Kann eine Beratungsstelle einen zwangseinweisen?

9 Antworten

Da gibts ja immer wieder Mißverständnisse. In der Tat ist es so, dass eine Unterbringung gegen den Willen des Betroffenen, also eine Zwangseinweisung, nur ein Richter anordnen kann (üblicherweise ein Amtsrichter). Dieser benötigt zur Entscheidung natürlich einen Antrag auf Unterbringung. Dieser Antrag mit entsprechenden Belegen kann im Prinzip von jedem Menschen beim Amtsgericht auf den Weg gebracht werden (du könntest also einen Antrag auf Unterbringung deines Nachbarn stellen...), das dann nach Aktenlage und nach MEinung eines Sachverständigen (sofern nötig) entscheidet. Insofern kann eine Beratungsstelle auch eine Zwangseinweisung ins Rollen bringen, selbst aber nicht anordnen oder durchführen. Natürlich gibt es hierbei Hindernisse wie z.B. die Schweigepflicht, die deine Beratungsstelle zum Beispiel haben dürfte, und die beim besten Willen nicht so einfach gebrochen werden darf. Bei bestehender akuter Gefahr, wenn du also angedroht hättest, dich gleich umbringen zu wollen, dann kann unter Umständen zur Gefahrenabwehr eine vorläufige Unterbringung ohne richterlichen Beschluss erfolgen. Diese wird meist durch Ordnungsbehörde (Polizei, mancherorts Feuerwehr, Ordnngsamt) durchgeführt, wenn ein Arzt oder Notarzt die medizinische Unzurechnungsfähigkeit einer sich selbst oder andere gefährdenden Person festgestellt hat (Klartext: Der Arzt meint, du tickst nicht richtig und es besteht die Gefahr, dass du dir selbst oder anderen etwas antun wirst, daraufhin sperrt dich die Polizei in eine Psychiatrie ein). Diese Maßnahme zur Gefahrenabwehr muss innerhalb einer gewissen Zeit, meist 24 bis 48 Stunden, durch einen richterlichen Beschluss abgesegnet werden.

Also: Zwangseinweisung nur durch Richter, aber im Prinzip kann das jeder anstoßen. In der akuten Gefahrensituation vorläufige Unterbringung auch durch Rettungsdienste/Polizei möglich, aber auch hier im Nachhinein richterlche Anordnung notwendig. Merke: ohne Richter läuft nichts.

Hallo FunnyGirl1512,

ich glaube die Antwort von DoktorNoth beschreibt die Sache fachlich/technisch schon richtig.

Also einweisen kann weder eine psychologische Beratungsstelle noch ein Psychologe, sondern kurzfristig höchstens ein Arzt und langfristig dann sicherlich nur mit richterlichem Beschluss. Die Sache "ins Rollen bringen" kann aber fast jeder. Aber wenn das nicht begründet ist macht das normalerweise ja keiner, sondern nur wenn jemand wirklich davon ausgehen muss, dass Du Dich umbringen willst. Und auch dann muss das eben von einem Arzt bzw. Richter geprüft werden und vorher passiert nichts.

Du musst Dir nicht zu viele Sorgen machen. Suizidgedanken sind nicht so schrecklich selten, die hatten fast alle mal und wenn Du in einer psychologischen Beratung bist dann ist es ja wichtig dass man sich öffnet und über sowas auch reden kann. Und grundsätzlich gilt für diese Beratung eben wie beim Arzt auch die Schweigepflicht. Die dürfen mit niemandem drüber reden. Wenn sie das tun, können sie sogar richtig Ärger kriegen. Wegen Suizidgedanken, sofern nicht eine konkrete Umsetzung daraus abzuleiten ist sollte und wird eine Beratungsstelle die Schweigepflicht wohl nicht brechen und sowas riskieren. Wenn aber davon auszugehen ist dass Du Dir (konkrete Suizidpläne) oder anderen Schaden zufügst, dann kann die Schweigepflicht auch verletzt werden (heißt im Juristendeutsch "rechtfertigender Notstand") bzw. es kann wenn eine unmittelbare Gefahr besteht sogar eine Offenbarungspflicht bestehen.

Sry, jetzt mache ich es auch wieder zu kompliziert und ich bin weder Arzt noch Rechtsanwalt und habe mir da auch nur einiges angelesen. Wenn Du es richtig wissen willst, kann ich Dir folgenden Link zum Thema Schweigepflicht empfehlen: http://www.schweigepflicht-online.de/ Bei dem Webseitenbetreiber (ist ein Psychotherapeut und hat glaube ich Ahnung) kannst Du bestimmt auch mal direkt per Mail anfragen (habe ich zumindest mal mit einer konkreten Frage so gemacht und eine gute/kompetente Antwort gekriegt).

Aber nochmal: Suizidgedanken sind zwar scheixxe für Dich aber nicht so unnormal wie man denkt, die hatten viele schon. Es ist gut dass Du Hilfe bei einer solchen Beratungsstelle gesucht hast. Und das wäre eine verdammt schlechte Beratungsstelle wenn sie das Vertrauensverhältnis wegen unkonkreten Suizidgedanken kaputt machen würden. Anders wie gesagt sieht die Sache aus wenn Du die Beratungsstelle davon überzeugst, dass Du sowas kurzfristig umsetzt, dann muss sie vermutlich handeln. Das beste wäre übrigens die Beratungsstelle auch mal zum Thema Schweigepflicht und Grenzen der Schweigepflicht selbst anzusprechen. Das kann man ja nett und konstruktiv machen, aber dann wissen beide Seiten wo sie dran sind.

Hoffe es war nicht zuviel Durcheinander. wegen Details empfehle ich den Link. Wenn ich sonst noch irgendwie helfen kann kannst Du Dich gerne melden. Und mach weiter bei der Beratungsstelle, ich finde das gut dass Du das machst.

lg

XxAngerFreak2xX

Ich kenn mich nicht hundertprozentig aus aber zwangseinweisen kann glaub ich mit hilfe der Polizei jeder... das gilt dann aber eher für andere Fälle denke ich.. Außerdem denke ich das die einem eher erstmal sagen das man sich die möglichkeit einer Therapie in einer Psychatrie überlegen soll;)

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Ich danke schon mal im Voraus für alle Antworten.

Lg xLalax33

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