Kann eine Depression angeboren sein?

14 Antworten

Hallo JuliaAngeel,

jein ;) Es gibt nur eine genetische Disposition.

Ist eine Depression angeboren oder erworben?
Es gibt keine klassisch vererbbare Depression. Wohl aber kann diese
Krankheit in einer Familie vermehrt auftreten. Die Mediziner sprechen da
von einer familiären Disposition, von einer Veranlagung. In den
allermeisten Fällen gibt es aber in der Lebensgeschichte der Betroffenen
Ereignisse oder Verletzungen, die nicht gleich von der betroffenen
Person verarbeitet werden können, chronisch innerlich weiterbrodeln - so
kann es auf diesem Wege zu einer Depression kommen.

Quelle:

https://www.lwl.org/LWL/Gesundheit/psychiatrieverbund/traeger/Krankheitsbilder/Depression/Experteninterview

http://www.tad.de/de/gesundheit/neurologie-psychatrie/depression/ursachen/

LG

Buddhishi

Vererbbar vielleicht nicht, wohl aber organische Depression, die wäre ja auch angeboren.

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@Seanna

...und nicht zum Ausbruch kommen muss. Daher also keine eindeutig angeborene Depri. Depris sind ein multifaktorielles Geschehen. Fachleute sprechen hier von einer 'genetischen Disposition'.

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Auch eine organische Depression ist nicht angeboren. Das Wort organisch bezeichnet einfach nur den Ursprung der Depression.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es z.B. Auch zu einer depressiven Sympthomatik kommen. In diesem Fall wäre es dann organisch.

Im Falle von Mobbing oder Traumatisierung wäre es hingegen psychogen.

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Es kommt darauf an, was du mit "angeboren" meinst. Depressionen ansich sind nicht einfach angeboren, es gibt jedoch bei Menschen eine genetische Disposition dafür. Diese kann stärker oder schwächer ausfallen. Konkret heisst dies, dass es bei einigen Menschen mehr und bei anderen weniger braucht um eine Depression zu entwickeln.

Meist kommen allerdings mehrere Faktoren zusammen. Neben den genetischen Ursachen werden am häufigsten Stress, Traumas und/oder Rauschmittelmissbrauch genannt.

Bezüglich Depressionen wird häufig das sog. Bio-psyho-soziale Krankheitsmodell angewendet , d. H. Wie hier schon einige geschrieben haben, kann es eine genetische Disposition geben, d.h. Wenn z.B. Deine Mutter Depressionen hat, ist die Wahrscheinlichkeit , dass du, unter ungünstigen sozialen Bedingungen und wenn du emotional wenig belastbar bist, etwa durch ein geringes Selbstwertgefühl, vermutlich eher zu Depressionen neigen würdest als ein Vergleichprobant  in einer ähnlichen Situation. Wo allerdings meiner Ansicht nach das Modell etwas hinkt, ist, dass nicht berücksichtigt wird, inwiefern die Depression der Mutter sich ungünstig auf die Erziehung zu emotionalen und sozialen Kompetenzen auswirkt und somit die Genetik eher eine sekundäre Rolle spielen würde. 

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