Kann eine Bank wirklich pleite gehen bzw Zahlungsunfaehig werden?

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10 Antworten

Hallo,

ja, ein Kreditinstitut kann Pleite gehen.

Die von dir beschriebene Geldschöpfung funktioniert nicht so vereinfacht wie du es dargestellt hast.

Was kann bei einem vergebenen Kredit alles schief gehen:

1. Kunde fällt tot um - Keine Rückzahlung

2. Sicherheiten brennen ab

3. Kunde wird auf Grund von Schicksalsschlägen zum Sozialfall

4. KI kann aufgrund von Strafzahlungen etc derart viel Verlust machen, dass das Eigenkapital weg ist (vgl. Maple Bank)

5. Fehlspekulationen (Hat in Aktien oder Währungen investiert welche an Wert verloren haben.

6. Viele Kunden heben gleichzeitig Geld ab (Pleite bedeutet nämlich auch Zahlungsunfähigkeit.

7. Die Bank kann sich nicht mehr bei der Zentralbank refinanzieren weil die Kredite so schlecht sind, dass sie nicht zur Refinanzierung genutzt werden können.

Damit ein Kreditinstitut Pleite geht kommen meistens mehrere Fälle zusammen (als wg. einem abgebrannten Haus is das wurscht).

Wenn ein Kreditinstitut pleite geht, dann haftet es auch mit Geldautomat, Bankgebäude, Aktien, ausgegebenen Krediten, Klopapier im Lager, der PC am Schreibtisch der Angestellten, dem Vorstandsauto, den Kugelschreiber am Schalter, der Kunssammlung im Keller, den Steuererstattungen vom Finanzamt etc etc pp.

Außerdem müssen Kreditinstitute in den europäischen Haftungstopf einzahlen und haben häufig darüber hinaus noch Sicherungseinrichtungen geschaffen, die entweder die angeschlossene Bank als ganzes vor der Pleite schützen oder den Sparer auszahlen.

So dramatisch wie Du es darstellst ist es also gar nicht. 

Wir können gerne mal miteinander über die Grenzen der Geldschöpfung durch Kreditinstitute plaudern und einen Irrtum ausräumen.

Schöne Grüße

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Das stimmt so nicht. Die Bank erschafft das Geld nicht aus dem Nichts. 

Das Geld, welches ein Kreditnehmer ausbezahlt bekommt, ist zu einem Teil Eigenkapital der Bank und zu einem in der Regel deutlich grösseren Teil geliehenes Geld, welches sich die Bank bei Sparern und/oder der EZB oder einer anderen Bank geliehen hat. 

Fällt nun der Kredit aus, muss die Bank trotzdem ihre Schulden bei den Sparern, der EZB und evtl. anderen Banken begleichen. Das kann sie nur aus dem Eigenkapital machen, wodurch dieses verloren ginge. 

Die EZB erschafft Geld aus dem Nichts. Das ist schon richtig. Aber auch die EZB kann diese Forderungen an andere Banken nicht einfach ausbuchen. Geld, das sie ausgegeben hat, muss sie wieder zurückfordern. Sonst hätte sie ja jltztlich einen negativen Saldo, der irgendwann von den beteiligten Staaten gedeckt werden müsste. 

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Kommentar von TimDortmund
08.02.2016, 22:41

die Bank ist verpflichtet 1% reserve zu halten da die wenigsten ihr ganzes Geld von der Bank nehmen. Und das Bargeld existiert schon so gut wie nicht mehr. Also woran ist all das Giralgeld gebunden oder von was ist es gedeckt?

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Kommentar von berkersheim
09.02.2016, 12:45

Banken sind Unternehmen, die eine Dienstleistung anbieten wie Vermögensverwaltung, Finanzierung und Finanztitel-Handel. Das sind in einer fortgeschrittenen Wirtschaft Leistungen, die gebraucht werden, warum Banken als solche nicht schlecht sind. Wie bei jedem Dienstleistungs- und Warenanbieter muss man ein Kunde ein Auge darauf haben, ob man bekommt, was verhandelt wurde. Das Problem ist, dass in dem ganzen Sicherheitsfimmel durch staatliche Reglementierung die Menschen sich haben einlullen lassen. Und immer, wenn die Leute laut vernehmlich schnarchen, sind die cleveren Diebe da und die Ehrlichen haben das Nachsehen.

Wenn dann noch die Oberversprecher, die Politiker sich ihre Wahlversprechen über Schulden von den Banken finanzieren lassen und die dummen Wähler nicht raffen, dass sie die Rechnung für die "milden Gaben" nur an ihre Kinder weiterreichen, dann ist niemandem zu helfen. Das ist kein Manko unseres Bankensystems. Das ist ein Manko unseres Wahlsystems, wenn die Wähler nicht durchschauen, dass jede Wohltat bezahlt werden muss, wenn nicht von uns selbst (Steuern und Gebühren, Leistungsminderung), dann von den Kindern und Enkeln. Da viele keine Kinder mehr haben, ist das die Unehrlichkeit einer räuberischen Generation! Manche bedienen sich ja inzwischen der saudummen Ausrede, dass das ja der Staat bezahlt, obwohl sie wissen müssten, dass der nur das Geld der Bürger ausgeben kann.

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Das ist kein Witz, das ist teilweise Realität. Eine Bank ist ein Wirtschaftssubjekt, mit dem Du Verträge schließt. Sie sammeln Geld und verwalten es, indem sie es anlegen. Gehen sie dabei ein zu hohes Risiko ein, können sie pleite gehen und nach Vertrag steht Dir nur noch ein Anteil am Rest zu. Geld jeder Form - auch auf Konten - ist ein Vertrag! Geld ist im Grunde eine Rechtsbeziehung. Bargeld ist ein gestückelter, sofort einlösbarer Rechtsanspruch. Darum sollte man sich eigentlich jede Bank genau anschauen, der man Geld gibt oder von der man Geld nimmt. Das sind keine Heiligen! Das sind Geschäftspartner! Über die Einlagensicherung möchte ich hier nicht reden, weil die in Kürze in europäischen Finanzlöschern versenkt wird.

Banken sind wichtig für eine florierende Wirtschaft. Darum kann sich kein Politiker leisten, öffentlich eine Bank kaputt gehen zu lassen. Da die Politiker selbst die besten Bankkunden sind, oder besser, inzwischen die Banker die Finanzverwalter der Politiker, hat sich da ein unheiliges Techtelmechtel gebildet. Machen die Banker Gewinne, geht das an die Banker und den Staat. Machen sie Risikoverluste, steht dafür der Steuerzahler gerade oder noch besser, die künftige Generation.

Dass Banken nicht konsequenzlos Geld per Kreditvergabe schöpfen können, zeigen die Bankrottbanken in Spanien, Frankreich und Italien, erst recht in Griechenland und Zypern. Die haben sich alle mit Krediten an ihre überschuldeten Staaten übernommen oder mit Krediten ohne ausreichende Sicherung und nun müssen sie wertkorrigieren, d.h. in ihren Bilanzen (ja, die gibt es auch bei Banken) schrumpfen die Positivposten und sie erscheinen selbst als überschuldet. Und wer muss da helfen: Der Steuerzahler (noch nicht ganz bankrotter Staaten) und die deutsche Einlagensicherung. Kaum hat Herr Schäuble geäußert, dass die an Europa geht, sind die Aktien der italienischen Schrottbanken wieder gestiegen. Wieviel Milliarden EURO hat allein die EZB zur Jahresmitte 2015 an griechische Banken gepumpt? Alles zu Lasten künftiger Generationen. Es ist ein Irrtum, dass da Geld aus dem NICHTS geschaffen wird! Für jeden Cent wird jemandem mal die Rechnung präsentiert - und wer wird das sein???

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Kommentar von TimDortmund
08.02.2016, 22:51

warum lassen die menschen denn das zu dass eine Bank ihr Geld sammelt um dann damit zu handeln bzw eigene Interessen zu verfolgen? Die Menschen sind doch sonst so Misstrauisch. Warum bringen Sie Ihr Geld denn dann eigentlich noch zur Bank? Ist ja auch egal welche, die sind alles abgaengig von der zentralbank...

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Kommentar von 7Question7
08.02.2016, 23:18

Geld WIRD durch die Geldschöpfung der Banken aus Luft geschaffen. Ein Bilanzbuchtechnisches Verbrechen eigentlich

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Selbstverständlich kann eine Bank auch pleite gehen.

Dazu musst du wissen, dass eine Bank mit nur 5 % Eigenkapital den 20fachen Betrag ausleihen kann. Diese nicht gedeckten Kredite muss sie natürlich refinanzieren (sich also selbst wieder leihen). Kann sie jetzt die Kapitallast für diese selbst ausgeliehenen Kredite nicht mehr bedienen, ist sie pleite

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Kommentar von TimDortmund
08.02.2016, 23:09

Wer brauch schon eine Bank, wie man sieht tut es ja schon online-banking und eine kreditkarte. Den Kredit kann man auch online beantragen und fertig ;)

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die großen Banken gehen nicht pleite, so lange ihr Staat nicht pleite geht, denn der springt bei einem Desaster ein, was ja die mehrmaligen Rettungsschirme zeigten. Sie gelten als systemrelevant, daher mobilisiert der Staat all seine Kräfte sie zu retten, wenn sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Kleiner Banken oder Sparkassen können durchaus Pleite gehen, denn sie sind nicht systemrelevant, daher nicht sonderlich schützenswert.

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Kommentar von TimDortmund
09.02.2016, 16:23

ahhhhja und der staat ist wer oder was? das volk bzw die buerger? ist doch rafiniert aufgebaut unser system.

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Das Geld, welches die Bank Dir geliehen hat, hat sie sich selbst von den Sparern geliehen. Die Bank kann nicht unendlich viel Geld produzieren, das kann nur die Zentralbank, also hierzulande die EZB. Ein Kredit besteht immer aus einem teil EIgenkapital der Bank und einem Teil Fremdkapital, welches die Bank sich entweder bei Anlegern/Sparern oder auf dem Kapitalmarkt geliehen hat. Fällt dieser Kredit aus, verliert sie Geld. Verliert sie zuviel Geld, ist die irgendwann zahlungsunfähig.

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Kommentar von TimDortmund
08.02.2016, 22:35

Wenn du Kapital sagst meinst du dann auch Giralgeld oder physische sachen wie z.B. der Doller frueher in Gold hinterlegt worden ist?

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Kommentar von Fool09
09.02.2016, 13:58

Banken müssen sich für ihre Kreditvergabe kein Geld von Sparern besorgen. Sie schaffen das Geld selbst via Bilanzverlängerung und holen sich dann benötigte Reserven in Form von Zentralbankgeld entweder auf dem Interbankenmarkt oder direkt bei der Zentralbank.

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Es sind schon zahlreiche Banken Pleite gegangen - hier eine Liste, die die Zeitschrift "Capital" 2007 veröffentlicht hat:

http://web.archive.org/web/20081217141234/http://www.capital.de/finanzen/100008796.html

Darin nicht enthalten sind insolvente Institute, die durch Fusion mit einem anderen Institut derselben Gruppe aufgefangen wurden, was besonders bei Sparkassen und Volks-/Raiffeisenbanken eine beliebte Methode ist.

Fazit: An deiner Theorie kann etwas nicht stimmen.

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Kommentar von BurgN
09.02.2016, 20:24

Hallo, wenn ein Kreditinstitut aufgefangen wurde, dann ist es nicht Pleite gegangen.

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an sich ist das bankgeschäft eine sichere sache ....

ABER: die heutigen banken sind keine banken mehr! sie sind zocker-gemeinschaften, die im kasino um milliarden pokern. und wenn sie sich verzocken, dann kanns schnell mal gegen die wand rummsen!

und das muss es auch! eigentlich müssten noch viel mehr banken pleite gehen. diejenigen, die sich daran bereichert haben, müssten ihr vermögen abgeben und das geld geht wieder in den kreislauf. das wär mal was sinnvolles.

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Kommentar von h3nnnn3
08.02.2016, 22:34

ps: ich predige schon seit jahren, dass man echte banken und zocker-gemeinschaften systematisch voneinander trennen und auch unterschiedlich besteuern muss!

wer sein geld verzocken will, kann das gerne tun aber der normalo-sparer darf darunter nicht leiden!

bankwesen und börsenaktivitäten müssen streng getrennt werden. nichteinhalten unter strafe gestellt (veruntreuung)!

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Kommentar von Interesierter
08.02.2016, 22:36

Wenn du jemandem Geld verleihst, ist das immer mit einem gewissen Risiko behaftet. 

Natürlich werfen die Investments mit hohem Risiko meist auch die grössten Renditen ab. 

Was du zum Schluss schreibst, ist so nicht richtig. Wenn eine Bank pleite geht, wird kein Geld in den "Kreislauf" zurückgeleitet. Es gibt auch niemanden, der sich daran bereichert hat. Vielmehr wird das Geld vernichtet. Es ist letztlich weg. Es bleibt eine unbeglichene Schuld übrig und kein Vermögen.

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Wenn Du ohne Kenntnis davon, wie das Geldsystem funktioniert polemisch rumdiskutieren willst, suche dir doch ein entsprechendes Forum, aber lasse uns hier bei GF bitte damit in Ruhe.

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Kommentar von TimDortmund
09.02.2016, 16:11

polemisch oder kritisch?

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Google mal nach "Einlagensicherungsfonds".

Das wird Dir verblüffende Erkenntnisse über die Geheimnisse des Kreditwesens vermitteln.

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