wenn so Sachen sind, wird man dort gut beraten. Und die wissen auch ganz genau, wie viel Mietminderung angebracht ist. Und anwaltlich vertreten wird man auch noch.

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Zunächst: Grundlage für Mietminderungen ist grundsätzlich die Bruttomiete, also Netto+Betriebskosten. Wenn dem Vermieter die Minderung zu hoch erscheint, kann er Rückzahlung fordern. Das heißt nicht, dass diese Forderung rechtens ist. Das muss ein Richter entscheiden. D.h., der Vermieter müsste klagen. Du solltest deshalb mittels Mieterverein oder RA deine Minderung überprüfen lassen um Rechtssicherheit zu haben. Bezüglich des Schimmels muss dir der Vermieter nachweisen, dass nicht er sondern du ursächlich dafür verantwortlich ist bzw. ist. Sollte es sich herausstellen, dass du schuld bist, müsstest du das Gutachten bezahlen und die dafür vorgenommene Minderung nachzahlen. Dazu gab's erst kürzlich ein BGH-Urteil.

Solang der Vermieter sich nicht rappelt, rühr dich nicht. Trotzdem rate ich vorsorglich zu juristischer Abklärung wie o. ausgeführt.

Sprich, könnte der Vermieter von mir dann die Zahlung der von mir zuviel einbehaltenden Minderung verlangen?

Könnte er. Er könnte aber auch warten bis sich 2 MM "angesammelt" haben und fristlos kündigen.

Kann eine zu hoch angesetzte Mietminderung rückwirkend (zum Teil) eingefordert werden?

Noch viel schlimmer. Ungerechtfertigte Mietminderung kann Kündigung nach sich ziehen.

Natürlich kann er zuviel einbehaltenes Geld einfordern.

Ja, der Vermieter kann zu wenig gezahlte Miete auch noch nachträglich wider einfordern. Er muss sich auch nicht äußern bis das Gutachten fertig ist. Wenn dieses aber feststellt dass deine Mietminderung zu hoch war kann er den zu Unrecht zurück gehaltenen Betrag einfordern.
Daher bei einer Mietminderung den 'gesparten' Betrag nicht einfach verprassen sondern so lange in Reserve halten bis die Sache vollständig über die Bühne gegangen ist.

Hi

Ich hoffe das der Schuss für dich nicht nach hinten losgeht. Im Internet steht viel, aber eher seltener wie man es richtig macht. Rechnen mußt du mit allem. Vor allem, wenn dein Schriftstück nicht richtig aufgesetzt wurde. Mit klaren Mängeln und Fristen.

Am besten, du gehst einfach mal zum Mieterschutzbund. Die wissen was richtig ist.

Gruß Nino

Nach so kurzer Zeit liegt noch keine Verwirkung der Rechte des Vermieters vor, der Vermieter darf die Miete ggf. nachfordern...

Natürlich, deshalb besser auf ein gesondertes Sparkonto einzahlen und nicht sofort auf den Kopf hauen! ;D

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