Kann die Reha nach Schlaganfall immer helfen?

6 Antworten

es gibt auch fälle, wo die reha wenig oder nichts verändert.

aber es ist ein positives zeichen, dass man auf reha geschickt wird. das heisst nämlich, dass jemand eine hohe wahrscheinlichkeit für verbesserung sieht.

ob 14 tage zu viel oder zu wenig sind, kommt auf den einzelfall an. wenn man mit allen untersuchungen durch ist und der patient stabil ist, braucht er nicht länger im krankenhaus bleiben. dort können sie dann nichts mehr für den patienten machen.

in der reha gibts selbstverständlich rollstühle für leute, die einen brauchen.

Je früher mit der Reha begonnen werden kann, desto besser. Der Verlauf hängt aber von vielen Faktoren ab: Alter, allgemeiner Gesundheitszustand, welche Hirnareale betroffen sind und wie stark sie betroffen sind. Reha ist sehr wichtig, weil alle eingeschränkten Funktionen trainiert werden und so Hirnareale wieder sensibilisert werden, dafür braucht es aber spezielles intensivesTraining. Das ist im Krankenhaus nicht umzusetzen. Die intensive Betreuung ist zuhause auch kaum zu erreichen, weil da mehrere Berufsgruppen zusammenarbeiten müssen, es sei denn er hat die Möglichkeit tagsüber in eine tagesklinische Reha zu gehen.

Und nicht erschrecken, wenn er gute Fortschritte macht und es dann ein paar Tage stagniert oder wieder kleine Rückschritte gibt. Das ist normal.

Hallo carogue,

Sie schreiben:

Kann die Reha nach Schlaganfall immer helfen?

Antwort:

Die traurige Wahrheit ist:

Leider kann eine REHA nicht bei jedem Schlaganfall helfen, es kommt immer auf die Umstände im Einzelfall, auf die Schwere des Schlaganfalls und auf den Willen, etwas zu bewegen, des einzelnen betroffenen Menschen an!

14 Tage nach einem Schlaganfall irgendwelche Prognosen abzugeben, ist schlicht unseriös!

Der Schlaganfall überrascht den betroffenen Menschen, wie es der Name schon sagt, mit einem Schlag!

Angehörige und Betroffene benötigen einen langen Atem, Ausdauer, Geduld, Demut und viel Zeit, sich mit diesem Schlag zu arrangieren, zu leben!

Nicht selten bleibt es bei dem einen Schlaganfall, oft folgen, wie bei einem Erdbeben, mehrere mehr oder weniger schwerwiegende Nachfolgeschlaganfälle!

Die Ärzte beugen mit blutverdünnenden Medikamenten vor, aber auf der anderen Seite nimmt man in Kauf, daß das verdünnte Blut nicht mehr gerinnt, daß offene Wunden dann oft nicht mehr zuheilen!

Oft ist der Schlaganfall so gravierend, daß die Betroffenen keine Nahrung mehr selbst aufnehmen können!

Dann stellt sich früher oder später die Frage nach Verlegung einer sogenannten Magensonde, über welche die Nahrung dann wie bei Astronauten (Astronautennahrung) automatisch zugeführt wird!

Daran verdienen sich die Lieferanten der Astronautennahrung eine goldene Nase!

Aus eigener, sehr leidvoller Erfahrung mit unserer Mutter (9 Jahre schwerstpflegebedürftig an der Magensonde) kann ich jedem Betroffenen nur dringend davon abraten, eine Magensonde legen zu lassen!

Aber das müßen Betroffene selbst entscheiden!

Liegt keine Patientenverfügung vor, so sind die Angehörigen oder ein Betreuer an der Reihe zu entscheiden, ob eine Magensonde gelegt werden soll!

Nach den 9 schlimmen Jahren für und mit unserer Mutter möchte ich allen Betroffenen dringend raten, sich in dieser sehr schwerwiegenden Angelenheit guten Rat einzuholen, bevor irreparable Entscheidungen getroffen werden, denn ist die Magensonde erst einmal gelegt, gibt es so einfach kein zurück!

Wenn das Leben zu Ende geht, sollte man möglichst eines natürlichen Todes sterben dürfen, zum Beispiel in einem Hospitz unter ärztlicher Betreuung möglichst schmerzfrei einschlafen!

Noch ist es ja bei Ihrem werten Opa nicht soweit, wollen wir hoffen, daß sich die Folgen des Schlaganfalls in Grenzen halten und daß Alles wieder gut wird, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Was für Horrorszenario. 

Wie gut, dass es viele Schlaganfall- Patienten gibt, die von der Reha profitieren, die nie eine Magensonde brauchen und die manchmal sogar wieder arbeiten gehen. 

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@Nele235

Was für Horrorszenario. 

Antwort:

270.000 Schlaganfälle/Jahr sind mittlerweile Realität in Deutschland!

Das ist kein Horrorscenario, sondern leider für viele Betroffene samt Ihren Angehörigen bittere Realität!

Natürlich wolle viele Zeitgenossen diese Realität nicht wahrhaben, das ändert aber nichts an der gesamten Problematik!

Ein Großteil der Bevölkerung befaßt sich mit diesem Thema leider erst, wenn der Schlag bereits erfolgt ist!

Wie könnte es sonst sein, daß große Teile der Bevölkerung sich falsch ernähren, weit übergewichtig sind, sich viel zu wenig bewegen und mit Ihrer Gesundheit russisches Roulette spielen!

Beispiele aus der täglichen Praxis gefällig:

http://www.aerzteblatt.de/archiv/10369/Ernaehrung-durch-eine-Magensonde-(PEG)-Eine-Entscheidung-mit-rechtlichen-Konsequenzen

http://www.zeit.de/2009/23/M-PEG-Sonde

http://www.schlaganfall-hilfe.de/der-schlaganfall

Auszug:

Begriffserklärung

Der Schlaganfall ist keine einheitliche Erkrankung; der Oberbegriff "Schlaganfall", auch Apoplex oder Hirninsult genannt, wird vielmehr für eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen verwendet, die verschiedene Ursachen und damit auch unterschiedliche Therapien erfordern.

Der Begriff wurde geprägt, als es noch nicht möglich war, die verschiedenen Formen und Ursachen dieser Erkrankung so zuverlässig festzustellen, wie es heute aufgrund der modernen Medizintechnik der Fall ist. Je nach Ursache sprechen Ärzte daher heute z.B. präziser vom "Hirninfarkt", wenn der Schlaganfall durch eine Mangeldurchblutung des Gehirns hervorgerufen wurde oder von einer "Hirnblutung", wenn der Schlaganfall durch den Austritt von Blut in das Hirngewebe verursacht wurde.

Zahlen für Deutschland

Knapp 270.000 Schlaganfälle ereignen sich nach aktuellen Berechnungen jährlich in Deutschland, etwa 200.000 davon sind erstmalige Schlaganfälle. 

Rund 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten sterben innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. 

Rund die Hälfte der überlebenden Schlaganfall-Patienten bleibt ein Jahr nach Ereignis dauerhaft behindert und ist auf fremde Hilfe angewiesen. 

Fast eine Million Bundesbürger leiden an den Folgen dieser Erkrankung. Alarmierende Zahlen, denn das macht den Schlaganfall nach Krebs- und Herzerkrankungen zur dritthäufigsten Todesursache in Deutschland.

Die häufigsten Folgen des Schlaganfalls sind neben einseitigen Lähmungen und Gefühlsstörungen der Arme und Beine, die Sprach-, Schluck-, Seh-, und Gleichgewichtsstörungen sowie Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen. 

Bedingt durch diese Einschränkungen oder durch die Schädigung des Gehirns selbst, ist bei etwa der Hälfte der Betroffenen mit depressiven Syndromen, wie Antriebsarmut oder starken Stimmungstiefs zu rechnen.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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