Kann die PferdeHaftpflichtversicherung, wirklich den Schaden ablehnen?

10 Antworten

Ich würde mich damit nicht zufriedengeben, allerdings kann die Versicherung natürlich damit argumentieren, dass du wusstest, was du tust und dass Pferde gefährlich sind. Dennoch, die Haftpflicht muss bei Schäden an Dritten einspringen und zahlen, insofern es kein Selbstverschulden war. Auch den Schaden am Hänger sollte sie mit abdecken, insofern das in der Haftpflicht eingeschlossen ist (i.d.R. mit 150€ selbstbeteiligung, allerdings hat das nicht jede Haftpflicht). Ich würde mich da nicht so abwürgen lassen, dein Anwalt und deine Versicherung sollen sich mit dieser Versicherung rumstreiten und einigen. 

Wünsche dir gute Besserung und gute Genesung!

Danke , für die Antwort ! Natürlich weiß ich das, habe Jahre lange Erfahrung mit Pferden soetwas aber noch nie erlebt das ein Pferd so ausrastet ! Die Besitzern wusste davon das er nicht artig ist hat es nicht erwähnt und deswegen hat sie ihn nicht gefahren ! Hätte ich das vorher gewusst hätte ich es nicht gemacht! 

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@sillehen

Ein Pferd ist ein Tier, das eine potentielle Gefahr darstellt. Das hat mit "artig oder unartig" absolut nichts zu tun.

Ein Pferd kann in Panik, ohne weiteres einen Menschen töten.

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@sillehen

Bist du im gewerblichen Beritt tätig, hattet ihr einen Ausbildungsvertrag für das Pferd? Du schreibst zwar, das ihr das Pferd nicht gewerblich transportiert habt, aber gehört das ganze noch zum Beritt?

Wenn du das Pferd gegen Geld bei dir auf dem Hof beritten hast, dann käme deine Unfallversicherung oder deine Berufsunfallversicherung zum Einsatz.

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@friesennarr

Wenn der Fragesteller das Pferd gewerblich in Obhut hatte, ist das sein eigener Schaden. Dann geht es nur noch darum, ob die Berufsgenossenschaft den Fall als Arbeitsunfall aufnimmt und abwickelt.

Dann käme wiederum die Betriebshaftpflicht ins Spiel, wenn Unfallverhütungsvorschriften missachtet wurde,

Mir ist immer noch nicht klar, in welcher Funktion hier das Pferd transportiert wurde.

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Die Problematik ergibt sich aus der Tierhütereigenschaft.

Dadurch übernimmt der Tierhüter
(Sie), quasi die Verantwortung des Tierhalters…

Der Tierhüter hat dafür zu sorgen, dass die vom Tier
ausgehenden Gefahren minimiert werden.

Verletzt  das Tier, den Tierhüter, dann ist zu prüfen in welchem Umfang ein Mitverschulden gegeben ist.

Zum Beispiel:

Der Tierhüter nähert sich dem Tier, OHNE im Vorfeld auf sich aufmerksam gemacht zu haben. Dass Tier erschreckt, tritt aus und verletzt den Tierhüter.

In diesem Beispiel müsste sich der Tierhüter ein Mitverschulden anrechnen lassen, dies könnte dazu führen, dass die Gefährdungshaftung des
Tierhalters
komplett hinter dem Mitverschulden des Tierhüters zurücktritt.


Wie Sie jetzt vielleicht erkennen können,  ist die Antwort auf Ihre Frage enorm komplex und aus der Ferne mit den gemachten Angaben nicht zu beantworten!

Gut ist das Sie bereits einen RA beauftragt haben. Stellen  Sie bitte sich drauf ein, dass vermutlich ein Gericht Ihren Fall entscheiden muss.

 

Tipp:
Melden Sie den Vorgang der Berufsgenossenschaft und  (sofern vorhanden) Ihrer privaten Unfallversicherung.

Viel Glück und gute Besserung.

Sehr gute Antwort!

Jetzt wäre noch zu klären, ob die TO spätestens mit der Transportübernahme auch tatsächlich (bzw. rechtlich) in die Funktion des Tierhüters gelangt ist. Das könnte (!!) die ablehnende Haltung der Versicherung erklären.

Was dem widerspricht, ist, dass die Versicherung den Schaden wohl mit dem Verweis auf mangelndes Verschulden abgelehnt hat. Hier sehe ich den ersten Ansatzpunkt, nämlich die Versicherung darauf hinzuweisen, dass hier die bereits erwähnte Gefährdungshaftung greift.

Alleine, dass die Versicherung überhaupt so argumentiert, wirft Fragen auf. Der Begriff "Gefährdungshaftung" sollte eigentlich in jeder Schadenabteilung bekannt sein. (Natürlich kann es sich bei der Ablehnung auch nur um das Schreiben eines übereifrigen Wald-und-Wiesen-Vertreters handeln, der keine Ahnung hat. DAS würde zumindest die mangelhafte Ablehnung erklären...;-)).

Unter´m Strich bleibt natürlich in einem Fall mit Personenschaden der Rat, das Ganze nur mit anwaltlicher Hilfe durchzufechten.

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@Loroth

Hey Loroth,

hier sind wirklich noch einige Fragen offen.

Mehr als Vermutungen lässt die Fragestellung leider nicht zu.

Doch ich habe ein paar Ideen, wie sich das Blatt des
Fragestellers zum positiven drehen kann.

v.G. :)  

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Nur weil eine Versicherung die Haftung nicht übernimmt, heist ja nicht, das du keine Ansprüche an den Pferdehalter hast.

Du stellst deine Schadensansprüche, dein Schmerzensgeld, deinen Arbeitsausfall und evtl. Spätfolgen mit hilfe deines Anwaltes direkt an die Pferdehalterin. Wenn deren Versicherung nicht übernimmt, dann muß sie das selbst tun.

Wer jemandem einen Schaden zufügt ist für diesen Schaden Haftpflichtig, muß diesen also wieder gut machen.

Dazu hat man normalerweise Versicherungen - wenn die Versicherung nicht bezahlt, dann muß der haftende Mensch selbst zahlen.

Kenne dazu einen Fall von einer Autoversicherung - Junger Mann fährt nachts (leicht betrunken) einen Fußgänger an. Die Versicherung verweigert ihm den Schadensausgleich. Der junge Mann zahlt heute (40 Jahre später) immer noch eine Teilrente an den Fußgänger.

Eine Versicherung übernimmt grundsätzlich keine Haftung. Sie zahlt nur (bzw. gibt Deckung), wenn ihr VN in Haftung genommen wird

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@DerHans

Falsch ausgedrückt meinerseits - Sollte eher heisen: Wenn die Versicherung nicht zahlt .....

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