Kann ein allmächtiges Wesen selbst seine Allmächtigkeit einschränken?

19 Antworten

Es ist das alte Dilemma, dass auch hier wieder versucht wird, Gott als mit menschlichen Eigenschaften versehen vorzuführen. Daraus lassen sich natürlich sehr viele paradoxe Situationen konstruieren.

Daher sind kritische Theologen heutzutage auch geneigt, die bekannten drei Kennzeichnungen Gottes als "allmächtig, allwissend und allgütig" aufzugeben. Diese drei Attribute sind formallogisch mühelos zu widerlegen und damit wenig hilfreich, in der theologischen Diskussion überzeugen zu können, warum man sich diesem Glaubenssystem anvertraut hat.

Gerade aus dem Allmachtsmotiv haben Religionskritiker zahlreiche Ungereimtheiten abgeleitet. Das wichtigste ist vermutlich die Tatsache, dass die Welt so geschaffen wurde, dass sie erlösungsbedürftig ist. Gott muss daraufhin sein eigenes Kind opfern, um die Welt vom Übel zu erlösen. Die Absurdität dieses Konstruktes besteht darin, dass Gott offensichtlich die Welt in dieser misslichen Form geschaffen hat, womit deutlich wird, dass er Fehleinschätzungen, Fehlplanungen und Konstruktionsfehler zu verantworten hat, was mit Allmacht, Allwissenheit und Allgüte unvereinbar ist. Dass er nun obendrein noch ein Opfer bringt, um mit sich selbst versöhnt zu werden, ist eine weitere Absurdität. Und schließlich wurde ja die Welt auch noch nicht einmal verändert, nachdem Gott diese Korrektur durch das Sohnesopfer eingebracht hatte.

Bilanz: Alle menschlichen Attribute passen nicht auf eine mögliche Gottesvorstellung und sollten folglich aufgegeben werden. Leider, leider sind wir als Menschen allerdings so beschränkt, dass wir dahinter keine neuen Vorstellungen entwickeln können, weil wir eben kein "Wesen" denken können, dass keine Eigenschaften im menschlichen Sinne hat und dennoch wirkmächtig in das Weltgeschehen eingreifen kann.

Der Fehler dieses Paradoxons liegt in der menschlichen und somit irrtümlichen Vorstellung Gottes als ein menschliches - anatomisches - organisches Wesen,

was Gott jedoch nicht ist...

Gott ist ein energetisches Wesen, welches Bewusstsein und Bewusstheit besitzt...

Die meisten Menschen können dies sich nicht erfühlen bzw. haben dies (noch) nicht erfühlt, weshalb sie glauben, Gott sei eine Person und erschaffe nun somit mit muskulärer oder adäquater Kraft...

Doch dem ist nicht so!

Gotte erschafft und schöpft per Gedanke, per Bewusstsein...

Und selbst Du kannst in Gedanken alles erschaffen und den schwersten Stein, ach was schreibe ich, das ganze Himalayagebirge hochheben...

So auch Gott: Er kann jeden Stein hochheben, unbegrenzt an Gewicht...

Vergiss eines nicht: In allem Erschaffenen ist Gott, wie auch alles Erschaffene in Gott ist; somit trägt Gott alles Erschaffene...

Der Unterschied zu Dir jedoch ist, dass im Jenseits jeder Gedanke sofort sich manifestiert und Form und Gestalt annimmt...

Aus diesem Grund sollte man hier bereits Gedankenhygiene betreiben, denn solltest Du im Jenseits mal zB von Dir geben: 'Jetzt' sitze ich aber ganz schön tief in der Sch...ße', dann wird sich dies augenblicklich realisieren...

Die Allmacht Gottes ist eine Eigenschaft Gottes, d.h. Gott kann nicht anders als dies zu SEIN...

Es ligt nur an der 'Ausübung': Missbrauch oder Nutzen...

Gruß Fantho

Die  Frage taucht immer wieder auf, hier erst vor ein paar Wochen.

Das war meine Antwort darauf:

Warum sollte Gott damit ein Problem haben? Er kann alles tun, was immer Ihm beliebt.

Und mal ganz ehrlich: irgendwie wäre es auf Dauer auch langweilig,
allmächtig zu sein, alles zu können, alles zu wissen. Er bedient sich
eines "Tricks", indem er Seine illusionierende Energie "Maya" einsetzt.

Das würde so  funktionieren, dass Er zunächst  den Stein erschafft
und sich dann unter den Einfluss Mayas begibt, der Ihn vergessen, dass
Er Gott ist.

Nachdem er diese neue Erfahrung ausreichend genossen hat "besinnt" Er
sich auf Seine Identität und befördert den Stein mit dem kleinen Finger
Seiner linken Hand in die äußerste Ecke des Universums.

Im Sriimad Bhagavatam gibt es viele Berichte darüber, dass Krishna
(Gott) zum Zwecke der liebevollen Austausches oder um gewisse
Erfahrungen zu genießen, Seine Identität vorübergehend "vergisst". Er
nimmt z.B. die Position eines Sohnes, eines Freundes an, da wäre es
unpassend, wenn Seine Eltern/Freunde Ihn als Gott ansehen oder Er selbst
sich so fühlen würde. 

Mir gefällt das, denn es macht Gott im positiven Sinne "menschlich",
bringt Ihn uns nahe. Das ist ein Gott, den man nicht fürchten muss,
sondern lieben kann.

Was möchtest Du wissen?