Kann ein Gläubiger sich an meinen in häuslicher Gemeinschaft lebenden Freund wenden, oder nur, wenn wir verheiratet wären?

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4 Antworten

Nein, kann er nicht. Er könnte sich nicht einmal an den Freund wenden, wenn ihr verheiratet wäret. Denn mit einer Heirat übernimmt man nicht die Schulden des Partners. Jeder muss immer nur für das geradestehen, was er auch selbst an Verbindlichkeiten eingegangen ist.

mepeisen 04.11.2015, 11:10

Kleine Mini-Ausnahme: Es gibt sogenannte Familienverbindlichkeiten. Solche Dinge (Mietvertrag, Stromliefervertrag) des alltäglichen Grundbedarfs kann Person X im Namen einer Familie bzw. auch im Namen des Ehepartners unterzeichnen und damit eine Gesamtschuldnerschaft begründen. Das ist eine der wenigen Ausnahmen im BGB und funktioniert ausdrücklich nur bei Eheleuten bzw. Familien.

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Ein Gläubiger kann sich zur Begleichung der Schulden nur an den Schuldner persönlich halten, egal wie dessen Lebensumstände aussehen.

Er kann sich auch nicht an den Freund wenden, wenn ihr verheiratet seid.

Deine Schulden sind und bleiben Deine Schulden.

Das sagt die Rechtsprechung: "Die Rechtsprechung stellt dabei schwerpunktmäßig auf die Bereitschaft der beiden Partner ab, füreinander einzustehen und gegenseitige Verantwortung zu übernehmen. Dieses zentrale Entscheidungskriterium für die nichteheliche Lebensgemeinschaft steht dabei aus Sicht der Gerichte für die Annahme der eheähnlichen Beziehung zwischen den Partnern. Ohne dieses enge Miteinander und Füreinander lässt sich keine nichteheliche Lebensgemeinschaft herleiten.
Fehlt einem zusammenlebenden Paar dieses Element, ist im Allgemeinen von einer reinen Wohngemeinschaft auszugehen. Der Übergang von einer reinen Wohngemeinschaft zur nichtehelichen Lebensgemeinschaft ist jedoch fließend und pauschal nicht abgrenzbar. Es ist daher in jedem einzelnen Fall eine gesonderte Abwägung vorzunehmen." Findest Du Dich darin wieder?

ThomasAral 03.11.2015, 13:46

toll der gläubiger wird wohl kaum seine fragen beantwortet bekommen und dann immer zu seinen gunsten vorgehen und es halt darauf ankommen lassen dass ihr vor gericht zieht --- denn damit hätte er den gesuchten ja auch gleich an der Kantarre

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Cookie80 03.11.2015, 13:47

vielen Dank! müssten wir das dann also sicherheitshalber schriftlich festhalten, wie eine art ehevertrag, dass jeder für seine bisherigen schulden usw. verantwortlich ist? oder wie würde das ablaufen? kennst du dich da evtl auch aus? :-)

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FragaAntworta 03.11.2015, 13:52
@Cookie80

Ein Vertrag würde das grundsätzlich regeln, und wäre empfehlenswert. Ich würde euch dazu raten einen Anwalt aufzusuchen.

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franneck1989 03.11.2015, 14:04
@Cookie80

müssten wir das dann also sicherheitshalber schriftlich festhalten, wie eine art ehevertrag, dass jeder für seine bisherigen schulden usw. verantwortlich ist?

Nein, das ist nicht nötig.

Eine Ehe ändert daran überhaupt nichts. Selbst wenn ihr heiratet, bleiben es einzig und allein deine Schulden

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FragaAntworta 03.11.2015, 14:10
@franneck1989

Es geht um keine Ehe, sondern nur darum ob es Sinn macht einen Vertrag zur Abgrenzung von Ansprüchen zu verfassen.

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franneck1989 03.11.2015, 14:38
@FragaAntworta

Vollkommen egal, es ist dann erst Recht nicht nötig. Wieso sollte man für so etwas unnötiges dann auch noch Geld für Notar oder Anwalt ausgeben?

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FragaAntworta 03.11.2015, 14:40
@franneck1989

Vollkommen ist ein schönes Wort. Nur leider in diesem Fall, vollkommen fehl am Platz.

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franneck1989 03.11.2015, 14:41
@FragaAntworta

Hast du dafür auch eine plausible Begründung? Welche Ansprüche müssen denn hier abgegrenzt werden, wieso ist das deiner Meinung nach nötig?

In der Frage geht es um Schulden, und die gehen weder in einer Ehe noch in einer eheähnlichen Gemeinschaft auf den Partner über.

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FragaAntworta 03.11.2015, 14:50
@franneck1989

Deine Aussage lässt sich so pauschal einfach nicht halten, weswegen ich die Fragestellerin auch lieber bei einem Anwalt als hier sehen würde. Weder Du noch ich kennen alle Einzelheiten oder Umstände, es wäre also nicht statthaft einfach auf seinem Standpunkt zu verharren, und keinerlei andere Meinung als die eigene zu dulden.

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franneck1989 03.11.2015, 14:57
@FragaAntworta

Deine Aussage lässt sich so pauschal einfach nicht halten, 

Doch, lässt sie sich. Wenn es die Schulden der Fragestellerin sind, bleiben es ihre Schulden. Punkt.

Es gibt nichts abzugrenzen, da die Abgrenzung bereits durch das BGB hinreichend erfolgt. Forderungen können nur aufgrund von Schuldverhältnissen bestehen. Wenn der Freund selbst Schuldner wäre, würde die Frage keinen Sinn ergeben.

Es ist tatsächlich so einfach, auch wenn du es nicht verstehen möchtest

keinerlei andere Meinung als die eigene zu dulden.

Ich dulde deine Meinung, nur ist sie schlichtweg falsch bzw. entbehrt jeder Logik.

Daher wäre auch das Einschalten eines Anwalts pure Geldverschwendung. Aber die wollen ja schließlich auch leben, gelle?

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franneck1989 03.11.2015, 22:22
@FragaAntworta

Wo bin ich denn aggressiv? Ich sehe in meinem Beitrag eine Reihe von Argumenten, zu denen du bisher noch keine Stellung bezogen hast. 

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FragaAntworta 04.11.2015, 08:06
@franneck1989

Was würde es nützen? Du würdest sie nicht lesen/verstehen wollen, wenn sie denn nicht in Deine Sichtweise der Dinge passen, Du verstehst ja nicht einmal, wie ich geschrieben habe.

Meine Sichtweise ist daher different von Deiner, ich versuche weder andere, noch die Fragestellerin, von/mit meinen Ideen/Aussagen zu überzeugen/blenden.

Ich muss auch nicht auf Deine "Reihe von Argumenten" <-- Suche ich noch, sehe aber nur Aussagen, eingehen. Grund habe ich Dir bereits genannt.

Also mein Vorschlag für Dich wäre, lass es doch einfach sein.

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franneck1989 04.11.2015, 08:08
@FragaAntworta

So kann man eine Diskussion natürlich auch tottreten. Wenn du Argumente zurückhältst, weil ich sie wohl nicht verstehen werde, hat das keinen Sinn.

Wie du magst, dann beenden wir das ganze einvernehmlich

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mepeisen 04.11.2015, 11:17
@FragaAntworta

Das alles ändert nichts dran, dass man grundsätzlich Außenverhältnis und Innenverhältnis unterscheiden muss! Das Außenverhältnis eines Ehepaars ist wie Franneck schreibt eindeutig im BGB geregelt. Ein Gläubiger kann grundsätzlich nie auf Dritte zugehen, wenn er die Schuld beglichen haben will. Er muss sich immer an den Schuldner wenden. Es gibt davon exakt zwei Ausnahmen. Die erste habe ich weiter oben als Antwort schon beschrieben. Die zweite betrifft den Forderungsübergang kraft Gesetzes.

Wann gibt es so einen Forderungsübergang?

- Erbschaft

- Schuldeingeständnis eines Dritten

Punkt Aus. Alle anderen Fälle, die man sich herbei konstruieren mag, sind entweder Fälle, wo der Dritte als Drittschuldner in Anspruch genommen wird (das ist etwas total anderes) oder wo der Dritte der eigentliche Schadensverursacher war, was immer auch eine strafrechtlich relevante Note dazu bringt.

Das Innenverhältnis bei eheähnlichen Gemeinschaften oder bei Eheleuten ist etwas komplett anderes und darauf passt dann auch der Text von dir. Das Innenverhältnis und ob ggf. ein Ehepartner dem anderen zu einem Ausgleich verpflichtet sein würde, ist aber nichts, auf dass sich ein Gläubiger grundsätzlich berufen kann.

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FragaAntworta 04.11.2015, 13:13
@mepeisen

Wow mepeisen, weder das Thema verstanden, noch darauf geantwortet. Aber schön wie rabiat Du Deine Meinung vertreten kannst. Bist Du sein Freund? Und eilst ihm zu Hilfe? Finde ich schön von Dir.

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