Kann die Lehrerin Dialekt in der Schule verbieten?

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7 Antworten

Wenn eine Lehrerin Eltern aus diesem Grund "zitiert", ist das alles andere als souverän. Das kann man bei einem Gespräch in der Sprechstunde erwähnen. Es ist jedenfalls kein Grund für ein Extra-Gespräch. Dialekt behindert die Leistungen insgesamt kaum. Im Rechtschreiben könnte es zu dialektbedingten Fehlern kommen, was ich aber hinnehmen würde. Entscheidend ist eine ausreichende Begegnung mit dem Hochdeutschen in Form von Büchern und - natürlich - gesprochenem Hochdeutsch. Ich nehme an, die Lehrkraft wird ihren Beitrag dazu leisten. Ach ja, es käme doch niemand auf die Idee, etwa Englisch zu verbieten, weil Probleme in der deutschen Rechtschreibung auftreten könnten. Ein Verbot wäre übrigens höchst albern. Was sollte denn die Lehrerin bei Missachtung des Verbots machen? Jede Sanktion wäre lächerlich.

Sprechstunde ist nur einmal im Jahr. Mir ist es lieber, wenn ich einen Anruf aus der Schule bekomme, wenn irgendwas vorgefallen oder nicht in Ordnung ist, damit ich schnellstmöglich reagieren kann - nicht erst, wenn das "Kind in den Brunnen gefallen" ist!

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Hallo Ratschtante.

Wenn bei euch deswegen die Emotionen hochkochen und da Du schreibst, die Lehrerin hätte die beiden Mütter zu sich zitiert - dann hört sich das für mich so an, als wenn da noch mehr im Busch ist.

Ihr könnt die Lehrerin nicht leiden? Ist sie eine "Zugereiste"?

Wo wohnt ihr, dass der zuhause verstärkt gesprochene Dialekt in der Grundschule schon zu Problemen führt?

Fragen über Fragen - aber auf der Lehrerin, die ihre Arbeit tut, indem sie die beiden Mütter zu einem Gespräch bittet, herumzuhacken, ist m.E. hier der falsche Lösungsweg.

Natürlich müssen die Eltern ihren Teil dazu beitragen, dass die Kinder in der Schule gut mitkommen. Sonst wird das nichts. Lehrer/innen von heute sind keine Pädagog/inn/en (mehr), sondern vor allem Wissensvermittler/innen -- leider.

In unserer Gegend ist es nicht der Dialekt, sondern das Problem ist hier, dass viele Kinder in der ersten Grundschul-Klasse gar kein Deutsch können, weil die zugezogenen russlanddeutschen und irakischen Eltern zuhause mit den Kindern nur Russisch-Kauderwelsch (richtig Russisch können die meisten leider auch nicht mehr) bzw. Arabisch reden. Da hat ne Grundschullehrerin nicht mal die Chance, mit nem einfachen "Herzitieren der Mütter" eine Basis für Kooperation zu schaffen.

Nehmt die Einladung zum Gespräch als Chance. Unterstützt die Lehrerin in ihrem guten Bemühen, euren Kindern was beizubringen, was ihr bisher versäumt habt -- nämlich genügend Hochdeutsch zu sprechen.

Hallo Ulf, da hast du richtig zwischen den Zeilen gelesen, es ist nur die Spitze des Eisbergs unseres Lehrerärgers und wie so oft: der Ton macht die Musik und der war in diesem Fall für die Eltern total daneben. Ich bin als Elternbeirätin diesmal nur indirekt betroffen, aber doch zwischen die Fronten geraten und weiß nicht, wie ich da vermitteln soll.

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Auch wenn ich der Meinung bin, dass Dialekt "dazugehört" und man einem ruhig die Herkunft anhören darf - Hochdeutsch ist ein MUSS!

Kinder, die nicht genug, oder falsches Hochdeutsch sprechen, haben auch Probleme mit der Rechtschreibung!

Ich komme aus dem Saarland (ganz übler Dialekt) und habe mit meinem großen Sohn auch immer Dialekt gesprochen. Wenn wir zusammen ein Bilderbuch angeschaut haben, bin ich aber (wohl aus Routine, ich bin Erzieherin) zum Hochdeutschen gewechselt. So wuchs er ganz selbstverständlich mit beidem auf!

Jetzt wohnen wir in Hessen, mein Großer hat sich ohne Probleme ans Hochdeutsche gewöhnt und der Kleine wächst auch nur mit Hochdeutsch auf, da ich des Hessischen nicht wirklich mächtig bin!

Ich kann die Mütter, die sich wohl auch persönlich angegriffen fühlen, sehr wohl verstehen - gebe aber der Lehrerin Recht!

Wer kein richtiges Deutsch sprechen kann, kann auch nicht richtig schreiben - das Ergebnis sieht man auch hier leider immer wieder!

Wie wahr ! Schleicht sich bereits bei Presse, Radio und Fernsehen ein. Bei letzteren geht der Mensch nicht mehr, er laueft. Alle Menschen sind "gross", frueher war's mal lang, wenn es um die Koerpergroesse ging. Denn Grosse gibts nur sehr wenige...

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Ich glaube schon, daß eine Lehrerin in der Schule Dialekt verbieten kann. In der Schule wird Hochdeutsch gelehrt und wahrscheinlich hoffentlich auch gesprochen. Alles andere gilt als Heimatkunde und gehört woanders hin. Unsere Schülen können heute eh oft kaum Deutsch richtig schreiben, weil viele Dialekt sprechen oder die Comicsprache verwenden.

Wenn ein Kind nur Dialekt kann, wie will man denn den dann auf die Schnelle verbieten? Klappe halten? Umerziehung?

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Grundsätzlich begrüße ich es wenn Kinder die unterschiedlichen deutschen Dialekte lernen.
Leider verschwinden sie aber immer mehr. Statt dessen wird falsches Hochdeutsch mit jeder Menge Anglizismen gesprochen.
Die Lehrerin sollte tun wofür sie bezahlt wird - die Kinder gut unterrichten. Dann lernen die auch Hochdeutsch.

hier in Bayern sprechen auch viele ihr Dialekt, und in der Schule ist dann das Geschrei groß, wenn die Noten schlecht ausfallen, weil viele der Kinder so schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Dialekt hörst sich zwar witzig an, aber er wird im späteren Berufsleben sicher sehr hinderlich sein; es sei, man wird Komiker

Warum sollte ein gepflegter Dialekt im Berufsleben hinderlich sein? Ich glaube nicht das man es z.B.in Bayern in die CSU Spitze schafft ohne Dialekt zu sprechen.

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@Abigail

Wenn man - neben Hochdeutsch - auch einen gepflegten Dialekt spricht ist dagegen ja nix zu sagen. Problematisch wirds erst, wenn man NUR den Dialekt spricht und sich deswegen Fehler "einschleichen", die man selbst gar nicht bemerkt!

Auf einer anderen Internet-Plattform gibts es z.B. eine angehende Deutschlehrerin, die wo als einzigste denkt, damit sie gut Deutsch kann

mir läufts jedesmal eiskalt über den Rücken, wenn ich sowas lese

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An staatlichen Schulen in Deutschland gilt Hochdeutsch als Unterrichtssprache für alle - egal ob Bayer, Türke oder ...

Gegen eine landsmannschaftliche "Färbung" der Sprache ist sicher nichts einzuwenden, aber wer wirklich "dicken" Dialekt spricht, der hat schlicht keine Chance auf eine erfolgreiche "Schulkarriere", weil er dann weder die Rechtschreibung, noch die Grammatik beherrscht.

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