Kann ein komplexes Lebewesen aus RNA bestehen?

3 Antworten

Die ersten Lebewesen dürften auf RNA-Basis aufgebaut gewesen sein.

Allerdings ist die Fehlerrate beim Kopieren von RNA um Größenordnungen höher als die beim Kopieren von DNA, sodass ich stark bezweifle, dass es eine Möglichkeit gibt, dass sich RNA genügend fehlerarm kopieren lässt, um komplexe Lebewesen zu ermöglichen. Ich vermute, dass diese Möglichkeit leichter zu finden gewesen wäre als der Umstieg auf DNA.

Das ist möglich und nach allem, was wir heute wissen, hat das Leben auf der Erde auch mit einer so genannten RNA-Welt begonnen. Das heißt, das Leben auf der Erde hat zunächst auf RNA als Speicher der Erbingormation basiert. RNA besitzt nämlich nicht nur die Fähigkeit, eine Information zu speichern, sie kann diese Information auch selbst vervielfältigen, also Kopien von sich selbst anfertigen. Man spricht hier auch von der Autokatalyse. Erst später hat dann die DNA die Funktion als Speichermedium übernommen. Als Doppelstrangmolekül war in ihr die Information besser konserviert, d. h. vor unerwünschten Veränderungen geschützt. DNA kann jedoch die in ihr gespeicherte Information nicht selbst umsetzen Die Katalysefunktion übernahmen später die Proteine (Enzyme), weil sie gegenüber den katalytisch aktiven RNAs vielfältigere Reaktionsmöglichkeiten boten.

Belege für die RNA-Welt finden wir noch heute in allen lebenden Zellen. So gibt es beispielsweise noch heute katalytisch aktive RNAs, die Ribozyme genannt werden. Auch das Ribosom aus der Proteinbiosynthese ist ein Ribozym. Ein weiterer Hinweis auf die RNA-Welt ist, dass die Information in der DNA erst in eine mRNA umgeschrieben (Transkription) werden muss, bevor sie am Ribosom in die Abfolge der Aminosäuren übersetzt (Translation) wird.

Man nimmt heute an, dass der letzte gemeinsame Vorfahre aller heute lebenden Organismen (LUCA) wohl noch der RNA-Welt angehörte. Dass DNA anstelle von RNA zum Speichern der Erbinformation genutzt wurde, könnte später zwei Mal voneinander unabhängig geschehen sein, nämlich einmal bei Bakterien und ein zweites Mal beim Vorfahren aller anderen Lebewesen. Darauf deuten etliche Unterschiede in der DNA-Replikation bei Bakterien einerseits und Eukaryoten andererseits hin.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Ich schätze, die ist dafür zu "instabil".

Ein Mensch besteht aus ca. 30 Billionen Zellen.

Die sterben zudem ständig ab und werden ersetzt - im Mittel so alle 14 Tage.

Wenn das Lebewesen über ein Immunsystem verfügt, das dem unseren ähnelt, müssen die Zellen genetisch identisch zueinander (oder zumindest sehr sehr ähnlich) sein, damit sie nicht als fremd erkannt und eliminiert werden.

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