Kann ein Arzt entscheiden ob seine Patientin leben darf oder nicht?

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11 Antworten

Diese Frage ist interessanterweise recht schwer zu beantworten. 

Prinzipiell ist es so, dass es natürlich eine Berufsordnung für Ärzte gibt (den berühmten Eid des Hippokrates schwört heute keiner mehr), nach der sich jeder Arzt zu richten hat. In dieser Berufsordnung interessiert nur der Mensch als solcher. Es ist egal, welche Hautfarbe er hat, welchem Glauben er angehört oder welcher sozialen Schicht, ob er arm ist oder reich, männlich oder weiblich, hübsch, hässlich, altoder jung. Ich denke, du versteht, was ich meine. Jeder Mensch ist ich viel wert und daher müssen alle gleich behandelt werden. 

Nun ist aber jeder Arzt auch Mensch und hat seine eigenen Ansichten und vielleicht auch Fehler.  Somit kann es auch passieren, dass Menschen eben nicht gleich behandelt werden.  Ein stinkenden, aggressiver Betrunkener mit gebrochenem Bein wird vielleicht weniger gründlich auf Nebenerkrankungen untersucht als die reizende Oma , die am Boden zerstört ist, weil sie nun wegen ihres gebrochenen Beines den Geburtstag ihres ersten Urenkels versäumt. Und so kann es natürlich auch sein, dass ein Arzt Vorurteile gegen Menschen anderen Glaubens oder einer anderen Hautfarbe hat und sich um diese nicht so gründlich kümmert, wie um andere. Ist nicht schön, ist auch nicht erlaubt, aber ich denke schon, dass es mal vorkommen wird. 

Extreme Auswüchse ("die lassen wir mal sterben, weil sie Muslima ist") sind allerdings derart geächtet und natürlich auch von rechtlicher Relevanz , dass es sie kaum geben wird. Auch ein rechtsgerichteter Arzt wird eine Muslima operieren, weil er es nicht ablehnen kann, da er sonst wegen Totschlags (oder gar Mord) verurteilt werden wird.  Aber es wäre möglich, dass er sich nicht so viel Mühe gibt.

Ich muss aber sagen, dass mir zwar mit der Zeit im Krankenhaus immer mal wieder Ärzte mit fragwürdigen politischen Meinungen über den Weg gelaufen sind, die sich jedoch trotzdem ganz normal um ihre Patienten gekümmert haben, selbst wenn diese eigentlich ein "Hassobjekt" für die sein müssten. Ich denke schon, dass der Beruf ein gewisses Ethos mitbringt, der im normalen Berufsalltag über persönlichen Ansichten steht ("es schmeckt mir zwar nicht, aber ich versorge sie halt "). Aber ich will nicht ausschließen, dass es da auch Extreme gibt .

gute Ansichten!

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Selbst wenn dem so wäre, würde kein Arzt das so sagen, weil er sofort seine Zulassung loswäre. 

Ärzte sind einer allgemeinen Ethik verpflichtet - jedem Menschen zu helfen, der Hilfe braucht. Und ich wage mal zu behaupten, dass Ärzte noch am ehesten über Nationalität , Religion u.ä. hinwegsehen können.

Es gab auf jeden Fall Ärzte, die Juden nicht nur nicht behandelt sondern sogar getötet haben. Von Muslims die nicht korrekt behandelt wurden oder Christen die in muslemischen Ländern schlechter behandelt wurden, habe ich noch nie gehört.

Arbeite im krankenhaus und mir wäre kein fall bekannt, wo das thema gewesen wäre! 

Am op tisch ist jeder gleich...und im krankenbett auch... da zählt nur di diagnose, symptome usw und nicht hautfarbe, religion oder sonst was!

Es wird durchaus solche ähnliche Fälle gegeben haben (ich kanns zumindest nicht ausschließen, mir ist aber keiner bekannt), aber diese Ärzte sind dann wohl nicht mehr im Dienst, denn das ist zumindest Unterlassene Hilfeleistung und ist nicht nur ein Entlassungsgrund sondern auch eine Straftat.


Alle Ärzte sind an den Hyppokratischen Eid bzw. seine modernen Alternativen gebunden. Die politische oder weltanschauliche Einstellung des Arztes spielt da keine Rolle.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates

Ich gebe dir Recht, aber einen Eid muss man heutzutage nicht mehr leisten. ;-)

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@dandy100

Auch das Genfer Gelöbnis muss nicht geleistet werden. Bindend ist alleine das geltende Arztrecht des jeweiligen Staates, in dem der Arzt tätig ist.

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Unter der Ärzteschaft wirst du keine Rechtsradikalen finden. Das behaupte ich jetzt mal einfach.
Im Übrigen ist jeder Arzt an den hyppokratischen Eid gebunden.
Deine Frage ist wie immer ziemlicher Blödsinn und nur auf dumme Stimmungsmache aus.

Die dunklen Zeiten des 2. Dritten Reiches sind gottseidank vorbei.

Unter der Ärzteschaft wirst du keine Rechtsradikalen finden. Das behaupte ich jetzt mal einfach. 

na, da wäre ich mir aber nicht so sicher ... :-( 

aber wer rechten Populisten seine Stimme gibt, ist noch lange kein potentieller Mörder. Sowenig wie ein Muslim ein Islamistischer Terrorist ist. Seltsame Vorstellung ... Schwieriger wäre es wenn der Kindermörder verletzt auf dem OP Tisch liegt, auch da ist die Verpflichtung nach den Regeln seiner Kunst zu arbeiten, .. alternativlos. 

Aber die Entscheidung, die es nicht geben sollte mit der kann jeder Arzt mal konfrontiert sein .. einmal bei Katastrophen, oder auch schweren Unfällen ... wem hilft man zuerst ? Dem Schwerstverletzten mit Kopfverletzung, dem Kind ? ... Oder gibt man dem Sterbenskranken noch eine Chemo, die ein Leben 3 Monate verlängert, oder lässt man es .. ? Das sind durchaus Leben/Tod Entscheidungen die nach moralisch hohen Ansprüchen getroffen werden können.

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@juergen63225

"einmal bei Katastrophen, oder auch schweren Unfällen ... wem hilft man zuerst ?"

Hart gesagt, da gibt es das Prinzip der Triage. Man teilt die Verletzten in drei Gruppen: 1: überlebt auch ohne sofortige Behandlung 2: überlebt nur mit sofortiger Behandlung 3: stirbt auch mit sofortiger Behandlung.

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Im Übrigen ist jeder Arzt an den hyppokratischen Eid gebunden.

Sorry, aber das ist immer noch Quatsch - auch wenn das hier immer und immer wieder behauptet wird.

Der "Eid des Hippokrates" hat keinerlei(!!) Bedeutung für heutige Ärzte, und das ist auch sehr gut so - was jeder, der halbwegs bei Verstand ist, unmittelbar einsehen wird, WENN er dieses Ding mal gelesen hätte! (bei Wikipedia einzusehen) Denn, wenn es nach diesem Eid ginge, gäbe es keine Chirurgie, ja eigentlich fast keine moderne Medizin.

Die (verpflichtende) Berufsordnung der Ärzte ist die relevante "Adresse"

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Oder gab es mal Vorfälle wo ein Arzt in einer Operation sagte: "Sie ist
Muslimin ihr werde ich nicht helfen und lass sie sterben"

Wie kommst du denn auf solch eine aberwitzige Idee?
Also: NEIN.

(Umgekehrt allerdings wäre ich mir nicht immer sicher. Ich traue es etlichen Muslimen zu, dass sie sich zum Beispiel weigern würden, einen jüdischen Patienten zu behandeln, da der Antisemitismus leider bei Muslimen stark verbreitet ist. Ist aber nur ein ungutes Gefühl, belegen kann ich das nicht).

Kein/e Arzt/Ärztin in Deutschland hat gefragt ,wo ich herkomme ....

Werde so behandelt wie jede andere auch!

Dann muss man einen anderen Beruf wählen!

in Großbritannien darf ein Ärztegremium darüber entscheiden, wann die künstlichen Lebenserhaltungsmaschinen abgeschaltet werden sollen. Das hatte interessanterweise die Labourregierung unter Tony Blair verabschiedet, nicht Thatcher. Das hängt mit der Kosten-Nutzen-Rechnung bei dern Krankenhäusern ab, vorwiegend bei alten Patienten. In DE geht das (noch) nicht.

Hallo HelenaPapilou,

natürlich muss sich ein Arzt an den hippokratischen Eid halten. Egal welche Religion, Hautfarbe oder Geschlecht.

Es gab schon mal eine finstere Zeit (Euthanasie, Selektion, Menschenversuche) in der Ärzte beteiligt waren.

Liebe Grüße

natürlich muss sich ein Arzt an den hippokratischen Eid halten.

QUATSCH!

Natürlich(!!) hat der hippokratische Eid KEINERLEI Bedeutung und kein Arzt, der halbwegs bei Verstand ist, wird diesen ablegen (wieso sollte man auch bei irgendwelchen altgriechischen Göttern irgendwas schwören etc.?)

Es wäre gut, wenn jeder, der diesen "Eid" zitiert, diesen BITTE MAL LESEN würde! (gibt es bei Wikipedia - mit Übersetzung)

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