Kann ein chinesisches Unternehmen die Einfuhrumatzsteuer als Vorsteuer abziehen?

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2 Antworten

Wenn es in Deutschland einen Zweig des Unternehmens gibt, der die EUSt zahlen muss, wird dieser auch die Umsatzsteuer den Kunden berechnen und ist dementsprechend auch zum Vorsteuerabzug berechtigt.

Was ist denn Deiner Meinung nach total anders?

Wenn ein deutsches Unternehmen EUS als Vorsteuer geltend machen kann, leuchtet mir das ein. Doch ein chineisches Unternehmen darf das auch, wenn es hier zu Lande Ware veräußert?

Dass iritiert mich, denn: wenn ich Ware aus China importiere, habe ich keine Möglichkeit die an den dortigen Fiskus gezahlte Ust. wieder einzuholen (kein entsprechendes Abkommen zwischen Ländern vorhanden.) Warum kann also das chinesische Unternehmen hier Vorsteuervergürung genießen? (am Bsp. der EUS)

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@willeri94

Ganz einfach: Du hast geschrieben, dass das chinesische Unternehmen EUSt zahlt. Das ist aber nur möglich, wenn das Unternehmen ein Tochterunternehmen in Deutschland zum Zweck der Weiterleitung der Waren betreibt. Diese Tochternternehmen ist ein deutsches Unternehmen und ist als solches dem deutschen Steuersystem unterworfen.

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@Mikkey

Das leuchtet mir tatsächlich ein. Okay. 

Das deutsche Tochterunternehmen des chinesischen Unternehmens ist also der Empfänger der Ware. Dieses zahlt die Einfuhrumsatzsteuer. Das deutsche Tochterunternehmen des chinesischen Unternehmens veräußert die Ware in Deutschland, es hat USt. abzuführen, kann die EUSt. als Vorsteuer geltend machen. 

Ist das Unternehmen als ganzes (chin. Unt. und deutsches Tochterunternehmen) also entsprechend befähigt?

- Stammunternehmen kann bei Beschaffung im chin. Inland gezahlte USt. wieder einholen

- Tochterunternehmen kann sich EUSt. als Vorsteuer abziehen lassen

Wie komme ich darauf? Mir ist es übel aufgestoßen, dass man als dt. Importeur zwar die Möglichkeit hätte, die EUSt. als Vorsteuer abzuziehen, jedoch nicht an die in China gezahlte Vorsteuer rankommt (Mögliche Ausweichmöglichkeit Hongkong, wo möglich, hat leider zu unattraktives Warenangebot). Mit obigem Konstrukt könnte man nun also die chinesische Umsatzsteuer und die deutsche Einfuhrumsatzsteuer wieder einholen? Wäre ja toll.

Wenn man dann in einem Land verkauft, wo chinesische Konkurrenz auch Umsatzsteuer zahlt (nicht so wie hier zu Lande, siehe Ebay und Amazon, soll sich aber bald ändern...) kann sich ein "China-Business" ja zumindest potentiell lohnen.

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@willeri94

Das Konstrukt geht umgekehrt auf die gleiche Weise:

Du brachst dazu keine Zweigniederlassung in China gründen, es tut auch ein vertrauenswürdiger Bekannter dort.

Der kauft dort Deine Ware ein und versendet die an Dich. Dabei kann er sich (wenn es so läuft wie hier) die Umsatzsteuer erstatten lassen.

Außerdem hast Du so Einfluss auf den Warenpreis, von dem wiederum der Zoll abhängt.

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@willeri94

Könnte man auf die Empfängerseite einen externen Dienstleister setzen, um dann folgendes Bild zu erhalten?

Dienstleister empfängt Ware, zahlt EUSt., veräußert Ware (zahlt USt., lässt sich EUSt. erstatten)

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Eine ausländisches Unternehmen hat mit der deutschen Umsatzsteuer bzw. Einfuhrumsatzsteuer überhaupt nichts zu tun.

Der Käufer in Deutschland ist verpflichtet, bei Einfuhren die fällige EUSt zu entrichten, nicht der ausländische Verkäufer.

Im Herkunftsland anfallende Umsatzsteuern sind hier ohne Belang. Dies gilt sinngemäß auch für innergemeinschaftliche Erwerbe. Der deutsche Erwerber meldet seine innergem.Erwerbe und entrichtet die hier gültige Umsatzsteuer (19 % / 7 %).

Wenn ein deutsches Unternehmen EUS als Vorsteuer geltend machen kann, leuchtet mir das ein. Doch ein chineisches Unternehmen darf das auch, wenn es hier zu Lande Ware veräußert?

Dass iritiert mich, denn: wenn ich Ware aus China importiere, habe ich keine Möglichkeit die an den dortigen Fiskus gezahlte Ust. wieder einzuholen (kein entsprechendes Abkommen zwischen Ländern vorhanden.) Warum kann also das chinesische Unternehmen hier Vorsteuervergürung genießen? (am Bsp. der EUS)

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@willeri94

Bei obiger Koversation hat sich schon etwas Klarheit ergeben. Wenn du willst, kannst du mal drüberlesen und deine Sichtweise erläutern. 

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@willeri94

Du hast da einen generellen Denkfehler. Steuern sind dort zu zahlen wo sie anfallen. 

Jedes Unternehmen, das guter in die EU bzw. auch nach Deutschland liefert, tut dies an einem en Empfänger. Dieser Empfänger kann eine Privatperson, eine europäische Tochtergesellschaft oder auch ein Importeur sein.

Der Empfänger ist verpflichtet bei der Einfuhr Zoll und EUSt zu zahlen. Da Firmen in der Regel die importierten Waren wieder verkaufen, haben sie dafür Umsatzsteuer zu zahlen. Als Unternehmen sind sie in der Regel aber Vorsteuerabzugsberechtigt. Das hat nichts mit der chinesischen Exporteur zu tun, der zahlt chinesische Steuern. Die Grenzen der EU sind hier eine harte Grenze.

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@Chauze

Jap, der Denkfehler wurde glücklicherweise ausgeräumt.

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