Kann ein Offizier in Kriegsgefangenschaft Degradiert o. Befördert werden?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zu einer Degradierung oder Beförderung ist die Anwesenheit des Offiziers nicht notwendig. Bei Vergehen wie sie Paulus begangen hat (nach damaliger deutscher Rechtssprechung eindeutig Verrat) wurde aber kaum eine Degradierung sondern eine unehrenhafte Entlassung ausgsprochen. Damit ist ein Soldat seinen Rang im Normalfall genauso los.

Beförderungen für Kriegsgefangene gab es öfter. So lange noch jemand in der Hierarchie da war, der Beförderungen und Degradierungen aussprechen konnte, war das auch kein Problem.

Dann wundert es mich, das in der NS-Presse die unehrenhafte Entlassung nicht zu einem groß angelegten Propagandaspektakel genutzt wurde, mit einer geschichtlichen Nachwirkung das wir noch heute davon hören oder lesen könnten (wzb. dem angebl. Röhm Putsch) .

Ich denke es waren sicherlich auch taktische Interessen seitens der NS-Führung die "Ehre" der sogenannten "heldenhaften europäischen" 6.Armee hochzuhalten, um die Moral der noch kämpfenden Truppe zu halten. Und dennoch wundere ich in diesem Zusammenhang über das Verhalten des Deutschen Offizierskorps, das sogar ein eigenes Amt für "Ehrenangelegenheiten" im 2. Weltkrieg geführt hat, nicht konsequent alle Hinweise auf die Verdienste, Ehrentitel (von Paulus und Co.) hat verschwinden lassen oder zumindest versuchte zu entkräftigen, ich finde zu diesem Thema keine öffentlich zugänglichen Informationen.

Abschließend deute ich es für mich als ein (erstes?) Zeichen eines inneren Zerwürfnisses der Wehrmacht mit dem NS-Staat, evtl. bin auch einfach nur zu Naiv ,was aber wieder eine andere Frage für GF ist.

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@Veteran70

Die Fragen die Du hier stellst geben Stoff für ein umfassendes Buch würde ich mal behaupten. Ich lese sehr viel zum Thema 2. WK / 3. Reich, das ist seit Jahren ein Hobby von mir. Ursprünglich entstanden durch die Briefmarkensammelei speziell Altdeutschland - sprich vor der BRD.

Ich selber wüsste kein Werk, das diese Fragen klären könnte. Klar gibt es über das Verhältnis Wehrmacht - NSDAP einiges an Literatur. Klar gibt es auch zu Paulus (und anderen Grössen aus der Zeit) viel Literatur. Besonders über den "Wiederstand" - von Namen wie Stauffenberg bis zu Rommel - gibt es auch viel widersprüchliches. Aber das Thema "Wie die Politik mit 'Verätern' umgegangen ist" bzw warum sie mit wem wie umgegangen ist, wurde meines Wissens nach kaum beleuchtet.

Vielleicht ist dies mal ein Ansatzpunkt für Geschichtsforscher und/oder Politologen? Andererseits dürfte es reichlich schwierig sein, gerade über diesen Fall noch Unterlagen zu finden: Paulus hat sich lange - auch in seiner Gefangenschaft - noch dagegen gewehrt, sich gegen seine ehemaligen Befehlshaber zu wehren. Er war sicherlich einer derjenigen, die die Soldatenehre lange hoch gehalten haben und sich dadurch einem massiven Zwiespalt ausgesetzt hat. Darauf deuten jedenfalls die vorhandenen Quellen hin, die zuem Ende des 3. Reiches immer spärlicher werden.

Politik seitens des dritten Reichs gegenüber dem Ausland war zu diesem Zeitpunkt meines Erachtens bereits kaum noch existent, im Inland waren wohl fast nur noch "Durchhalteparolen" der politische Alltag. Ob da noch Raum war, sich intensiv mit einem Einzelschicksal eines "veräterischen" Generalfeldmarschalls zu beschäftigen... ?

Würde mich jedenfalls interessieren, ob es dazu belegte Quellen oder gar Betrachtungen gibt. Nur leider fehlt mir die Zeit, mich derart intensiv damit zu beschäftigen.

Viel Erfolg bei der weiteren Suche nach Antworten!

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Also generell ist in einer Diktatur sowas natürlich möglich. Da muss nur ein Hobbystratege mit Bart unter der Nase sagen du bist degradiert und dann ist das so :D

Ja, aber genau das dass nicht passiert ist verwundert mich. Stattdessen werden Verwandte 2. und 3. Grades in Sippenhaft genommen, die Ehefrauen und Kinder ins KZ deportiert oder in Festungshaft genommen, deren Männer in Kriegsgefangenschaft die "Politische Seite" gewechselt haben. Aus diesem Verhalten schloss ich eine gewisse "Unmöglichkeit" der Degradierung in Kriegsgefangenschaft.

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