Kann ein Psychologe vom Beruf her genauso angesehen sein wie ein Arzt?

10 Antworten

Hallo,

ganz allgemein gesehen und unter Berücksichtigung der Meinungen sehr vieler Leute, denke ich, wird ein Psychologe nicht ein gleich hohes Ansehen genießen können wie ein Arzt. Man kann diese Frage aber nicht einfach so pauschal beantworten. Es kommt sehr darauf an, welchen Stellenwert derjenige Beruf bei einer Person einnimmt. Man darf z. B. nicht unterschätzen, dass viele Leute mit dem Arztberuf automatisch "Leben retten" verbinden, was auf viele Fachrichtungen nur indirekt zutrifft, aber meist jedem Arzt automatisch hohes Ansehen verschafft. Bei Psychologen werden demgegenüber alle ähnlichen Begriffe (Psycholge, Psychiater, Psychotherapeut) in einen Topf geschmissen und man ist automatisch ein Seelenklempner. 

Andererseits wird ein Quantenphysiker eventuell von einem Arzt, genauso wie von einem Psychologen, wenig halten, da ihm die Tätigkeit zu banal erscheint. Auch ein Handwerker muss die Arbeit beider Berufsgruppen nicht sehr schätzen, nur weil diese eine höhere Berufsausbildung genossen haben. Hierbei lehne ich mich aber schon sehr weit aus dem Fenster. Letztendlich ist auch entscheidend, ob du als Psychologe gute Arbeit leistest, diese von deinem Umkreis so wahrgenommen wird und dadurch dein Ansehen bei diesen Personen steigt.

Ich hoffe, dass konnte Dir weiterhelfen.

Viele Grüße

Hallo, gute Frage! Müsste man glaube ich differenziert beantworten.

Die Psychologie hat sich von knapp 100 Jahren der Naturwissenschaft verkauft, damit sie (genau wie Ärzte) Anerkennung bekommt. das war nicht unbedingt schlau und viele Ärzte sehen nach wie vor die Psychologie als der Medizin untergeordnet.

Das wiederum hängt damit zusammen, dass Ärzte häufig das Bild einer organischen Dysfunktion haben, die sie mit Medikamenten kurieren können. Oftmals ist das jedoch ein sehr sehr beschränkter Blick auf Psyche, was in zahlreichen Fällen nicht erfolgreich verläuft.

Therapeuten verstehen psyche auch unterschiedlich, dort gibt es keine einheitliche Perspektive. Dennoch arbeiten sie mit dem Patienten, was Psychiater häufig kaum oder gar nicht tun... Oft wird ein gemeinsamer Weg zwischen Medikation und Therapie gewählt - also kommt die eine Seite ohne die Andere nicht aus und beide wissen um ihre Einschränkung.

Gesellschaftlich sind Ärzte schon recht gut angesehen, Psychologen (leider) auch. Wann immer ich auf Fremde Leute treffe, versuche ich das weitestgehend nicht zu erzählen, dass ich Psychologe bin. entweder wird einem alle an Problemen erzählt, oder man wird herausgefordert jemanden zu analysieren oder aber die Personen wenden sich ab, weil sie glauben man könne in Köpfe gucken.

Möchtest Du den gerne einen angesehenen Job ausüben?

Also, mein Zwillingsbruder studiert Medizin, leider habe ich (weil ich oft fehlen musste) nicht den NC für Medizin. Das stört mich aber nicht, da Psychologie mein Traumfach ist. Ich wollte bloß nicht unter ihm stehen :D Kleines Konkurrenz denken. Ist blöd, aber spornt an und erzeugt ein gesunder Ergeiz.  

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@LukeSky123

Dann: er wird glauben, er stünde über Dir - das aber nur, weil zu schnell und oberflächlich arbeitet, um Psyche richtig zu verstehen. Für ihn ist die Welt leichter, wenn sie funktioniert wie ein Uhrwerk, bei dem alles eine eindeutige und sichtbare Ursache hat, die man auswendig lernen und universell einsetzen kann.

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@JaniXfX

Ein zu mechanisches Menschenbild, ich bin eher holistisch veranlagt.

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