Kann ein Richter die Anklage fallen lassen wenn dem opfer nichts passiert ist und der Täter den Eindruck macht das er es nie mehr tut?

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9 Antworten

Ob eine Einstellung (bei gegebener Versuchsstrafbarkeit und "durchgeführtem" Versuch) rechtlich möglich und wahrscheinlich ist, kommt zunächst mal auf das Delikt an. Grob unterscheidet man zwischen Vergehen und Verbrechen (§ 12 StGB). Bei Verbrechen ist eine Einstellung (wegen Geringfügigkeit oder mangels öffentl. Interesse, was hier wohl gemeint ist, §§ 153, 153a StPO) rechtlich nicht möglich.

Bei Vergehen KANN eingestellt werden, ob es auch WIRD kommt auf viele Umstände des konkreten Falles an.

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Das kommt darauf an.

Es gibt Taten, die nur verfolgt werden, wenn das Opfer Anzeige erstattet hat (z. B. Sachbeschädigung, Beleidigung).
Da gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Es gibt aber auch Taten, die von Amts wegen verfolgt werden müssen (Körperverletzung, Mord, schwerer Raub). Das wird dann nicht so einfach wieder eingestellt.

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Kommentar von Rika1998
17.07.2017, 15:14

Ja schon klar, aber der Richter entscheidet ja am ende, kann er es denn fallen lassen wenn dem opfer nichts passierte?

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Kein Richter wird ein Verfahren fallen lassen, aber unter bestimmten Voraussetzungen kann er ein Verfahren einstellen (meist gegen Auflagen / Geldbuße). Das ist aber abhängig von der Straftat selbst, von der Schwere der Tat, dem Einverständnis der Staatsanwaltschaft, und anderen Faktoren.

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Das kann man (wie meistens bei juristischen Fragen) nicht genau beantworten. Tendenziell aber eher nicht.

Der Richter hat nämlich die Möglichkeit, nur eine geringe Strafe auszusprechen (z.B. eine kleine Geldstrafe). Im Rahmen des Strafmaßes kann die Prognose, ob der Täter nochmal straffällig sein wird, aber schon eine Rolle spielen.

Strafbar ist grundsätzlich auch der Versuch, bei dem dem Opfer sogar regelmäßig nichts passiert. Wenn der Richter hier einfach die Anklage fallen lassen könnte, würden die gesetzlichen Regeln umgangen.

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Kommentar von Rika1998
17.07.2017, 19:09

Da kommen viele Faktoren zsm, wie geht es dem opfer, wie grausam war die tat, hat der täter reue , wird er wieder rückfällig , versuch,  etc. Affekt, Situation, theoretisch kann er sie bei jedem versuch fallen lassen, wenn der Täter im vergl. Zu der tat harmlos agierte kann es fallen gelassen werden oder zb im Vergleich zu anderen taten in dem Bereich,  ich hab mal mit einem Anwalt gesprochen da ich mal ein paar fragen hatte , ich fragte: egal welchen Vorsatz der täter hatte , wenn dem opfer nichts passiert ist was passiert dann? Er:  dann hätte er juristisch nichts zu befürchten, er ist ein sehr erfahrener Anwalt, im Paragraf steht zwar der Versuch ist strafbar, aber wenn dem opfer nichts passiert ist kann der Richter die klage fallen lassen. 

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Bei Geldstrafen bis 180 Tagessätze gibt es sowas, findest Du hier:

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__59.html

In Allen anderen Sachen gibt es höchstens eine Einstellung oder eben eine Verurteilung.

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Ist es nicht so, dass wenn überhaupt der Kläger die Klage fallen lassen muss und nicht der Richter?

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Hallo. Wenn ein Täter - Opfer stattgefunden hat, ja.
Es reicht auch eine Entschuldigung, als Grund für den Richter.

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Wenn dem Opfer kein Schaden zugefügt wurde, dann kann es auch keine Anklage geben. Somit wäre der Täter straffrei.

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Kommentar von Dreejavu
17.07.2017, 15:06

Genau. Man kann nicht wegen versuchten Mords angeklagt werden, wenn man nicht wirklich jemanden ermordet hat.

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Wie soll es ein Opfer und einen Täter geben, wenn nichts passiert ist?

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Kommentar von Rika1998
17.07.2017, 15:40

Ja aber da steht ja immer der Versuch ist strafbar, das ist dann aber nur so wenn dem opfer auch was passiert ist oder? 

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