Kann ein Mann das Sorgerecht erhalten obwohl die Mutter das Kind in eine Pflegefamilie gegeben hat ohne ihn als Vater anzugeben?

6 Antworten

erst mal muss er schauen, dass er die vaterschaft offiziell macht. vorher muss und darf er nichts.

wenn er der vater ist, muss er unterhalt zahlen bzw. wenn er nicht kann, streckt das jugendamt vor und es laufen schulden bei ihm auf.

auch eltern mit problemen haben ein recht, ihre kinder zu sehen bzw. haben kinder ein recht auf ihre eltern. ist dann die frage, in welcher form das möglich ist. wenn er sich kaum um sich selber kümmern kann, wird man ihm das sorgerecht nicht (voll) zutrauen. aber das muss man sehen.

anderes thema: ich denke, du lügst dir was in die tasche, wenn du von den problemen deines freundes sprichst. "erfolgreicher entzug/ lege meine hand ins feuer, dass er trocken bleiben würde" und dann "mein plan wäre 1. entzug" - dein freund hat ein problem und dafür gibt es keine einfache lösung. kind ins haus nehmen reicht nicht, um aus einem alkoholiker einen abstinenzler zu machen. es hilft auch nicht, wenn er für dich oder das kind einen entzug macht - er muß das für sich wollen.

Wie alt ist das Kind denn jetzt??

Jedes Kind hat ein Recht auf seinen Vater und die meisten Kinder leiden, wenn sie aufwachsen ohne ihren Vater zu sehen. Schon allein deswegen sollte dein Freund schnellstmöglich die Vaterschaft feststellen lassen. Er muss sich dafür einen Anwalt nehmen (vermutlich finanziell nicht so gesegnet, aber dafür gibt es Beratunhskostenhilfe und Prozesskostenhilfe, das regelt der Anwalt und deinen Freund kostet es nur n 10er)

Das würde ich an seiner Stelle sehr schnell machen, denn wenn die Mutter so wenig Interesse an dem Kind hat, kann es sein, dass sie es zur Adoption freigibt und dann wird es schwierig.

Wenn sich bei der Vaterschaftsfeststellung herausstellt, dass er nicht der Vater ist, dann ist Ende, dann hat er keine Chance auf irgendwas (manche möchten ja trotzdem Umgang oder mehr)

Wenn er dann als Vater eingetragen ist, ergeben sich daraus auch Pflichten. Dann ist er dem Kind unterhaltspflichtig und das meines Wissens rückwirkend ab Geburt. Wohlgemerkt dem Kind, nicht der Pflegefamilie. Wieviel er zahlen müsste und ob er überhaupt Zahlungsfähig wäre könnt ihr der "Düsseldorfer Tabelle" entnehmen. Wenn er nicht oder nur gering Zahlungsfähig ist, springt für maximal 6 Jahre das Amt ein und zahlt Unterhaltsvorschuss.

Wenn er nicht in voller Höhe zahlen kann, laufen keine Schulden auf! Das passiert nur, wenn er das, was er zahlen könnte, trotzdem nicht zahlt. Aus der Unterhaltszahlung ergibt sich kein Umgangsrecht, das sind 2 verschiedene Themen.

Wenn er jetzt als Vater eingetragen ist, hat er auch die Möglichkeit Umgang zu beantragen. Das kann man mit dem Jugendamt absprechen oder gerichtlich einklagen.

Da dein Freund keinen zuverlässigen Eindruck macht (gewalttätige Alkoholiker) wird es vermutlich erstmal auf einen begleiteten Umgang hinauslaufen, D.h. Er trifft sein Kind z. B. 1mal die Woche für 3 std in einem Raum des Jugendamtes/kinderschutzbundes etc und es wird pausenlos ein Mitarbeiter als Beobachter dabei sein.

Entzug und Anti Agressionstherapie sollte er auf jeden Fall machen!

Er muss sich jetzt beweisen. Je mehr er sich beweist, umso mehr Rechte bekommt er. Pünktlich, sauber, nüchtern etc zum begleiteten Umgang erscheinen, dort zeigen, dass er gut mit dem Kind umgeht, auch bei Stress cool bleibt, umso größer werden seine Chancen auf unbegleiteten Umgang, auf längeren Umgang (Jugendamt wird seine Wohnung dann vorher und zwischendurch prüfen) und auch auf das Sorgerecht.

(weiter in den Kommentaren)

Davon ab, sei bitte nicht so blauäugig. Viele Alkoholiker lieben ihre Kinder sehr, aber die Sucht ist einfach stärker

Die Tatsache, dass die Mutter das Kind in eine Pflegefamilie gab, hat ihn offenbar nicht dazu gebracht zum Jugendamt oder zum Anwalt zu gehen, nicht dazu gebracht um sein Kind zu kämpfen, sondern dazu, seinen Entzug abzubrechen und zu trinken.

Als Elternteil erlebt man viele frustrierende Momente und muss in diesen stark bleiben. Als getrennt lebender Vater erlebt man viel Frust, muss sehr viel kämpfen. Ob er das alles durchsteht muss sich erst noch zeigen.

Dass du ihm immer beistehen möchtest ist sehr löblich und gut so, aber du kannst nicht in die Zukunft sehen, weißt nicht, wie sich euer Verhältnis nach einer Trennung entwickelt - und hast davon ab auch keinerlei Rechte/Möglichkeiten (bezogen auf das Kind) .

Auch jetzt ist es schön, dass du ihn Unterstützen willst. Aber du bist nicht der Vater. Er muss es alleine schaffen! Und beim begleiteten Umgang ist es sehr unwahrscheinlich, dass du anwesend sein wirst. Sollte das Kind irgendwann tageweise zum Vater nach Hause kommen, ist es natürlich gut, wenn du ihn unterstützt, vielleicht auch mit dem Kind spielst oder was leckeres zu essen kochst oder n Auge auf das Kind hast, wenn der Vater aufs Klo geht - aber wenn du das machst, weil er es allein nicht schafft, dann wird der Umgang wieder runter gefahren.

Sorgerecht kann er versuchen zu bekommen, in der aktuellen Situation vermutlich schwierig. Ich würde es trotzdem versuchen, allein um zu dokumentieren, dass er sich von Anfang an sorgen wollte. Und dann vielleicht in nem Jahr neu versuchen, belegen das seitdem trocken, das Anti Aggressions Kurs gemacht, das keine neuen polizeilichen Vorkommnisse, das geregelter Tagesablauf, das feste Arbeit...

Und wenn dem Richter das zu kurz/unsicher ist, dann n Jahr später erneut. Kämpfen, nicht aufgeben.

In der Regel hat die Pflegefamilie übrigens kein Sorgerecht. Entweder liegt das bei der Mutter und diese trifft die relevanten Entscheidungen, oder es liegt beim Jugendamt.

Die Zeit, in der ein Vater die Vaterschaft beantragen kann, ist befristet, deswegen meine Frage nach dem Alter des Kindes und deswegen auch Eingangs "schnellstmöglich", habe allerdings vergessen die Frist dort zu erwähnen.

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Erst soll er die Vaterschaft anerkennen und dann das Sorgerecht beantragen. Die Pflegefamilie hat in der Regel das Sorgerecht nicht.

Auch kriminelle Eltern und Eltern mit Alkoholproblem haben einen Anspruch auf ihr Kind. Wenn sich da aber jemand anderes als Vater hat eintragen lassen, dann gibt es eine 2jährige Verjährungsfrist.

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