Kann ein Organempfänger auch Organspender sein?

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4 Antworten

Hallo tetelove1

Ja, das ist durchaus möglich, sollte ein transplantierter Mensch selber in die Situation kommen Spender zu sein.

Dann würden die Ärzte in der jeweiligen Situation schauen, welche Organe wieweit noch zu gebrauchen sind, unter Umständen sind die Nieren durch die Immunsupressiva nicht mehr brauchbar, aber es gibt keinen Grund, z.b. Herz oder Lunge eines Lebertransplantierten nicht zu verwenden.

Hängt allerdings auch von dem Grund der Transplantation ab, wenn z.b. Krebs der Grund war oder Diabetes oder gar eine Hepatitis B/C bei der noch Viren im Blut sind, dann kommt dieser Patient natürlich nicht als Spender in Frage.

Das Transplantat selber kann nur in sehr wenigen Ausnahmefällen weiterverwendet werden, wenn es z.b. erst wenige Wochen im Patienten ist oder wenn es sich um ein Isograft (Lebendspende unter eineiigen Mehrlingen) Transplantat handelt.

Im erstener Fall hätte man aber das Problem, das Transplantat selber typisieren zu müssen, in Deutschland ist soetwas meines Wissens nach noch nie vorgekommen, in den USA gab es aber einen Fall, wo eine nicht angenommene Niere die bei der Entfernung noch größtenteils Funktionsfähig war weitergespendet wurde.

Im letzeren Fall würde man einfach so tun, als wär der Patient kein Transplantierter und das Organ sein eigenes.

Ob ein Organtransplantierter Lebensspender werden kann, hängt stark vom Einzelfall ab, allgemein sieht das eher ungünstig aus, je nach Medikation braucht er seine Nieren auf jeden Fall beide, vielleicht wäre es denkbar, dass z.b. ein Herztransplantierter einen Teil seiner Leber spendet, soetwas würden Ärzte aber auch nur im absoluten Ausnahmefall zulassen, vielleicht wenn es um das eigene Kind des Herztransplantierten ginge und dieses eine sehr seltene Blutgruppe hätte.

Von einer Knochenmarkspende bei der DKMS sind Organempfänger generell ausgeschlossen, solange sie Immunsuppressiva nehmen müssen, das schließt quasi jeden Allograft-Empfänger (normales Organtransplantat) lebenslang aus.

Das Problem ist, das das Immunsystem durch die Medikamete ja unterdrückt und damit manipuliert wird, und da es bei der Knochenmarkspende ja gerade um das Immunsystem geht, wäre ein Immunsupprimierter als Spender mehr als suboptimal.

Bei einer Knochenmarkspende unter Verwandten würde man es vielleich im allerletzten Fall wagen, wenn sonst nirgendwo ein Spender gefunden wird und nicht mehr viel Zeit bleibt.

Zusätzlich zu all dem gibt es noch einen Fall, bei der Organempfänger auch Spender ist, die Domino Transplantation.

Es gibt Erbkrankheiten, bei denen sich im Körper Giftstoffe ablagern, weil der Leber die Fähigkeit fehlt diese abzubauen und der Körper sich über einen Zeitraum von 20-30 Jahren selbst vergiftet.

Bei solchen Krankheiten versucht man bestenfalls genau dann eine Lebertransplantation durchzuführen, wenn die ersten Krankheitssymptome auftreten, oftmals im jungen Erwachsenenalter.

In einem solchen Fall ist es oft möglich die erbkranke Leber einem wesentlich älteren Patienten zu spenden, der von der Lebenserwartung her diese 20-30 Jahre gar nicht mehr erleben würde und so vielleicht noch 10-15 Jahre länger leben kann.

Außerdem kann es vorkommen, dass z.b. in einem entnommenen kranken Herz noch die Herzklappen verwendbar sind, diese würden dann ebenfalls weiterverwendet

LG

Darkmalvet

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Ja, kann er. Natürlich nicht das Transplantat, aber z.B. Gehörknöchelchen oder ähnliches. Wegen den Medikamenten und Folgeerkrankungen können aber die meisten inneren Organe bereits beschädigt und damit unbrauchbar sein.

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Komisch, ich habe das auf Anhieb gefunden, wenn es das ist, was du genau suchst.

"Mehrfachtransplantation

Ist ein Patient nicht nur Organempfänger, sondern gleichzeitig auch Organspender, so bezeichnet man dies als Dominotransplantation.

Dies kommt dann vor, wenn ihm – insbesondere operationsbedingt – ein
gesundes Organ entnommen werden muss, welches dann einer dritten Person implantiert wird."

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Transplantation

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Kommentar von Darkmalvet
27.04.2016, 15:53

Wenn Operationstechnisch ein gesundes Organ entnommen wird, dann wird dieses falls lebenswichtig wieder reimplantiert, falls es sich "nur" um einen Nieren oder einen noch verwendbaren Teil der Leber handelt, je nachdem ob das erlaubt ist vom Organspendegesetz, in den USA geht sowas glaub ich, in Deutschland weiß ich das nicht, weiterverwendet, in jedem Fall ist es keine Domino Transplantation

Eine Dominotransplantation wird z.b bei erblichen Speicherkrankheiten der Leber gemacht, bei denen es erst nach Jahrzehnten zu Symptomen kommt.

Man verwendet die Leber dann für ältere Menschen oder als Mittelfristige Lösung

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Ja, warum denn nicht?

Ich verstehe die Problematik nicht.

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