Kann der Vorwurf Kinderpornos ein Leben zerstören?

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13 Antworten

Hallo,

um sofort auf deine konkrete Frage am Schluss zu antworten, wie eine falsche Verurteilung im Bereich Kipo sich auf mein Leben auswirken würde: so spontan kann ich es dir nicht sagen, aber es wäre mir sicher äußerst unangenehm.

Es käme auf meine Lebenssituation an und darauf, wie viele und vor allem welche Menschen von diesem Urteil erfahren hätten. Und dann, wie sie darauf reagiert hätten.

Mal als Beispiel: wenn meine Nachbarn, meine Freunde und meine Familie mich zu unrecht dann als Pädophilen angesehen hätten, hätte das sicher schlimme Auswirkungen auf mein Leben gehabt.

Wenn fast niemand davon erfahren hätte, wäre es wahrscheinlich nicht so schlimm gewesen. Also bei mir wäre es stark davon abhängig gewesen, wer davon gewusst hätte und wie die Reaktionen darauf gewesen wären. Auch, ob man mir geglaubt hätte oder nicht.

An deiner Geschichte kann man gut erkennen, wie stark ein sozialer Druck und ein soziales Stigma sich auf das Leben auswirken können, selbst wenn das Stigma sich "nur" im eigenen Kopf ausdrückt.

Ich habe schon öfter über Fehlurteile gelesen, und da nur bei Fehlurteilen, die nach Jahren, manchmal vielen Jahren korrigiert worden sind. Es gibt Menschen, die unschuldig jahrelang im Knast gesessen haben.

Ich bin sicher, dass die Dunkelziffer der Fehlurteile, also derjenigen, die nie entdeckt, bewiesen und korrigiert werden konnten, höher ist als wir uns vorstellen.

Bei den unschuldig Verurteilten war eine Sache am wichtigsten: das Aussprechen der Bitte um Entschuldigung, dass sich der Richter oder das Gericht für das Fehlurteil entschuldigt, das Zugeben eines Fehlers.

Es war nicht die Höhe einer finanziellen Entschädigung, sondern "nur" ein paar einfache Worte wie: es tut mir leid, das hätte nicht geschehen dürfen, ich (oder stellvertretend wir) haben einen Fehler gemacht.

Und genau das geschieht äußerst selten, sowohl als Institution, als auch von der Person des Richters. Weder Institutionen noch Menschen wollen Fehler eingestehen (besonders Gerichte).

Wenn die unschuldig Verurteilten die Wahl gehabt hätten, entweder eine hohe finanzielle Entschädigung oder eine offiziele, öffentliche Entschuldigung zu bekommen, hätten die meisten die Entschuldigung gewählt!

(Moralisch richtig wäre meiner Meinung nach natürlich beides: eine Entschuldigung und eine Entschädigung.)

Von daher kann ich mir vorstellen, dass man über ein Fehlurteil, besonders in dem Zusammenhang, nur schwer wegkommen kann.

Nun zu dem psychischen Aspekt dieser Sache. Du hast ja noch viele Lebensjahre vor dir. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass du dir wieder ein schönes Leben erarbeitest und dir dabei helfen lässt.

Wie ich sehe, hast du dich heute hier angemeldet.
Herzlich willkommen bei GF!

Die Tatsache, dass du uns diese Frage gestellt hast, sehe ich als einen symbolischen Anfang, dass du dein Leben in eine posltive Richtung wenden möchtest. Du wirst die Sache verarbeiten können, indem du darüber mit jemandem reden kannst, der dich nicht verurteilt und der dir menschlich und wohlwollend begegnet.

Dazu würde ich mich an einen Therapeuten wenden. Auf Internetplattformen bist du zwar anonym oder pseudonym, aber es wird immer Leute geben, die negativ reagieren, dir Vorwürfe machen oder dir sagen, wenn du verurteilt worden bist, wird schon was dran gewesen sein usw.

Dieses "negative Rauschen" wird dir bei einer Verarbeitung nur hinderlich sein..

Wende dich an jemanden, der der beruflichen Schweigepflicht untersteht und lass dir helfen, die Sache zu verarbeiten, damit du wieder ein normales, gutes Leben führen kannst.

Ich bin sicher, dass das möglich ist und wünsche dir dabei alles Gute.

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Ich gehe mal davon aus, dass die Geldstrafe inzwischen aus deinem Führungszeugnis gelöscht wurde. Von daher hast du von dieser Seite keine Nachteile zu erwarten.

Problematischer ist das Gerede der Leute, sofern dein "Vergehen" bekannt geworden ist. Dieses Getratsche hängt dir in der Nachbarschaft oft das Leben lang nach. Da würde nur ein Umzug helfen.

Wenn wirklich nichts gefunden wurde und du auch keinen Versuch gestartet hattest und es da keine einschlägigen Vorerfahrungen bei dir gab, hattest du wohl nicht den richtigen Anwalt gewählt.

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Deine Frage berührt meines Erachtens zwei unterschiedliche Bereiche:

1. Recht und Gerechtigkeit

2. Deine Psyche

ZU 1.:

Du wurdest wegen versuchtem Erwerb von kinderpornographischem Material verurteilt? Und Du bist wirklich unschuldig?

Warum hast Du dann nicht Berufung/Revision gegen das Urteil eingelegt und für Deine Unschuld gekämpft? Weil es nur eine Geldstrafe war? Ich denke, Du mußt nun eine Entscheidung treffen:

Entweder Du findest Dich damit ab und lebst mit diesem Urteil - wenn Du unschuldig warst bzw. bist, nun dann kann Dir diese Ungerechtigkeit eigentlich egal sein. IM Führungszeugnis dürfte ja nichts mehr erscheinen, und ein Berufsverbot o.ä. hast Du nicht bekommen....und ungerechte Urteile gibt es jeden Tag.

Wenn der Vorwurf allerdings stimmte und das Urteil die Wahrheit - ganz oder tlw. - wiedergibt, nun dann solltest Du Dich diesem Problem stellen und versuchen, zu Dir selbst ehrlich zu sein. Ich denke, dies ist der einzige Weg, damit fertig zu werden - die Wahrheit zählt, so oder so, Du mußt Dich dem stellen. 

ZU 2.:

Damit kommen wir zur psychologischen Seite: Es ist immer schwer, mit SCHULD umzugehen.

Auch hier gilt: Wenn Du unschuldig warst/bist, nun dann sollte Dir das Urteil eigentlich NICHT MEHR zusetzen - DU weißt doch, das Du unschuldig bist, oder nicht? Also dann, lass das endlich hinter Dir und schau nach vorn.

Wenn Du schuldig im Sinne der Anklage warst/bist, dann solltest Du zunächst Dir selbst eingestehen, dass es dieses Problem gab/gibt und für Dich entscheiden, wie Du damit umgehst. Du mußt Dich diesem Problem stellen und entscheiden, wie Du zu dieser Neigung stehst - wenn es eine solche Neigung gibt. Es kann sein, das eine Therapie sinnvoll ist, entweder um den Umgang mit Schuld zu lernen oder um das Problem Pädophilie kontrollieren zu können, sofern das möglich ist.

Hilfe könnte u.a. das Konzept der Nächstenliebe sein - wenn Nächstenliebe stärker ist als Selbstliebe, dann findet man aus sich selbst die Kraft, eigene Wünsche und Neigungen zu beherrschen, die Dritten schaden würden - ganz allgemein, nicht nur im Hinblick auf Sexualität.

Bitte meine Antwort richtig verstehen: Ich dokumentiere hier NICHT mein Vor-Urteil Deiner Person, kann ich ja nicht, ich kenne Dich nicht und auch das damaligen Urteil nebst Ermittlungsergebnisse kenne ich nicht.

Dies sollen Denkanstöße sein....

cheerio

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Hängt von den eigenen Lebensumständen ab.

Für einen Dachdecker und Junggesellen wirkt es sich sich sicher anders aus als für einen verheirateten Lehrer mit Familie.

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So lange nix im Führungszeugnis steht, du beruflich nicht gehandicapt bist, kann es dir doch egal sein, was dir dein Staat so alles attestiert.

Dass du nicht in Berufung gegangen bist, war natürlich ein großer Fehler, so du denn wirklich unschuldig bist.

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Wie wäre es mit einer Therapie, wenn du daran zugrunde gehst oder gegangen bist?

Das Urteil an sich würde mich persönlich sehr ärgern. Aber wenn keine Begleiterscheinungen, wie Kündigung, Zusammenfall der sozialen Kontakte eintreten würde, hätte ich mich denke ich nach ein paar Wochen wieder eingekriegt.

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Was der Staat von mir denkt wäre mir Jacke wie Hose, erst wenn es Schriftlich irgendwo zu lesen ist, wäre ich dagegen angegangen. Warum hast du nicht vor 10 Jahren ein Anwalt um Rat gebeten? Wenn die Sachlage so ist, wie du sie beschreibst muss da ja was möglich gewesen sein. Woher kam der Verdacht? Wenn der Richter keine Beweise hatte kann er dich auch nicht verurteilen 

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Klar das ist nicht schön. Wenn man weiß, dass es nicht so war, sollte man aber mal wieder anfangen zu leben.

Ich meine, es bringt absolut nichts in der Vergangenheit zu leben, egal was vorgefallen ist. Es macht dich nicht glücklicher und fröhlicher. Also einfach mal damit aufhören und wieder leben.

Die Verurteilung sieht dir ja auch kein Mensch an.

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Mein erster Gedanke:

Oh, da hat jemand wieder einen Grund gesucht warum er sein Leben nicht auf die Reihe bringt.

Warum soll ein einziger (sehr begrenzter) Umstand meine gesamte Lebensführung über den Zeitraum von zehn Jahren beeinflussen? Ist das nicht eine dumme Ausrede um von eigener vielfältiger Schuld abzulenken?

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Du hast ja selbst schuld, wieso bist du nicht in Berufung gegangen, wenn es so eindeutig war! Klar, verurteilte mit solch einem Urteil soll auch das Gewissen plagen. Ich hab da kein Mitleid!

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Warum hast du denn bezahlt? Du hättest jederzeit Widerspruch gegen den Strafbefehl einlegen und ein Urteil verlangen können. Selbst schuld, wenn du kleinbei gibst.

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Ich weiß es nicht genau aber wenn die Tagessätze der Geldstrafe unter 120 oder so sind, dann bist du nicht vorbestraft. Das ist so wie wenn du dann eine Geldstrafe wegen zu schnellem Fahren erhältst. Die hat auch schonmal jeder bekommen und man ist nicht gleich vorbestraft und es steht im Führungszeugnis :D .

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Hallo,

das würde denke ich nur Probleme für dein Berufliches Leben haben.
Sofern Geschäftsführer dir die Chance geben es zu erklären, sehe ich da kein großes Problem.

Du hast nichts zu befürchten, solange du nichts zu verbergen hast.

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Kommentar von Hoegaard
03.03.2017, 05:47

Wie sollen solche Probleme auftreten- nach zehn Jahren ist das doch im Führungszeugnis nicht mehr enthalten

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