Kann ein Christ diese Bibelstelle widerlegen bzw. erklären?

5 Antworten

Widerlegen sollten Christen diese Stelle nicht, denn dafür gibt es keinen Grund.

Als Erklärung zu diesem Vers (also dieser Aussage von Jesus Christus im Johannes-Evangelium) steht im Walvoord-Bibelkommentar:

"Der Abschnitt endet, wie er begann: mit dem Hinweis, dass der Sohn nichts von sich aus tut (vgl. V. 19). Das Gericht, das er halten wird, geht, wie alles, was er tut, auf den ausdrücklichen Willen des Vaters zurück. Er ist das Sprachrohr des Vaters, dessen Willen er ausführt. Sein Wille ist es, den Willen des Vaters zu tun (vgl. Joh 4,34; 8,29) - ein Beweis dafür, dass er selbst göttlichen Wesens ist."

Joh 5,30 Ich kann nichts von mir aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.

"der mich gesandt hat" verweist auf Gott, den Vater. Mit ihm steht Jesus in enger Verbindung.

"Ich kann nichts von mir aus tun" heißt nicht, dass er absolut nichts ohne Gott, den Vater, hätte tun können. Er hätte - rein von seinen Fähigkeiten her - jemanden töten können, er hätte sich eine Frau nehmen können ... es gab vieles, wozu er gemäß seiner menschlichen Kraft fähig gewesen wäre. Aber nach seinem freien Willen hat er sich anders entschieden: Er will tun, was Gott, dem Vater, gefällt! Er will(!) eine enge Beziehung zum Vater haben! Aus dieser engen Beziehung zum Vater heraus kann er vieles tun, was Menschen ohne enge Beziehung zu Gott nicht tun können.

Der Vers schließt eine Textpassage ab, die in Vers 19 beginnt und die Vollmacht des Sohnes umschreibt, die ihm von Gott, dem Vater gegeben ist.

Diese Vollmacht kommt im vorigen Textabschnitt (Vers 1-18) zum Ausdruck, wo beschrieben ist, dass Jesus einen Menschen am Sabbat heilte. Dieser Mensch war 38 Jahre krank gewesen. Es war also ein Akt der Liebe und Barmherzigkeit, ihn zu heilen.
Und es war ein Wunder! Dieses Wunder konnte Jesus nur tun, weil er diese enge Beziehung zum Vater hatte und weil der Vater ihm die Vollmacht gegeben hatte, solche Dinge zu tun! Auf solche Dinge bezieht er sich, wenn er sagt "ich kann nichts von mir aus tun".

Wenn meine Tochter beim Mittagessen sagt, sie habe alles aufgegessen, hat sie auch nicht gelogen, obwohl noch Essen im Topf ist. Sie hat ihren Teller leer gegessen. Darauf bezieht sie sich. Daher muss man immer sehen, auf was sich Wörter wie "nichts" oder "alles" oder "immer" beziehen.

Wenn Jesus sagt, er könne nichts ohne den Vater tun, meint er genau diese übernatürlichen Dinge, die er aus Gottes Kraft heraus tut. Auch dass er gewisse Dinge, wie diese Heilung, am Sabbat tut, obwohl es nach pharisäischem Gesetz untersagt war, am Sabbat zu heilen.

Mit der Erklärung seiner Vollmacht vom Vater verweist er auf eine Instanz (Gott) die auch die Pharisäer als autoritativ anerkennen müssten. Denn sie hatten ihm ja vorgeworfen, dass er das (Heilung am Sabbat) nicht tun dürfte.

Der gesamte Textzusammenhang zeigt deutlich, dass Gott, der Vater, gemeint ist, wenn Jesus sagt "der mich gesandt hat". Die Heilung kann nur durch Gott bewirkt sein und die Pharisäer werfen ihm Gotteslästerung vor:

Joh 5,17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch. 18 Darum trachteten die Juden noch mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich.

Dass der Vater Jesus gesandt hat, wird in folgendem Versen sehr klar:

Joh 5,23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Das bedeutet, dass er kein selbstbestimmtes Wesen mit eigenem Willen ist, sondern nur Gottes Wille ausführt.

Der ihn gesandt hat, ist Gott.

Ois kloa? ;-)

Er hatte laut der christlichen Dogmatik einen freien Willen, sonst könnte er nicht das mosaische Gesetz erfüllen.

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Tja, da kommt es darauf an wie man die Dreieinigkeit versteht.

Inzwischen stell ich mir das so vor: Jesus und Gott der Vater sind 2 Personen. Sie haben aber beide den selben Geist: den Heiligen Geist.

Der Wille des Sohnes ist es dem Vater zu gefallen/dessen Willen zu tun.

Schließlich heißt es "sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat." "Der mich gesandt hat" ist Gott der Vater.

Apg 2, 33: Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört.

Ps 2,7: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.

Auch der Vers spricht für 2 Personen.

Dass Jesus vom Vater erhöht wurde, spricht für mich auch dafür, dass der Vater und der Sohn 2 Personen sind-durch den Heiligen Geist und den gemeinsamen Willen verbunden. In dem Sinne sind Vater, Sohn und Heiliger Geist eins.

In dem Vers sagt Jesus also, dass Er so richtet, wie der Vater es Ihm sagt.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Eigener Glaube -- bin bibelgläubiger Christ

Die Bibelstelle kann nicht widerlegt werden, da du keine Prämisse bzw. Aussage getätigt hast. Die Bibelstelle beschreibt aus christlicher Sicht, die 2 - Naturenlehre Christi, also dass Jesus Christus sowohl eine menschliche Seite als auch eine göttliche hat. Als zweite Hypostase Gottes, ist er laut der Trinität Gott selbst, aber seine menschliche Natur ist - wie wir alle, Gott unterworfen. Gott, der Vater, der heilige Israels, Jehova, hat Jesus (laut christlicher Sicht) gesandt. Das Gebet der Christen ist auch an den himmlischen Vater gerichtet, im Namen Christi, da er das Gesetz erfüllt hat. Bei Fragen bin ich gerne verfügbar.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium der Theologie und Religionswissenschaft

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