Kann der Vermieter unangkündigt Wartungen veranlassen und mir die Kosten in Rechnung stellen?

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4 Antworten

Kann der Vermieter unangkündigt Wartungen veranlassen und mir die Kosten in Rechnung stellen?

Ja kann er, sofern mietvertraglich vereinbart und oder auf die Betriebskostenverordnung § 2 hingewiesen wird; allerdings kann er das nur in der Nebenkostenabrechnung geltend machen; er muss erst mal in Vorleistung gehen.

Nun ist die Rechnung mehr als doppelt so hoch, als von dem UNternehmen welches ich immer beauftragt hatte.

Ist das vertraglich vereinbart, dass Du Dich darum kümmern musst/ darfst?

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Kommentar von bwhoch2
06.11.2015, 09:10

@johnnymcmuff: Leider muss ich Dir widersprechen. Ich kenne einen Fall und das überraschende Urteil habe ich vorliegen und ich schüttle immer noch den Kopf.

Ein Mieter eines Einfamilienhauses hat zugesagt, die Ölheizung einmal jährlich warten zu lassen. Also er kümmert sich selbst darum. Als irgendwann die Heizung ausfiel, stellte sich heraus, dass es an einer kleinen verstopften Düse lag, die normalerweise bei einer Wartung immer ausgetauscht wird. Es war klar, dass die Wartung nicht durchgeführt worden war. Natürlich verweigerte der Mieter die Übernahme der Reparaturkosten. So etwas gehört schließlich auch nicht zu Kleinreparaturen.

Um künftig vor solchen Reparaturen sicher zu sein, schloss daraufhin der Vermieter einen Wartungsvertrag mit einem Heizungsbauer ab. Der Mieter weigerte sich aber, die jährliche Pauschale dafür zu bezahlen. Obwohl im Mietvertrag ausdrücklich unter den Betriebskosten aufgeführt und obwohl der Mieter nicht nachweisen konnte, dass er in 5 Jahren jemals die Heizung hat warten lassen (lediglich Behauptungen) und obwohl die Reparatur aufgrund mangelhafter Wartung erforderlich wurde, urteilte das Gericht, dass der Mieter lediglich selbst für die Wartung zu sorgen und diese ggf. nachzuweisen hat, nicht aber einen Wartungsvertrag durch den Vermieter bzw. dessen Kosten akzeptieren muss.

Meine Meinung: Bei Heizungsanlagen und Thermen, die einen Haufen Geld kosten und von denen Mieter selbstverständlich erwarten, dass sie immer zuverlässig und sauber funktionieren, also auch bei fälligen Reparaturen einzustehen haben, sollte es selbstverständlich sein, dass sich der Vermieter auch um die Wartung kümmert und die Kosten dafür umlegen kann. Alles andere ist letztlich für die Katz und bringt nur die teuren Anlagen in Gefahr.

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Es gilt der Vertragstext.  Nun gilt: Wer bestellt bezahlt. Du bräuchtest u.U. nur den Betrag zahlen, den du bisher gezahlt hast bei Selbstbeauftragung.

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Hallo,

Vermieter sind grundsätzlich dazu verpflichtet, die Betriebskosten möglichst niedrig zu halten. Das hängt aber auch vom Wohnstandard ab. Beauftragt der Vermieter für jährliche Messungen einen Ablesedienst, können Mieter den Vermieter dazu auffordern Vergleichsangebote von günstigeren Anbietern zu finden. Denn der Vermieter ist verpflichtet wirtschaftlich zu handeln. www.immobilien-einblick.de/betriebskosten

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Kommentar von Gerhart
06.11.2015, 08:31

Ein Ablesedienst ist keine Heizungswartung > als Beispiel also ungeeignet. Es gibt real Unterschiede in Preisen der Thermenwartung. 100% würde bedeuten 70€ min. 140€max. 

Da scheint es um Gefälligkeitsaufträge zu gehen.

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Kommentar von ChristianLE
06.11.2015, 08:34

Beauftragt der Vermieter für jährliche Messungen einen Ablesedienst, können Mieter den Vermieter dazu auffordern Vergleichsangebote von günstigeren Anbietern zu finden.

Die von Dir verlinkte Seite ist wieder das beste Beispiel dafür, dass man nicht alles glauben sollte, was im Internet steht.

Der Vermieter ist grundsätzlich niemals dazu verpflichtet, irgendwelche Vergleichsangebote vorzulegen und ggfs. noch den günstigsten Anbieter zu wählen.

Vielmehr muss der Mieter hier ein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot nachweisen. Ergo muss der Mieter entsprechende Vergleichsangebote vorlegen, die erheblich günstiger sind, bzw. ein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot nachweisen.

Wenn ich mir den Rest dieser Seite lese, stellen sich mir alle Haare auf. Wie kann man denn so einen Müll publizieren?

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Das hängt von dem Mietvertrag ab. GANZ wichtig: Der Bundesgerichtshof hat hierzu entsprechende Höchstkosten veranschlagt die monatlich und aufs Jahr gesehen einen gewissen Betrag nicht überschreiten darf. Hier wird monatlich und jährlich differenziert.

Der Vermieter muss mit einer angemessenen Frist die Wartung ankündigen - unangeküdnigt geht das nicht. Sie haben RECHTE als Mieter und die sind in Deutschland sehr großzügig.

Außerdem Achtung bei möglichen Energetischen Sanierungen, dann kann eine Mieterhöhung drohen und die liegt dann gerne mal bei über 20%....

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Kommentar von ChristianLE
05.11.2015, 21:13
Der Bundesgerichtshof hat hierzu entsprechende Höchstkosten veranschlagt die monatlich und aufs Jahr gesehen einen gewissen Betrag nicht überschreiten darf.

Hier werden gerade Äpfel mit Birnen verglichen. Was hat die vertragliche Abwälzung von Kleinstreparaturen mit der Umlage einer Thermenwartung zu tun?

Außerdem Achtung bei möglichen Energetischen Sanierungen, dann kann eine Mieterhöhung drohen und die liegt dann gerne mal bei über 20%....

HIer geht es um Wartungen und nicht um Modernisierungen im Sinne des § 555b BGB.

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