kann die scheidung vor ablauf des trennungsjahres eingereicht werden

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Die Voraussetzungen einer Scheidung sind, nachdem sie jahrzehntelang im Ehegesetz „ausgelagert“ waren, inzwischen wieder abschließend in den § 1564 bis § 1568 BGB sowie in den § 622 bis § 629d ZPO und die einvernehmliche Scheidung in § 630 ZPO geregelt. Die Scheidungsfolgen (wie Unterhalt, Sorgerecht, Umgangsrecht und Versorgungsausgleich) werden in den § 1569ff BGB im 2. und 6. Buch der ZPO und im 2. Abschnitt des FGG geregelt. Ein Regierungsentwurf zur Vereinheitlichung des zersplitterten Scheidungsverfahrensrechts in ZPO und FGG, das sog. FamFG liegt zur Prüfung dem Bundesrat vor.

Die Ehe kann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Das ist der Fall, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft gemäß § 1353 BGB (mensa et toro) nicht mehr besteht und eine Wiederherstellung nicht mehr zu erwarten ist. Die häusliche Gemeinschaft besteht auch dann nicht mehr, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben (s. § 1567 BGB).

Um den Ehegatten eine genaue Untersuchung des Merkmals Scheitern (Zerrüttung) zu ersparen, gibt das BGB dem entscheidenden Richter zwei Vermutungen an die Hand:

Leben die Ehegatten mehr als ein Jahr getrennt, so wird die Zerrüttung vermutet, sofern diese als „nicht heilbar“ angesehen wird: wollen beide Ehegatten geschieden werden („einverständliche Scheidung“) oder besteht keine Bereitschaft, sich zu versöhnen, ist unwiderlegbar von einer Zerrüttung auszugehen. Nach drei Jahren Trennung kann die Ehe auch gegen den Willen des anderen Ehegatten geschieden werden. Auch diese Vermutung ist unwiderlegbar. Ist die Fortsetzung der Ehe einem der Ehegatten eine unzumutbare Härte (§ 1565 Abs. 2 BGB), die in der Person des anderen Ehegatten begründet liegt, kann die Ehe aber vor Vollendung des ersten Trennungsjahrs und ohne Einwilligung beider Ehegatten geschieden werden. Eine solche unzumutbare Härte wird angenommen, wenn Misshandlungen vorliegen oder der Ehegatte beispielsweise eine weitere Person in die Ehe aufnehmen wollte (im Stil einer „Ménage à trois“). Deutsche Gerichte tendierten in der Vergangenheit dazu, den Begriff immer weiter zu fassen und immer neue subjektiv empfundene unzumutbare Härten zu akzeptieren.

Der Beginn des Trennungsjahres kann rechtssicher durch den Wechsel in die Steuerklasse IV im laufenden Jahr bzw. Steuerklasse I im auf die Trennung folgenden Kalenderjahr auf der Steuerkarte dokumentiert werden. Hierzu ist beim Einwohnermeldeamt eine Erklärung zum Familienstand abzugeben.

kann man schon während des Trennungsjahres die Scheidung einreichen ??

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mir geht es nur um das einreichen, denn mein mann hat ein nießbrauchsrecht an einer immobilie.Aber erst nach einreichen der scheidung. Da frage ich mich , ob es vor ablauf des trennungsjahres möglich ist......kein härtefall

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wenn Ihr euch in allen Punkten einig seid, es keine Unstimmigkeiten gibt. Man kann seine Scheidung direkt bei www.scheidung-friedlich.de einreichen. Habe ich damals auch so gemacht - die Rechtsanwältin hat mir sehr geholfen.

Wenn sich beide Seiten einig sind kan man das Datum der Trennung entspechen festlegen. Sollten halt nur beide bei der Befragung durch den Richter das Gleiche sagen.
Einreichen kann man die Scheidung übrigens jederzeit, es wird halt nur nicht geschieden vor den beiden genannten Terminen 1 und 3 Jahre.

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