Kann ein Flugzeug, wenn es tief genug fliegt vom Radar verschwinden?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

ja, wenn ein Flugzeug tief genug fliegt. Diese Technik des Tief- und Geländefolgeflugs macht man sich ganz bewusst beim Militär zunutze.

So tief zu fliegen, dass eine zivile Maschine vom Radar nicht erfasst wird, lernt man aber in der Zivilfliegerei nicht. Außerdem gibt es ja nicht nur das Primärradar, welches das Flugziel erfasst, sondern auch Transpondersignale, die aktiv vom Flugzeug zum Boden geschickt werden.

Wenn aber die Gegend Abschattungen und Reflexionen durch Wasser und Berge begünstigt, kann ein Kontakt schon vollkommen verloren gehen, sollte aber auch irgendwann und irgendwo wieder hergestellt werden.

Die Chinesen hatten gemeldet, dass das Flugzeug auf dem Radar von 024° auf 333° gedreht habe. Dies konnte aber nicht bestätigt werden. Vielleicht war einfach das Signal zu schwach.

Im Augenblick sucht man nach Überresten rund 150 km südöstlich von Ho Chi Minh Stadt im südchinesischen Meer. Dort wurden von einem Flugzeug Trümmerteile entdeckt und gemeldet. Diese Teile liegen damit gut 520 km nordöstlich der letzten Radarposition. Wenn sie denn von der B777 wären, wäre es schon komisch, dass die Maschine nicht mehr auf einem Radarschirm auftrauchte.

Gut, dass der NATO-Luftraum auch "von oben", also von der AWACS, überwacht wird. Das erhöht die Chance, in so einem Fall schneller gefunden zu werden.

Wow danke! Du scheinst ja richtig viel Ahnung zu haben !

Mich interessiert das Thema schon sehr, da ich Flugangst habe und weil ich einfach versuche zu verstehen wie eine so große Maschine verschwinden kann... Finde es einfach gruselig. Ich hoffe es gibt bald Klarheit...

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@Lui691

Nun ja, "so bald" gibt es keine Info. Einen Hinweis gibt immer ein Zwischenbericht, den die Luftfahrtbehörde nach gut einem Jahr erstellt, wenn bis dahin die Ursache nicht einwandfrei ermittelt werden konnte.

Dann müssen wir auf den Abschlussbericht warten und das kann 2 bis 3 Jahre dauern. Im Gegensatz zu einem von den Medien erwarteten Schnellschuss lässt man sich Zeit - sofern man nicht ein drängendes Problem erkannt hat, dass sofort gelöst werden muss -, die Ursache zu finden.

Vielleicht hilft Dir ja eine Info der BFU, der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen, in Braunschweig:

"Danach hat die Sicherheitsuntersuchung ausschließlich zum Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, mit denen künftige Unfälle und Störungen verhütet werden können; die Auswertung des Vorkommnisses sowie die Schlussfolgerungen und Sicherheitsempfehlungen sollen nicht der Klärung der Schuld- bzw. Haftungsfrage dienen."

Dies ist festgehalten (in bestem Beamtendeutsch) in den "Richtlinien und Empfehlungen des Anhangs 13 zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt und der Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Oktober 2010 über die Untersuchung und Verhütung von Unfällen und Störungen in der Zivilluftfahrt ..."

Dies passt natürlich nicht zur Ungeduld der Medien, die ja gerne, neben den Opfern, auch immer einen Verantwortlichen brauchen.

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@rudim1950

Danke, das ist wirklich hilfreich. Ja, das Flugzeug, das sicherste Verkehrsmittel.

Ich glaube die Menschen möchten einfach nur wissen wo das Flugzeug ist.

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@rudim1950

Wie tief muss ein Flugzeug eigentlich fliegen, um nicht auf dem Radar zu landen? Würde es nicht den Menschen auf der Erde auffallen?

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@Lui691

Hallo, ja das hängt von der "Radardichte" ab, Eine generelle Aussage ist unmöglich. So spielen auch die Rückstrahlfläche des Flugzeugs eine Rolle, ist der Transponder an (sendet also aktiv) oder nicht und natürlich die geographischen Gegebenheiten.

Im Dschungel mit relativ dünner Bevölkerungsdichte aber hohen Bäumen kann ein Flugzeug schon für lange Zeit verschwinden, sei es durch einen Unfall oder gewollt.

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Im Augenblick sucht man nach Überresten rund 150 km südöstlich von Ho Chi Minh Stadt im südchinesischen Meer.

Interessant. Woher stammt diese Info?

Diese Teile liegen damit gut 520 km nordöstlich der letzten Radarposition.

Dies würde - handelte es sich nicht um ein weiteres Gerücht - die These unterstützen, dass die Maschine evtl. entführt wurde und im Tieflug zu einem unbekannten Ziel gelenkt werden sollte.

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@FordPrefect

Hi, die Info stammt von einem Cathay Pacific Flug von HKG nach KUL. Rettungsschiffe sind unterwegs und ein thailändischer Frachter wurde um Hilfe gebeten. Der nahm Kurs auf die Position, konnte aber nichts finden. Ein zweites Schiff hat wohl etwas gefunden; mehr ist nicht bekannt.

Ach so, die Quelle: The Aviation Herald, eine sehr zuverlässige, weltweit geschätzte Datenbank (aus Österreich) bezüglich Flugunfällen oder auch einfach nur Vorfällen. Dort werden ohne Spekulation einfach nur die Fakten genannt, gemäß einem alten Spruch in der Luftfahrt: "Stick on the facts!"

Deshalb bricht aktuell wohl auch die Verbindung zum Server alle paar Minuten ab.

Selbst Lufthansa- und Air Berlin-Piloten verlassen sich auf diese Nachrichtenquelle.

http://avherald.com

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@rudim1950

Interessante Seite. Danke!

Auch wenn das nur meine Flugangst verstärkt....

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@Lui691

Nein, so schlimm ist es nicht. Zwar gibt es täglich größere und kleinere Unfälle und es passieren auch tödliche Flugunfälle, aber ...

Du müsstet rund 18.000 Jahre lang jeden Tag fliegen, bis das Flugzeug, in dem Du sitzt, abstürzt!

Das ist doppelt so lange, wie es Ackerbau gibt. Die Info stammt aus einer Sendung der Reihe "Quarks & Co." Du kannst also ziemlich entspannt fliegen. Sollte Dein Name aber auf der Homepage von "www.sie-sind-der-naechste.de" auftauchen, wird das Buch des Lebens einfach zugeklappt.

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Interessante Frage. Technisch gesehen wäre das (in Grenzen) möglich, ja. Allerdings müsste das Flugzeug dabei eine extrem niedrige Flughöhe einhalten, und zudem braucht es eine Landebahn mit beträchtlicher Länge, was private Pisten faktisch ausschließt. M.W. benötigt eine vollgepackte 777-200 eine Landebahn von wenigstens 1,9km Länge, das würde man relativ schnell via Erdbeobachtungssatellit erkennen. Das wahrscheinlichste Szenario dürfte daher leider ein Absturz weitab von der geplanten und aufgezeichneten Flugroute sein.

Radarstrahlen breiten sich nur gradlinig aus, somit ist wegen natürlicher Hindernisse und der Erdkrümmung eine gewisse Mindestflughöhe erforderlich um auf dem Radarschirm zu erscheinen. Zudem ist das Landen eines solch großen Flugzeuges wohl kaum unbemerkt möglich.

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