Kann ein psychisch angeschlagener Mensch Therapeut werden?

16 Antworten

Es kommt darauf an, ob die Probleme, die er/sie hatte, gut bearbeitet sind. Wenn das der Fall ist, kann so ein Mensch sogar ein sehr guter Therapeut sein, da er selbst durch Krisen hindurchgegangen und sie bewältigt hat. 

Ich würde nie zu einem Therapeuten mit "glücklicher Kindheit" gehen, da ich dann Angst hätte, dass er sich in mich nicht einfühlen könnte. Natürlich muss ein/e Therapeut/in z.B.  nicht selbst vergewaltigt worden sein, um Vergewaltigungsopfer zu  therapieren etc... aber ein Therapeut muss wissen, wie sich Verzweiflung, Angst, Wut etc.. anfühlt.

Ein Therapeut muss hinreichend belastbar sein. Das  heißt nicht, dass er sich alle Probleme aufladen lässt wie ein Packesel, sondern er muss mit ihnen umgehen können und auch lernen, sich abzugrenzen. Er muss immer wissen: ich nehme die Verzweiflung wahr, ich fühle sie auch, aber es ist nicht meine Verzweiflung!

Ein Therapeut darf niemals, wirklich niemals, seine eigenen Probleme durch die Therapie an Anderen lösen wollen. Jeder hat seinen Rucksack zu tragen, jeder, und der Therapeut darf seinen Rucksack niemals dem Patienten auch noch aufladen.

Er muss auch in der Lage sein, seine eigene seelische Befindlichkeit abzuschätzen und darf dann auch Patienten ablehnen, wenn er fühlt, dass deren Schwierigkeiten ihm nicht gut tun. Ich selbst lehne z.B. Missbraucher, also Täter ab, da ich meine Ablehnung ihnen gegenüber nicht im Griff hätte. Ich will mich nicht in sie einfühlen.

Um die Therapie auszuhalten, muss man lernen, sich einzufühlen, ohne sich mitreißen zu lassen. Daher die lange Ausbildung. Die Trauer etc... des Patienten ist nicht die Eigene. Darum haben alle Therapeuten auch regelmäßige Supervision, wo sie ihre Fälle mit Kollegen durchsprechen. 

Ich denke, das ist das Schwierigste an dem Beruf. Um ein Bild zu  benutzen: ich vergleiche eine Therapie gerne mit einer Bergwanderung. Der Therapeut ist der Bergführer. Er kennt die Abgründe, ist vielleicht sogar früher einmal selbst hineingefallen, ist aber wieder rausgekommen,  aber es ist seine Aufgabe, den Patienten sicher zu begleiten. Er selbst ist gut ausgerüstet, gut trainiert, kennt die Abgründe und gefährlichen Stellen. Er kann den Patienten einschätzen, weiß, was er ihm zumuten kann und wovor er ihn beschützen muss. "Den Bach kannst du überspringen. Selbst wenn du reinpurzelst, wird du nicht ertrinken. Ich halte dich am Leitseil fest. rau dich.  Und nein, an diese Steilwand gehst du nicht heran, das ist noch zu gefährlich für dich."

Hallo Puzak,

ja, warum nicht? Jeder Mensch erhält seine Lektionen und kriegt mehr oder weniger Narben im Leben ab ;)

Sofern jemand seine psychischen Probleme bewältigt hat, sehe ich keinen Nachteil darin, eher im Gegenteil: Jemand, der selbst psychisch angeschlagen war und dies bewältigt hat, kann meiner Einschätzung nach vielleicht sogar ein besserer Therapeut werden, da er/sie sich evtl. intensiver in das Erleben seiner Klienten einfühlen kann und mehr Verständnis aufbringen kann als jemand, der sozusagen immer nur auf der 'Sonnenseite des Lebens' spaziert ist.

Es kommt allerdings auch auf die Art der psychischen Erkrankung an. Das meine ich insofern, wie es um die individuelle Belastbarkeit dieser Person steht. Manchmal ist es auch so, dass die Probleme anderer Menschen einen eh psychisch vorbelasteten Menschen triggern können, so dass ein gefährlicher Teufelskreis für den Therapeuten entstehen könnte.

Hier findest Du weitere hilfreiche Informationen:

https://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?94,1477506

Wenn Du noch Fragen hast, ich helfe gerne :)

LG

Buddhishi

Danke für den Link :) 
Mal gucken wie weit ich komme mit dem Berufswunsch... wenn es nichts wird kann ich noch in die soziale Arbeit. 

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@Puzak

Gerne :) Ich wünsche Dir viel Erfolg! Schönes Wochenende

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@Puzak

Und danke für die Antwort :)

1

Das kann er natürlich, wenn er die Qualifikation besitzt.

Die Frage ist nur, ob es klug wäre, denn dieser Job hat auch schon Menschen kaputtgemacht, die psychisch gesund waren, weil man eben täglich viele heftige Dinge zu Ohren bekommt. 

Ich würde diesen Job nicht machen, wenn ich selbst in dem Bereich Probleme hätte. Damit würde ich mir ja selbst mehr schaden als anderen zu helfen und die Rechnung geht nicht auf.

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