Kann die Evolution denken?

15 Antworten

Sagen wir so: Es kann einem beinahe so vorkommen, als wäre die Evolution eine "denkende", "bewusst handelnde" Kraft. Die Wunder der Natur, die immer wieder hervorgebracht wurden und werden, sind für den menschlichen Verstand zum Teil unbegreiflich. Das dem zugrundeliegende Zufallsprinzip erscheint uns deshalb auf den ersten Blick so abwegig, dass man kaum umhin kann, als zuerst einmal an eine übergeordnete Macht zu glauben, wenn man sich mit der Evolution beschäftigt.

Aus religiösen Lagern liest und hört man immer wieder bestimmte Vergleiche: Die Wahrscheinlichkeit, dass das Leben in so einer Komplexität allein durch den Zufall hervorgebracht wurde, ist ungefähr vergleichbar, als wenn ein Wirbelsturm über einen Schrottplatz fegt, alle herumliegenden Teile so zusammenwirbeld, sodass eine komplett flugfertige (und betankte!) Boing-747 dabei zusammengesetzt wird. So plastisch dieses Beispiel auch sein mag, es ist ist bloße Polemik. Evolution ist ein Prozess, der durch nichts anderes vollzogen wird als durch Vererbung. Dabei spielen in erster Linie natürlich Gene, also die DNS eine Rolle. Aber auch Verhalten kann von einer Generation auf die andere Vererbt werden, wir sprechen dann von Instinkten. WIE GENAU das alles nun im Detail abläuft, ist Gegenstand vieler Studien und häufiger Diskussionen. Nur DASS es so abläuft, steht als Tatsache fest.

Jedes Lebewesen hat das Ziel, seine Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Die Nachkommen haben nun auch dann, wenn sie sich untereinander sehr ähnlich sind, alle ganz spezifische Eigenschaften: Manche sind größer, andere kleiner, manche haben eine andere Fell- oder Feder- oder Blattfarbe als ihre Geschwister und es können auch Veränderungen auftreten, die man zunächst als Krankheit oder Fehlbildung einstufen könnte. Die DNS ist somit nicht bei allen Nachkommen eines Elternpaares zu 100% identisch, sondern nur zu 99,99999999% oder weniger. Diese winzige Veränderung hat dann im Laufe der Zeit (wir sprechen über Jahrmillionen!) dann drastische Auswirkungen.

Das Zauberwort für den Vollzug der Evolution ist nun Veränderung: Unser Planet ändert sich  im Laufe der Zeit ständig. Kontinente verschieben sich, der Meeresspiegel steigt und sinkt, Gebirge heben sich und werden durch die Elemente wieder abgetragen, Flüsse verändern ihren Lauf oder versanden, das Klima wird mal milder, mal extremer, mal trockener, mal feuchter, mal heißer, mal kälter. Dies alles sind sogenennte Selektionsfaktoren, die auf jedes einzelne Lebewesen auf der Erde wirken. Die Selektion (natürliche Auslese) ist also gewissermaßen der "Motor" der Evolutuion.

Wie oben bereits gesagt, ist jedes Individuum einer Spezies auf seine ganz eigene Weise einzigartig. Je nach seinen individuellen Fähigkeiten und seiner Beschaffenheit zieht es nun aus Veränderungen der Umwelt einen Vorteil oder erlebt einen Nachteil. Ist es während der Lebenszeit einer Generation also mehrere Winter lang besonders kalt und eisig, überleben dies vor allem die Individuen, die recht groß sind und eine isolierende Körperbehaarung, Fettschicht oder sonstige Anpassungen haben. Kleinere, schmächtigere und sehr viel Energie verbrauchende Individuen sterben jedoch, sie können sich also nicht bzw. nicht so häfig fortpflanzen wie die besser angepassten Individuen - umgekehrt wären diese nun während einer länger andauernden Wärmeperiode bevorzugt worden und hätten einfach gesagt einen Vorteil gegenüber den "dickeren" Individuen erleben können.. Auf lange Sicht betachtet bedeutet das, dass sich die Eigenschaften der besser angepassten Individuen weitervererben und immer weiter perfektionieren. Bis sich dann die Umgebung wieder verändert und wieder andere Eigenschaften bevorzugt werden - und das hat dann die Veränderung der Arten zufolge.

Es ist also kein Denkprozess, der das ganze auslöst, sondern ein ganz natürlicher Vorgang, der das Leben auf der Erde stabilisiert und erhält. Nur ist das ganze so unheimlich komplex, dass der menschliche Verstand Vereinfachungen gebrauchen muss, um diesen Prozess zu erklären.

Evolutionäre Anpassung ist ein passiver Vorgang, der weder von den Lebewesen noch von einem übergeordneten Prinzip aktiv geplant wird.

Ob ein Lebewesen lange geng überlebt, um sich zu reproduzieren, hängt zum größten Teil von seinen angeborenen Merkmalen ab. Diese Merkmale variieren zwischen Mitgliedern der gleichen Art durch zufällige und ungerichtete Mutationen.

Daraus folgt, dass manche Individuen erblich bedingt besser überleben und sich fortpflanzen als andere. Im Durchschnitt haben solche Individuen mehr Nachkommen als andere. Ein Teil der Nachkommen wird die vorteilhaften ihrer Eltern erben und wiederum einen größeren Fortpflanzungserfolg haben als ihre Konkurrenten.

Über viele Generationen hinweg werden sich dadurch vorteilhafte Merkmale in der Population durchsetzen, während schädliche Merkmale verdrängt werden.

Das ist die wesentliche Wirkungsweise der Evolution, auch wenn es noch zahlreiche andere Faktoren und Aspekte gibt, die ich hier nicht erwähnt habe.

"Denkt sich die Evolution z.B. ich müsste dem Tier mal eine andere Farbe verpassen,"

Nein. Der Selektionsdruck wirkt nicht auf die möglichen "zukünftig" nützlichen  Eigenschaften von Individuen (die noch nicht existieren), sondern nur auf die aktuellen Eigenschaften der Individuen (die existieren).

Als erfolgreiches Inndiviuum kann man das Individuum ansehen, welches zum Erhalt der Spezies mit seinen Eigenschaften am meisten beiträgt.

Genau dieses Individuum genießt je nach Spezie unterschiedlichste "Privilegien". Das üblichste Privileg ist ein langes Leben. Noch besser für die Spezie ist es, so lange zu Leben, bis man sich fortgepflanzt hat. Noch viel besser ist es, wenn man Zeit hat, seine Nachkommen darüber zu unterrichten, was zum Leben wichtig ist.

"oder bestimmen die Tiere selber die Richtung ihrer eigenen Evolution?"

Jein. Tiere haben Entscheidungsmöglichkeiten. Insofern haben Tiere sicherlich Einfluss auf den Verlauf ihrer Evolution. Aber das Maß an Einfluss hängt meistens davon ab, in welcher Form und Intensität sie Einfluss auf ihre Umwelt nehmen und nehmen können. Denn die Umwelt bestimmt den Selektionsdruck.

Wenn wir als Menschen entscheiden, natürliche Fressfeinde auszurotten oder Wüstenregionen durch Bewässerung bewohnbar zu machen oder unsere Wege zu aspfaltieren, damit wir nicht über Steine stolpern, dann haben wir Einfluss genommen auf den Verlauf der Evolution. Aber diese Einflussmöglichkeit resultiert aus der Eigenschaft der Intelligenz unserer Spezie. Anscheinend ist Intelligenz für uns eine ziemlich nützliche Eigenschaft im Kontext der Evolution.

Dass wir als Menschen zwar Einfluss nehmen, und lokal und kurzfristig möglicherweise Vorteile haben ist sicherlich nachweisbar. Tatsächlich ist es aber so, dass wir noch nicht sehr gut abschätzen können, welchen globalen und langfristigen Effekt unsere Einflussnahme hat. Und nur diese Effekte zählen am Ende. Das liegt einfach daran, dass wir unsere Einflussnahme nicht isoliert betrachten können, sondern uns in einem Netz von Interdependenzen bewegen.

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