Kann ein Miterbe seinen Anteil separat verkaufen - trotz gemeinsamen Erbscheins und zu einem höheren Wert als das vorliegende Gebot für das Gesamterbe?

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6 Antworten

Einfach zwei Blicke ins Gesetz:

§ 2033 (BGB)Verfügungsrecht des Miterben (1) Jeder Miterbe kann über seinen Anteil an dem Nachlass verfügen. Der Vertrag, durch den ein Miterbe über seinen Anteil verfügt, bedarf der notariellen Beurkundung. (2) Über seinen Anteil an den einzelnen Nachlassgegenständen kann ein Miterbe nicht verfügen.

Also, er darf.

§ 2034 Vorkaufsrecht gegenüber dem Verkäufer

(1) Verkauft ein Miterbe seinen Anteil an einen Dritten, so sind die übrigen Miterben zum Vorkauf berechtigt. (2) Die Frist für die Ausübung des Vorkaufsrechts beträgt zwei Monate. Das Vorkaufsrecht ist vererblich.

Die übrigen Erben haben ein Vorkaufsrecht. Üben sie es nicht aus, ist der Verkauf genehmigt.

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Ein Miterbe kann seinen Erbteil ( = Stellung als Miterbe) verkaufen. Die übrigen Erben haben dann ein Vorkaufsrecht, d.h. können in den Kaufvertrag an die Stelle des Käufers mit allen Rechten und Pflichten treten.

Erbschaftsgegenstände als solche können die Erben hingegen apriori nur gemeinsam verkaufen, da die Erbengemeinschaft eine Gesamthand ist.

Die Erbengemeinschaft kann das Erbe aber vorab auseinandersetzen, d.h. z.B. anstelle der Erbengemeinschaft die jeweiligen Einzelerben als Miteigentümer ins Grundbuch eintragen lassen. Das ist in der Regel aber nicht sehr sinnvoll, da das Käuferintresse an Miteigentum ohne Sondernutzungsrechte recht gering sein dürft.

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Sofern die anderen Mitglieder der Erbengeminschaft (BGB-Gesellschaft) dem Vorhaben zustimmen indem man sich über die Verteilung des Verkaufserlöses einig ist, kein Problem!

Ohne Zustimmung der anderen Erben läuft nichts; es sei denn, die Gemeinschaft würde durlch eine Zwangsversteigerung beendet, bei der dann alle Erben gleichmäßig nach dem jeweilis gehaltenen Erbanteil am Versteigerungsüberschuß teil haben.


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Kommentar von Grinzz
23.05.2016, 14:09

Die Frage ließt sich m.E. eher so, als ob der Erbanteil verkauft werden soll und nicht ein x-tel Anteil an einem Haus oder so... Deine Antwort zielt aber eher auf zweiteres... ;-)

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Der gemeinschaftliche Erbschein ist ein ereine Verwaltungsvereinfachung, der aber wiederum das individuelle Recht jedes Erben, über seinen eigenen Erbteil nach Gutdünken verfügen zu können, nicht weiter tangiert. Zwar steht den Miterben grundsätzlich ein Vorkaufsrecht zu, aber schlagen diese den Kauf aus zum vorgegebenen Preis, kann der Erbe seinen Anteil jederzeit an einen Dritten veräußern.

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Der Miterbe kann nur seinen Erbteil verkaufen. Dieser ist nicht zu verwechseln mit einem Miteigentumsanteil am Hausgrundstück. Denn dieses gehört allen Erben gemeinschaftlich in der Erbengemeinschaft (sofern noch keine Erbauseinandersetzung erfolgt ist, wovon ich ausgehe). Der Erbteilskäufer würde daher auch wiederum Mitglied der Erbengemeinschaft sein.

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Natürlich, wenn er denn einen Käufer für seinen Anteil findet.

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