Kann eine Mahnung die Verjährung von Forderungen aufhalten?

5 Antworten

Von Experten DerSchopenhauer und kevin1905 bestätigt
in unserem Betrieb sind viele der Meinung, dass eine Mahnung, auch per E-Mail, die Verjährung von Forderungen aufhält.

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, der unausrottbar zu sein scheint. Eine Hemmung tritt zivilrechtlich ausschließlich

a) durch einen gerichtlichen Mahnbescheid ein; ausschlaggebend zur Fristwahrung ist hier das Ausstellungsdatum des MB (nur in Ausnahmefällen evtl. auch das Eingangsdatum beim Mahngericht); respektive

b) durch andauernde Verhandlungen über den Anspruch selbst oder die Anspruchsbegründung (§ 203 BGB).

Eine einfache Mahnung ist aber in keinem Fall fristhemmend.

Näheres siehe §§ 203 ff BGB.

Das wusste ich nicht, ich hatte auch diesen Irrtum. Das ist ja sowas von geil. Damit bin ich glatt mal ein paar tausend Euro untitulierte Schulden los, mit denen mich Inkassobüros seit Jahren nerven!

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@McPresley

Verjährung tritt nicht automatisch ein, auf diese muss man sich als Schuldner aktiv berufen und diese "einreden".

Es gibt jedoch auch Ausnahmetatbestände oder veränderte Fristen im Sozial-, Verwaltungs- oder Steuerrecht.

Auch bei Verbraucherdarlehensgeschäften beginnen die 3 Jahre Regelverjährung erst 10 Jahre zeitverzögert.

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@McPresley

Inkassobüros kann man als privater Schuldner in aller Regel ohnehin ignorieren. Und ja, man muss die "Einrede der Verjährung gem. § 195 BGB" aktiv erheben.

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@kevin1905

Ja, habe schon so eine Tabelle gefunden. Ist alles etliche Jahre alter Versandhauskram. Sollte passen.

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Nein, eine offene Rechnung verjährt allerdings erst 3 Jahre nach Ablauf des Jahres, indem die Rechnung gestellt wurde, heißt also, frühstens nach 3, eventuell nach 4 Jahren, also eine recht lange Zeit zum Bezahlen.

Nein!

Nur gerichtliche Maßnahmen können seitens des Gläubigers Einfluss auf die Verährung nehmen, sprich

  • Einleitung des gerichtlichen Mahnverfahrens
  • Erhebung der Klage,
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Falls es eine berechtigte Forderung ist, wäre es fair und anständig, diese auch zu begleichen, obwohl die Verjährung nicht durch eine Mahnung unterbrochen wird. Es kann aber durchaus sein, daß einem durch Nichtbegleichung negative Folgen entstehen, z.B. Schufa-Eintrag, Herabstufung Vertrauenswürdigkeit o.ä.

Es kann aber durchaus sein, daß einem durch Nichtbegleichung negative Folgen entstehen,

Möglich, ja.

z.B. Schufa-Eintrag,

Nein, ganz sicher nicht, denn hier würde sich der Gläubiger schadenersatzpflichtig machen. Von möglichen strafrechtlichen Aspekten übrigens ganz zu schweigen. Verfristet ist verfristet.

Herabstufung Vertrauenswürdigkeit o.ä.

Das ja. Es liegt aber auch im Eigeninteresse des Gläubigers, seine Finanzbuchhaltung akttuell zu halten.

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Nein, nur ein gerichtlicher Mahnbescheid.

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