Kann ein Volk aus Selbsthass Suizid begehen?

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11 Antworten

Was macht ein Volk aus? Wodurch hebt es sich vom Stamm ab? Könnte es sein, dass da beides verwechselt wird. Ist dieser Begriff überhaupt heute noch verwendbar? Wenn ja, dann hat er dadurch, was im Wandel Volk ausgemacht hat, selbst eine Umwertung erfahren. Platt gefragt: Wer ist im laufe der Jahrhunderte nicht alles durch Deutschland gelatscht und hat seine Nachkommen hinterlassen. Trotzdem gab es immer irgendwie ein Zusammenhängendes, historisch gewachsen, im jetzt als Zusammengehörigkeitsgefühl und einen Grundbestand von Werten und auf die Zukunft als eine diffuse Absicht zum besser werden. Vor allem aus dem guten Jetzt und der Aussicht auf eine positive Zukunft erwächst auch die Kraft, "Neudeutsche" einzugliedern. Es gibt keinen Grund, dass sie ihre Wurzeln kappen müssen, wenn es ihnen gelingt, sich ins heute einzugliedern und an einer neu zu gestaltenden Zukunft positiv mitzuwirken. Ein "Volk" und ein Land sind immer im Fluss. Aber es handelt sich immer um Menschen und da gibt es auch ein gewisses Beharrungs- und Trägheitsmoment. Die Frage stellt sich immer, wieviel Davonstürmen ist gut und berechtigt, die Langsameren abzuhängen. Hier liegt für mein Empfinden bei denen, die sich sogern progressiv sozial geben ein Kern des Unsozialen, ein selektives Zurücklassen.

Dass wir in Deutschland einen Bruch im Blick zurück haben, ist nur zu verständlich. Ob die momentan gepflegte Art, damit umzugehen, hilfreich ist, aus dieser Vergangenheit zum besseren hin wegzukommen, habe ich meine Zweifel. Doch ist die Lektion unübersehbar, dass so tiefe Einschnitte ein Mund abwischen und weiter nicht möglich machen. Das Problem vieler Intellektureller ist, dass sie mit teils übertriebener Theorielastigkeit in Konflikt mit den Praktikern geraten. Ich folge da eher dem guten Aristoteles: Wir sind handelnde Wesen und handelnd müssen wir es nach vorne besser machen und nicht mit greinen und rückwärtigem Schuldzuweisen, teils mit erstaunlichen Geschichtsdefiziten.

Es dauert, bis ein 80Millionen-Volk ausstirbt! Es wird Probleme mit den Renten geben - allerdings aus vielerlei Gründen. Es wird aus ebensovielen Gründen Probleme mit dem Gesundheitswesen geben. Aber daran ist noch kein Volk ausgestorben. Im 30jährigen Krieg ist gut die Hälfte der Bevölkerung dahin gemordet worden und etwas mehr als hundert Jahre später hat David Hume auf seiner Reise nach Wien erstaunt festgestellt, was für ein blühendes Land dieses Deutschland wieder war. Ich kenne noch Leute, die Frankfurt nach 1945 in Schutt und Asche gesehen haben, wo man sich nicht vorstellen konnte, dass dieses Land wieder auf die Beine kommt. Unsere im Wohlstand groß gewordenen Möchtegernesühner haben doch gar keine Vorstellung davon, welches Fegefeuer am Ende des Krieges über Deutschland niedergegangen ist. Sie sollten sich mal anschauen, wie z.B. Würzburg nach dem Krieg aussah. Und in den Bombennächten sind da Menschen bestialisch umgekommen. Die haben längst bezahlt, wovon sich mancher heute keine Vorstellung mehr macht. 

Und dennoch, wir leben und sind nicht ausgestorben. So schnell geht das nicht und es ist auch kein Grund zur Panik. Paris und Brüssel haben gezeigt, dass Fehler überall gemacht werden. Das ist kein Grund, in Panik zu verfallen, denn damit kommt niemand weiter.

Hi, kann es sein, daß du deine Gefühle gerade "völkisch" verallgemeinerst?

Merke: Wer eine eigene stabile Identität hat braucht keinen Nationalismus und macht sich auch keine Sorgen um eine "Volksgesundheit" - was immer das auch ist (Nationalgefühl?).

Beispiel: Die USA bestehen faktisch fast nur aus Einwanderern - mit x verschiedenen Religionen und Traditionen - ein Viiertel dieser Einwanderer ist deutschstämmig! (Übrigens Wirtschaftsflüchtlinge!) - New York - "The Big Apple" / "Meltingpot" - Touristenziel für Millionen - warum wohl?. Die aktuelle Krise der USA ist nicht ihre Vielfalt sondern der jahrelange hetzerische Nationalismus der Republikaner.

Das Fazit: Es gibt zuviel schlichte Gemüter die darauf reinfallen - Leute mit Identitätsproblemen, die sich ihr eigenes fehlendes Selbstbewußtsein aus dem Nationalismus holen nach dem Motto: Wenn ich selbst schon ne kleine Wurst sein muß dann hol ich mir mein Selbstbewußtsein da ab wo es mir gratis angeboten wird: als Teil einer Gruppe, die Größenwahn als Programm hat. - Blödheit ist eben nicht strafbar.

Und was deine Sorge um die Geburtenrate angeht: Die Geburtenrate geht nachweislich überall dort zurück wo eine Gesellschaft aufgrund ihrer Entwicklung sich selbst die Menschlichkeit entzieht: weil Familie und Beruf nicht vereinbar sind, Kinder nicht in Hotels dürfen und Anwohner gegen den Lärm von Spielplätzen klagen weil ihre Häuser dadurch an Wert verlieren könnten, keiner eine Wohnung mit 3 Kindern bekommt oder diese nicht bezahlen könnte, Menschen nur noch "platt" sind vom Schaffen und gar nicht mehr wissen woher sie die Aufmerksamkeit für andere, geschweige denn Kinder nehmen sollten, sich "Experten" in alles einmischen und jeder nur noch das Gefühl hat alles falsch zu machen - auch Kindererziehung, die Leute sich gegenseitig schon bei Kinderbekleidung im Kindergarten mit ihrem Protz bluffen (auch wenns für diesen Monat das vor- letzte Geld war was da drin steckt), Kinder einfach zu einem echten Armutsrisiko geworden sind weil sie Anstellungen verhindern oder mehr Kosten als irgendwelche Politiker auf einem eigenen Planeten mitkriegen, ---- wieviel echte Gründe für eine abnehmende Bevölkerung soll ich dir noch aufzählen?!

Und jetzt rate mal welche Gesellschaften dieses Phänomen besonders betrifft! - Und das auch ohne nennenswerte Zuwanderung!

Wenn du es wirklich sehen willst wirst du drauf kommen. -

Viel Glück dabei.

Mit internationalen Grüßen


Kommentar von PeVau
26.03.2016, 17:22

Die Antwort gefällt mir! :-)

3

Wie stellst du dir "Selbstmord" auf der Ebene eines Volkes vor? Einen Massen-Selbstmord, wie manche Sekten es getan haben?

Praktisch hat das schon bei Sekten nicht richtig funktioniert, weil es doch immer noch Mitglieder gibt, die lieber am leben bleiben möchten (siehe dazu  "Jim Jones" "Jonestown" "People's temple" oder auch "Sonnentempler" oder auch "DAvid Koresh"... Bei all diese Sekten-Massen-Selbstmorden waren ein paar Aufpasser, die nachhalfen, wenn jemand beim Selbstmord nicht mitmachen wollte...

Oder meinst du, dass das Volk z.B. seine Identität und Sprache wechselt? Das ist ein natürlicher Prozess, das geschieht im Laufe der GEschichte ständig... Teutonen, Germanen, Franken, you name it - viele Völker sind im Laufe der Geschichte ausgestorben und durch andere STaaten in der selben geographischen Region ersetzt worden... das ist langfristig fast unvermeidlich und überhaupt nicht tragisch...

Schau dir einmal die Landkarte von Europa an und wie sie sich im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts verändert hat. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es kein "Deutschland"...

Denkbar wäre das schon, wenn man den Menschen starke Schuldgefühle einreden würde und ihnen am Ende Suizid als Lösung nahelegen würde. Mit den Mitteln der heutigen Medien und den modernen Kenntnissen über die Psychologie der Manipulation wäre das denkbar und möglich!

Aber: Viele denken heute auch kritisch. Es könnte also einige geben, die gegen die Maschinerie arbeiten, ggf. wäre der Ausgang nicht vorhersehbar.

Wenn ich allerdings Begriffe google wie "white guilt", "white fragility" und mir Sendungen wie "MTV Decoded" ansehe, denn fürchte ich, dass es gar nicht so schwierig ist, Menschen Schuldgefühle für ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse oder einer Nation oder einer anderen Gruppe einzureden!

Wenn das geschafft ist und man sich standardmäßig für diese Zugehörigkeit sehr schämt, sind die nächsten Schritte nicht mehr weit und es könnte darin enden, dass man einer ganzen Gruppe Selbstmord nahelegt und viele dieser Aufforderung folgen. Es wird aber mMn immer einige geben, die dem widerstehen! Also ein paar Überlebende!

Möglich wäre es aber mit den heute gegebenen Mitteln mMn durchaus; die Frage ist: Wäre es auch erfolgreich oder würden die Gegenstimmen die Leute wieder zur Vernunft bringen?

Ach du heiliger Nepomuk, in Köln und fernab davon, dich plagen Sorgen, die keine sind, einfach weil es solch ein Schreckgespenst garnicht gibt.

Nimm nur mal als Beispiel Deutschland und die Deutschen, auf die du ja wohl anspielst. Bedenke, es kommen genügend Ausländer hier ins Land hinein und sorgen gewiß für ausreichend Nachwuchs, daher wird schon aus diesem Grund die hiesige Bevölkerung nicht aussterben, dank der Hilfe von Außen.

Du musst an all deinen Begriffen arbeiten. Sie sind viel zu schwammig.

Was ist denn ein "Volk", was "Selbsthass", was (bezogen auf ein Volk) "Suizid"?

Für eine menschliche Gesellschaft, die aus mehr als 200 bis 300 Individuen besteht, sind diese Begriffe völlig ungeeignet. Sie berühren eine Tiefenschicht von Gefühlen und Motiviationen (z. B. Nachwuchs in die Welt zu setzen), die bei jedem Individuum eine eigene Färbung annimmt.

Ich selbst bin z. B. dt. Staatsangehöriger und habe bei vollem (na, ja) Bewusstsein zwei Kinder in die Welt gesetzt. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich mich damit an einem Suizid-Programm höherer Ordnung beteiligt habe - außer der allerhöchsten Ordnung, nämlich dass Leben unvermeidlich Leben zum Tode ist. 
Aber das lässt sich wohl doch nicht im Begriff des "Suizids" fassen.

Wie steht es eigentlich mit deinen eigenen diesbezüglichen Bemühungen?

Ich weis nicht und kann nur vermuten auf was du hinauswillst, aber das sind wirre Gedanken.

Eine lange, ausführliche Frage. Meine kurze Antwort: Nein!!!

Ein Volk besteht aus zahlreichen Einzelnen, Individuen, großenteils mit Verstand und einem eigenen Willen. Dass nun dieses Volk kollektiv und ausnahmslos einer destruktiven, wahnsinnigen Massenpsychose zum Opfer fällt, das gab es nie und wird es nicht geben!

Auch sind die meisten Völker - zumindest in Europa - in der Vergangenheit nicht ausgestorben, sondern existieren weiter, sind allenfalls mit anderen Völkern verschmolzen.

MfG  

Arnold  






Also wenn ein Volk eine "positive" 500-jährige Entwicklung hinter sich hat und dann suizidgefährdet wäre, hätte es in den 500 Jahren nichts Gescheites gelernt. Ich weiß nicht, was du da so positiv siehst in deinem suizidgefährdeten Volk.

Alle Religionen weisen "Defizite" auf^^.Außerdem was meinst du mit kulturellen Erbe ?Du könntest darauf stolz sein wenn du selbst etwas tolles Erfunden hast oder ein tolles Gedicht geschrieben hast, du bist aber nicht toll,weil du im gleichen Land wie Goethe oder Wagner oder Kant ,usw lebst xD.

Nein, für so was wurde doch der Nationalstolz erfunden damit wir andere Länder hassen können und es Rassismus gibt

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