Kann der Vermieter eine längere Kündigungsfrist (12 Monate) bei einer möblierten Wohnung verlangen?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Tatsächlich darf der Vermieter einen Kündigungsverzicht, den auch er einzuhalten hätte, für bis zu 45 (!) Monate vereinbaren und ebenso 3 Monatskaltmieten Kaution verlangen.

Wenn eine vorzeitge Kündigung demnach unwirksam ist, braucht man auch keine Rückzahlungsklage vor Ablauf von 6 Monaten nach demnach frühstmöglicher Beendigung des Mietverhältnisses anzustrengen.

Wem die Bedingungen nicht zusagen, muss andere Angeboten suchen. Dass in beiden Fällen Vermieter rar sind, die gerne alle halbe Jahre keine Kosten für Nachmietersuche scheuen oder eine geringere, gar überhaupt keine Mietsicherheitsleistung riskieren, dürftet ihr aber schon selbst herausgefunden haben.

Diese Vorgaben sind üblich und haben mit knappem Wohnungsangebot wenig zu tun -  wenn der Interessent sie ablehnt, nimmt er sich aus dem Bewerberrenen :-(

G imager761

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ralfsh
01.03.2017, 19:09

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort!

Das ich Kündigungsfrist und Mindestmietzeitraum einfach verquickt habe, ist mir jetzt klar. Da habe ich mich versehen, falsch gedacht oder falsch ausgedrückt. ;-)

Problem ist nur, dass man als Studentin auswärtiger Studienorte keinen Platz in einem Studenwohnheim bekommt und auf den freien Wohnungsmarkt angewiesen ist. Wenn  sechsmonatige Praktika oder eine Thesis unterhalb eines Mindestmietzeitraumes liegen, bezahlt man bei bei zwölf Monaten quasi doppelte Miete. Auch Studenten, die aus welchen Gründen auch immer Studienfach und Studienort wechseln wollen, sind "gekniffen".

0

Eine Mindesmietdauer ist keine Kündigungsfrist, das sind zwei verschiedene Dinge. So etwas ist auch völlig rechtens und eigentlich auch ganz normal das soetwas vereinbart wird (rechtlich wäre sogar noch ein längerer Zeitraum als 1 Jahr möglich).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der Vermieter verlangt eine Mindestmietdauer von zwölf Monaten

In Form eines Kündigungsverzichtes ist das möglich und zulässig.

An der Kündigungsfrist für den Mieter ändert das nichts. Nur an dem Zeitpunkt zu oder ab dem erstmals gekündigt werden kann.

Zudem beträgt die Kaution drei Monatsmieten 

Mehr als 3 Kaltmieten sind nicht zulässig.

Meine Tochter benötigt für ein Praktikum eine Wohnung für den Zeitraum von sechs Monaten. 

Wie wäre es dann nach einem möblierten Zimmer zu suchen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du wirfst hier jetzt aber was durcheinander. Die Kündigungsfrist ist das eine. Der Vermieter möchte nur dass man erst nach einem Jahr kündigen kann (dann halt mit der normalen Frist von 3 Monaten). 

Das nennt sich "gegenseitiger Kündigungsverzicht in den ersten 12 Monaten des Mietverhältnisses vereinbaren".

Wenn ihr das nicht möchtet braucht ihr den Vertrag ja nicht unterschreiben bzw das Angebot nicht annehmen.

Der Vermieter darf das zur Bedingung machen und die Beweggründe sind nachvollziehbar. Er hat keine Lust alle paar Wochen wieder einen neuen Mieter zu suchen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Drauf einlassen oder weitersuchen. Ganz einfach. 

Für ein halbes Jahr würde ich auch nicht vermieten wollen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ralfsh
01.03.2017, 18:29

Vielen Dank! Die Frage war aber nicht, was Sie machen würden, sondern ob hier das BGB ausgehebelt werden soll.

0

Solange der Kündigungsverzicht gegenseitig ist, solange ist das ganze rechtens.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?