kann der Vermieter fristlos kündigen wegen Mietrückstand?

6 Antworten

Hier sollte erst einmal geprüft werden, wie hoch der Mietrückstand ist. Wenn der Rückstand mindestens zwei Monatsmieten (eine Monatsmiete + 1 Cent reicht möglicherweise auch schon) beträgt, ist die Sache eindeutig.

Hier kann eine fristlose Kündigung erfolgen.


 Kann der Vermieter jetzt seinen Mieter auf die Straße setzen?

Das kann nur der Gerichtsvollzieher. Wenn der Mieter nach Ablauf der gesetzten Frist von 4 Wochen nicht auszieht, wird vermutlich eine Räumungsklage eingeleitet.

Im Übrigen ist eine Behinderung auch kein Grund, um eine fristlose Kündigung herumzukommen. Ein Widerspruch gegen eine außerordentliche fristlose Kündigung ist gemäß § 574 BGB auch nicht möglich.

Die einzige Option wäre es, die Mietrückstände zu begleichen. Dann wäre diese Kündigung hinfällig.


Auf Grund Arbeitslosigkeit wurden vom Jobcenter nur die angemessene Miete an den Arbeitslosen überwiesen, sodass dieser nicht mehr die volle Miete an den Vermieter bezahlen konnte.

Hierfür habe ich im Übrigen kein Verständnis. Warum hat man sich nicht schon vorzeitig nach einer neuen Wohnung umgesehen, bzw. das Gespräch mit dem Vermieter gesucht?

Das scheint ja offensichtlich ein paar Monate so gelaufen zu sein.


Es wurde nach einer neuen Wohnung gesucht, aber wie schon gesagt, keine gefunden, welche vom Jobcenter genehmigt wurde. Der Vermieter war nicht gesprächsbereit.

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Aus mietrechtlicher Sicht spielt es keine Rolle, warum die Miete nicht oder nicht in voller Höhe bezahlt wurde. Sobald der Mietrückstand mehr als 2 Monatsmieten beträgt darf gekündigt werden. Auch muss sich der Vermieter nicht gesprächsbereit zeigen, selbst wenn es aus menschlicher Sicht schön wäre. Er hat selbst laufende Kosten zu bezahlen und - bitte nicht persönlich nehmen - bei einem Arbeitslosen mit 100% Schwerbehinderung hat er vermutlich auch keine Hoffnung, dass die Miete jemals wieder in voller Höhe bezahlt werden kann oder er die Mietrückstände jemals bekommt.

Wenn keine passende Wohnung gefunden wird, die vom Jobcenter bezahlt wird, dann muss man sich an die Stadt/Gemeinde wenden, weil man von Obdachlosigkeit bedroht ist. Dort besteht die Pflicht, einem Betroffenen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, wenn er selbst dazu nicht in der Lage ist und ansonsten auf der Straße leben müsste.

... und diese Pflicht könnte die Kommune auch dadurch wahrnehmen, dass sie den gekündigten Mieter in die bestehende Wohnung zwangsweise einweist und somit als Mieter in den Mietvertrag anstelle des ansonsten obdachlosen Bewohners eintritt. Sie wird dann die Miete bezahlen, bis sie eine andere Bleibe gefunden hat. Den Mietrückstand wird sie allerdings nicht bezahlen.

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Warum der Mieter die Miete nicht bzw. nicht vollständige zahlen konnte und das er schwerbehindert ist, tut mietrechtlich nichts zur Sache.

Gemäß BGB § 543 ist der Vermieter zur fristlosen Kündigung berechtigt sobald ein Betrag in Höhe 2 MM offen ist.

Auf die Straße setzen geht nicht. Der Vermieter kann Räumungsklage einreichen. Dann wird der Mieter im E-Fall zwangsgeräumt.

Und wie lange dauert so eine Räumungsklage? 

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@Malavatica

Wenige Wochen bis ein Jahr. Je nach Auslastung des zuständigen Gerichtes.

Kannst Du den Mietrückstand nicht irgend wie zahlen?

Dann wäre zumindest die fristlose Kündigung vom Tisch.

Sofern Dir in den letzten 2 Jahren nicht schon mal aus diesem Grund fristlos gekündigt wurde.

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