Kann Diazepam (Valium) eine gegenteilige Wirkung hervorrufen?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Hersteller gibt bei der Auflistung der möglichen Nebenwirkungen "paradoxe Reaktionen" an und als Beispiel nur akute Erregungszustände und Wutanfälle an. Also ist Deine Frage zu bejahen.Reversible Sehstörungen werden als Nebenwirkung angegeben.

Nein, mit Sicherheit nicht so massiv, wie du es hier schilderst. Solche Nebenwirkungen sind eher auf ein Neroleptikum zurück zu führen. Da es dich jedoch nicht persönlich zu treffen scheint, erlaube mir bitte die Frage, warum du deine Therap. darauf angesprochen hast? Hier scheint es doch eher um eine Nebenwirkung eines Mitpat. gegangen zu sein, dem du womöglich durch deine Frage helfen wolltest. Das dir die Therap. dann sagt, dass du deren Kapazitäten sprengst, weil diese ja an ihre Schweigepflicht gebunden sind, kann ich zwar verstehen, habe dafür aber dann doch zuwenig Hintergrundwissen. Doch alleine von dem Med. Diazepam auf keinen Fall.

ich glaube Du hast mein Kommentar sehr wohl falsch verstanden. Aber trotzdem nett von Dir, daß Du so ein Verständnis aufbringst. Wenn ich schreibe, daß ich keinerlei Drogen konsumiere, schließt das nicht aus, daß ich dieses Medikament bekam.

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Auf jedenfall gibt es "paradoxe Reaktionen" unter Benzudiazepinen (dazu gehören zB Lorazepam[Tavor, Diazepam[Valium] etc). Diesen sollen vorallem bei Personen mit einer "Vorschädigung des Gehirn" auftreten (sehr schwammiger Begriff). In der Praxis heisst dies, man ist mit diesen Medikamenten besonders vorsichtig - oder besser meidet diese Medikamente - bei Personen mit Demenz-Syndromen (Alzheimer, Korsakow...) evtl auch bei Menschen mit geistiger Behginderung(?). Ansonsten werden diese Meds gut vertragen (natürlich in Abhängigkeit von der Dosis), aber es gibt in der Medizin nichts, was es nicht gibt, also könnten paradoxe Wirkungen auch bei allen anderen vorkommen, dann aber extrem selten. Paradoxe Wirkung ist dann nicht Entspannung, Anxiolyse und Müdigkeit, sondern Unruhe, Ängste und Erregungszustände. Es wird noch diskutiert, ob diese Meds bei Menschen mit einer akuten Manie enthemmend wirken, habe ich aber selber noch nicht so direkt erlebt. Ansonsten gehören diese Meds - richtig angewendt - zu den sehr sicheren Psychopharmaka (Aufkeinenfall sollten aber in der regel Menschen mit einer aktuellen oder ehemaligen Abhängigkeitserkrankung bzw. Personen mit Panikattacken und Agoraphobie damit behandelt werden (da gibts aber gewisse Außnahmen, z.B. Alkoholentzug...)

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