Kann ein Prof. eine Aufgabe seiner Klausur für ungültig erklären, wenn sie niemand lösen konnte?

4 Antworten

Prinzipiell muss der Dozent nicht alles unterrichten was er in der Klausur abfragt; dort kann er im Zweifelsfall auch immer auf die studentische Pflicht zum Selbststudium verweisen. Was zählt ist das Modulhandbuch und die darin beschriebenen Lehrinhalte. Alles, was dort auftaucht kann und darf prinzipiell geprüft werden - unabhängig davon, ob und wie das Thema in der Vorlesung (Seminar o.ä.) behandelt wurde.

Der Prof. kann jedoch, wie bereits geschrieben, den Schnitt, welcher zum bestehen des Moduls notwendig ist, im Einvernehmen mit dem Prüfungsausschuss (oder dessen vorsitzenden, je nach PO),absenken. Das herausnehmen einer Aufgabe aus der Wertung dürfte, zumindest in NRW, als eher kritisch angesehen werden, da dies in Konflikt mit der Gleichbehandlungspflicht im Prüfungsrecht stehen kann (es könnte ja ein Student eine richtige Antwort / Teilantwort dort stehen haben).

So das mit dem Selbststudium musst du mir erklären. Ich soll über seine Vorlesungsinhalte, Tafelbilder und Bemerkungen ( die ich ebenfalls notieren) mich so viel weiter durch Selbststudium bringen. Das ich alle potenziellen Aufgaben zu dem Teilgebiet lösen kann? Soll ich jetzt hunderte Bücher aus dem Teilgebiet lesen und drauf haben!? 

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@Crazylive96

Und zu deinem letzten Absatz. Lies nochmal die Frage! Da steht was zum " Einer könnte was richtig haben"

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@Crazylive96

Das hängt ja sehr vom Studiengang und Fach ab. Zumindest bei den Ingenieurwissenschaft gilt es, dass im Modulhandbuch neben den konkreten Vorlesungsinhalten auch sog. Kompetenzen vermittelt werden. Als Beispiel: Für ein Chemie-Modul würde beispielsweise nicht im Modulhandbuch stehen "Die Studierenden lernen, wie Natrium mit Salzsäure reagiert" sondern eher etwas wie "Die Studierenden verfügen über die Kompetenz, die Reaktionen von unedlen Metallen mit Salzsäure zu beschreiben".
In der Vorlesung kann dann das Beispiel 2Na+ + 2HCl -> 2NaCl + H2 vorkommen, in der Klausur muss dann aber beispielsweise Mg2+ + 2HCl -> MgCl2 + H2 aufgestellt werden. Dabei ist dann die "Schwierigkeit" zu wissen, dass Na einfach und Mg-Ionen 2-fach positiv sind.

In der Realität ist dies meist nicht so eindeutig oder generell sehr allgemein formuliert, sodass du auch schon mal ziemlich um die Ecke denken musst.

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@Crazylive96

Stimmt, aber selbst wenn alle die Aufgabe falsch haben, wäre die Klausur rechtlich anfechtbar, wenn diese Aufgabe gestrichen wird. Aber die Möglichkeit, die zum bestehen benötigte Punktzahl herabzusetzen, besteht dennoch (auch um die Punktzahl, die die Aufgabe gebracht hätte).

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@NFSOG

IN dem Falle ja, aber wir mussten eine Rechnung können, die uns nicht beigebracht wurde bzw. die Formel nicht beigebracht wurde.

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Ich habs schon einige Male erlebt, dass die Anzahl der Punkte, die fürs Bestehen notwendig waren, gesenkt wurde, teilweise auch massiv. Ganze Aufgaben rauszustreichen halte ich für etwas merkwürdig, weil es ja sein kann, dass Studenten viel Zeit in genau diese Aufgabe investiert haben und Teilergebnisse auch richtig hatten.

Habe ich noch nie erlebt, aber wenn eine Prüfung sehr schlecht ausfällt kann der Prof den Schnitt zum bestehen etwas senken.

Das hab ich sogar mal gehört bei einer Klausur.

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@Crazylive96

Die Leute die die Klausurkorrektur machen reden zwischendrin meistens nochmal mit dem Dozenten (hab selbst mal Korrektur gemacht) oder sagen Bescheid wenn was nicht stimmt. Dann wird zusammen entschieden ob der Schnitt gesenkt wird.

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Lol, in der Physik ist das ständig der Fall, da überlegt sich der Prof vorher eine ungefähre Bestehensgrenze und passt diese dann nach der Klausur an den tatsächlichen Schwierigkeitsgrad an.

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