Kann der Verwalter einen Zustellungsbevollmächtigter in D verlangen?

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3 Antworten

Nur, wenn es im Verwaltervertrag vereinbart wurde oder in der Gemeinschaftsordnung (im Volksmund auch Teilungserklärung genannt) bestimmt ist.

Ansonsten gibt es keine Bestimmung im Wohnungseigentumsgesetz, die vorschreibt, dass man eine Postanschrift in Deutschland haben müsste, geschweige den einen Zustellungsbevollmächtigten.

Was aber gar nicht zulässig ist, ist die Versendung von Unterlagen per E-Mail, weil hier der Nachweis fehlt. Aber das ist letztlich das Problem des Verwalters. Wenn Du aber die Unterlagen nicht per E-Mail wünscht, muss er dir die Unterlagen selbstverständlich mit der Post schicken.

KoratCat 21.07.2011, 21:53

So weit schon logisch: Der Verwalter kann nicht von sich aus einfach zwecks Reduzierung seiner Portoausgaben auf Emailzusendung umstellen. Eine Online-Verwaltung müsste von der Eigentümergemeinschaft beschlossen und im Verwaltervertrag fixiert werden. Der Verwalter kann jedoch nicht einfach von einem Eigentümer verlangen, einen Postempfangsbevollmächtigten in D zu bestellen, wenn der Eigentümer mit Emailzusendung einverstanden ist. Der Verwalter müsste ansonsten an die bekannte Auslandsanschrift senden. Das verweigert er im vorliegenden Fall, da er die Portomehrkosten extra abrechnen müsste, und ausserdem der Postversand in das asiatische Ausland als unzuverlässig gilt. Also unterbleibt die Korrespondenz ganz - ausser Beschwerden über das Abstimmungsverhalten des für die Versammlung bevollmächtigten Miteigentümers.

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ja sicher.

also es ist ja auch normal, der verwalter ist ja in keinster weise gezwungen post ins ausland zu verschicken, und per mail sowieso nicht.

also du musst das ganze halt mal aus sicht des verwalters sehen.

das zustellen per mail anhang war eine gefälligkeit bisher.

stellt sich die Frage wer schickanieren will.

KoratCat 06.07.2011, 06:26

Leider nicht hilfreich!

Habe aber inzwischen herausgefunden, dass es im Gesetz keine Regelung dazu gibt, weder zu der Versendungsform Brief oder Email. Auch Rechtsprechung dazu konnte nicht gefunden werden. Es liegt jedoch in der Kompetenz der Wohnungseigentümergemeinschaft, darüber zu entscheiden. Online-Verwaltungen sind in Deutschland nicht unbekannt.

Ähnlich verhält es sich mit der Forderung nach Bennennung eines Postempfangsbevollmächtigten: keine Regelung im Gesetz, aber die Eigentümergemeinschaft kann so etwas beschließen. Der Verwalter hingegen kann es nicht!

Ein Verstoß gegen das Schikaneverbot im § 226 BGB durch den Verwalter kann jedoch vorliegen, wenn er auf einmal von bisher praktizierter Versendungsart abweicht. Siehe Gewohnheitsrecht!

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