Kann ein Mensch sich auf seine Gefühle verlassen?

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13 Antworten

Hallo!

Meiner Erfahrung nach kann mensch sich auf seine Gefühle verlassen, wenn er seine Gefühle kennen gelernt hat und keine von Ihnen als gut oder schlecht einstuft. Gerne werden zum Beispiel Glücksgefühle als "gut" und etwa Wut als "schlecht" bewertet. Dabei haben sie alle Ihre "Daseinsberechtigung".

Vor allem, da jedes aufkommende Gefühl direkt mit Dir zu tun hat, Ihr kennt ja die Sache mit dem Spiegel. Und wer es schafft, z.B. bei einem Wutgefühl im Bauch mal bei sich nachzuschauen, was einen gerade auf die Palme bringt und ob ich irgendein Verhalten, das mich gerade beim anderen wild macht, nicht auch ab und an an den Tag lege oder dieses Verhalten aus welchen Gründen auch immer ablehne, dann wird es spannend. Denn dann kannst Du lernen jedes Gefühl anzunehmen und als gut und wertvoll betrachten. Und dann kommt automatisch zum passenden Zeitpunkt das passende Gefühl.

So habe ich gelernt, dass ich mich immer auf mein Gefühl verlassen kann. Was nicht heißt, dass ich nicht auch den Verstand benutze, er darf mich jederzeit beraten und mir Vor- und Nachteile vor einer Entscheidung ins Bewusstsein holen. Entscheiden lasse ich aber mein Bauchgefühl.

Denn Kopfentscheidungen gingen bei mir so gut wie immer schief, Bauchentscheidungen dagegen stellten sich immer als perfekt heraus, manchmal nicht sofort, aber ich konnte bisher IMMER sagen, dass es besser war mich auf mein Gefühl zu verlassen. Und irgendwie flutscht das Leben leichter...

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Das kommt ganz drauf an.

Der Verstand liefert die Struktur, das Gefühl ist für Zeit, Intensität und Richtung zuständig. Unser Denken ist abhängig vom Gefühl. Wenn man Groll gegen jemanden hegt, wird man mit letzter Sicherheit anders auf ihn zugehen und auch über ihn denken, als wenn man jemanden bewundert. Der Verstand strukturiert eine Information, fasst sie in Worte und macht sie begreifbar, aber das Gefühl hat ein Mitspracherecht bei der Wahl der Argumente.

Kleines Beispiel: Wenn ihr denselben Menschen zweimal beschreibt - einmal während eines Riesenstreits und einmal, wenn ihr eine tolle Zeit zusammen habt, kommen völlig unterschiedliche Beschreibungen dabei raus. Der Verstand hat lange nicht soviel Macht wie manche glauben.

Auf der anderen Seite kann der Verstand auch das Gefühl manipulieren, je nach dem, wie man zu seinem Gefühl steht. Natürlich sind Freundlichkeit und Zurückhaltung und Ruhe wichtig, aber sie sind nicht immer richtig. Es gibt auch Situationen, in denen ein 'Ars**platzer' angemessen ist oder Situationen, in denen Angst angebracht ist usw. Wenn man aber stark sein WILL oder stark oder höflich oder hilfsbereit, dann gibt man diesen Gefühlen den Vorzug und unterdrückt die wirklich aktiven Gefühle. Und dann staut sich das auf bis das Fass überläuft und eine Flutwelle auslöst.

Solange die alten Konditionierungen noch festsitzen, kann Gefühl einen mitunter gründlich in die Irre leiten, aber dafür kann das Gefühl ja nchts. Denn wenn man die Gefühle ausbalanciert hat (und nichts mehr aufgestaut ist), reagieren sie perfekt. Selbst Situationen, wo man im ersten Moment denkt, dass was falsch gelaufen ist, erkennt man im Rückblick als genau richtig. Bei mir ist das jedenfalls so.

Aber bei mir sind Gefühl und Verstand auch längst keine Rivalen mehr, sondern ein harmonisches Paar. So weckt Gefühl oft die Lust in mir, meinen Verstand zu benutzen, aber Verstand meint auch oft 'nö, lass das mal Bauchi entscheiden'. Bei mir gibts da kein Entweder Oder mehr, es darf immer der entscheiden, nach dem mir grad ist - mal der Verstand und mal das Gefühl und oft auch beides.
Zusammenarbeiten müssen sie ja sowieso. Struktur braucht Richtung und den richtigen Zeitpunkt für die richtige Intensität und umgekehrt. Ich kann mich auf beide verlassen. Und wenn sie mich in eine brenzlige Situation bringen oder ich einen Fehler entdecke, dann kann ich mich auf mein Rückgrat und meinen Humor verlassen. Der ist für beide wichtig - fürs Gefühl wie für den Verstand. Wenn ich mich zu ernst nehmen würde, wärs echt nicht auszuhalten mit mir, das weiß ich aus Erfahrung :)

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Kommentar von Chrismas45
02.12.2016, 18:19

Viel treffender kann man es nicht ausdrücken
:-)

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Gefühle, wenn sie denn auftreten, sind immer echt. Fragwürdig kann aber sein, wodurch sie ausgelöst werden.

Auch bei einem Schurken, der sich freut, wenn ihm eine Schandtat gelungen ist, ist die Freude ebenso echt wie bei einem hilfsbereiten Menschen, der sich freut, wenn er einem anderen helfen konnte.

Weitergehende Gefühle (das Bauchgefühl, wenn Entscheidungen getroffen werden sollen) sind letztlich auch nur das Produkt von Ursache und Wirkung und damit ebenfalls es. Und ebenfalls kann dabei sehr strittig sein, welchen Nutzen die (meinst unüberschaubar vielen) Aspekte haben, die das Unterbewußtsein berücksichigt, um solche Empfindungen zu hervorzurufen.

Wer sich möglichst gut auf seine Gefühle verlassen können möchte, tut deshalb gut daran, möglichst gründlich in sich selbst hineinzuschauen und zu prüfen, welche Motive und Erfahrungen es sind, die hinter den Gefühlen stecken.

Doch auch dabei gibt es ein zutiefst menschliches Problem. Längst nicht immer ist es der präzise arbeitende Verstand, der die richtige Entscheidung bereit hält, damit man sich am Ende wohl fühlt, weil wohlfühlen eben auch ein Gefühl ist, dem die Logik oder das, was man dafür hält, oft ziemlich egal ist.

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Gefühle werden ausschließlich vom Gehirn gesteuert und interpretiert. Das bedeutet Gefühle sind reine Kopfsache und daher auch von den Menschen, ihren Gedanken und Aktionen manipulierbar.

So kann man selbst dafür sorgen Dinge zu lieben, zu hassen zu verachten oder gleichgültig ihnen gegenüber zu sein.

Diesem Umstand ist es zu verdanken das Menschen zum Beispiel die Liebe ihrer jeweiligen Götter fühlen. Das sind rein subjektive und introvertierte Gefühle die von ihren Gedanken geliebt zu werden, ausgelöst werden.

Gleiches gilt zum Beispiel auch für das Fühlen von "paranormalen" oder generell von Anwesenheiten. Das Gefühl da wäre jemand oder etwas ist ebenfalls rein introvertiert und entsteht ausschließlich aus den Gedanken der jeweiligen Personen.

Daher sollte man sich nie auf seine Gefühle verlassen, denn die Gefühle sind nichts weiter als die eigenen Gedanken, zumeist die primitivste Seite in uns, welche nicht über Situationen nachdenkt, sondern instinktiv reagiert.

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Kommentar von ancanei
02.12.2016, 02:23

Ich bin überzeugt, dass Gefühle keineswegs vom Gehirn gesteuert werden, sondern es vielmehr genau umgekehrt ist. Klar, man kann Reaktionen im Gehirn messen, aber das muss keineswegs bedeuten, dass sie vom Gehirn geschaffen und gesteuert werden. Es kann genauso gut bedeuten, dass Gefühl dort das Gehirn aktiviert - man kann nämlich nur die körperliche Reaktion und Energie messen - nicht aber Gedanken und Gefühle selbst.

Natürlich kann ich mich irren, das ist mir vollkommen bewusst, aber es wäre auch nicht das erste Mal, dass wissenschaftliche Theorien widerlegt würden :)

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Nein nicht immer.

Man muss auf eine mischung aus gefühl und kopf achten. Wenn man stinkewütend ist ist es sicherlich nicht sinnvoll dem gefühl nachzugeben dem anderen eins überzuziehen.

Gedanken können gefühle auslösen die mit der realität sehr wenig zu tun haben. Z.b. Angst wenn man sich gruslige sachen vorstellt. Oder Trauer wenn man sich vorstellt wie das geliebte haustier stirbt.

Und manchmal können sie auch schlichtweg falsch sein. Z.b. In sozialen situationen in denen das gegenüber bewusst versucht bestimmte gefühle zu erzeugen. Zum beispiel zum zwecke der täuschung.

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Kommt darauf an: hast Du denn in der Vergangenheit Dich auf Dein Gefühl verlassen können? Oftmals zeigen Gefühle Reaktionen, die auch in der Vergangenheit liegen (unverarbeitete Dinge). Wenn es um eine "Bauchentscheidung" geht (zum Beispiel sich entscheiden für Liebe oder Beruf oder wenn man emotional nicht mehr kann und aufgeben will, dann ist es doch schon ratsamer den Verstand voraus zu schicken......

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Verstand/Vernunft und Gefühl sind auf verschiedenen Ebenen beides sehr wichtige Punkte. 

Sich nur auf eines von beidem zu beschränken ist nicht die beste Lösung, wie du in den Epochen "Aufklärung" und "Strum und Drang" sehen magst. 

Du hast im Vergleich dazu aber das Glück, beides ausleben zu können.

Handel immer mit Kopf und Herz, dann machst du alles richtig. 

Du musst nur noch auswägen, wo du von was mehr einsetzt. Das unterscheidet sich von Arbeit bis Familie und ist von Person zu Person verschieden. 

LG

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Gefühle können auch falsch sein. Zum Beispiel der erste Eindruck eines Menschen. Man sollte schon auf das essenzielle achten und auch dem Verstandt vertauen.

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Wer sich auf sein Gefühl verlassen kann, braucht den Verstand nicht mehr einzuschalten .

Das Problem ist, dass wir verlernt haben, unser Gefühl zu verstehen und ihm zu vertrauen . Leben ja auch selten in der brutalen Natur mit wilden Tieren und Gefahren überall. 

Ein wenig auf den Bauch hören lernen ist daher immer ratsam ......

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Hallo,

ein Mensch sollte sich nicht immer auf seine Gefühle verlassen.

Man sollte denn Verstand NIE ausblenden, da dies schlimme Folgen haben kann wenn es um Sicherheit und Verletzbarkeit geht. Meine Devise ist 60% Gefühle und 40% Verstand.

Gruß Patrik

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Ist von Mensch zu Mensch bestimmt unterschiedlich.
Kommt auf deine Erfahrung und Feinfühligkeit an.

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Grundsätzlich Ja. Sind deine Gefühle aber sehr abstrakt würde ich doch eher auf denn Kopf hören, aber in erster Linie höre auf dein "Herz". Oder Frage Freunde um Rat.

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Die können auch falsch sein. Rationales denken ist immer sicher.

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