Kann der Treuhänder bei einem Verbraucherinsolvenzverfahren die Insolvenz/das Erstellen der Schlussliste beliebig lange herauszögern?

1 Antwort

Hallo,

ich will jetzt das Wort "hinauszögern" nicht benutzen, aber der Treuhänder kann sich erstmal beliebig Zeit lassen.

Man findet im Internet Fälle, wo es gar nicht zur Wohlverhaltensphase gekommen ist, weil der Treuhänder gepennt hat. Grundsätzlich gibt es ein Urteil vom BGH, dass einem Schuldner auch dann nach Ablauf der Insolvenz die Restschuldbefreiung zu erteilen ist, auch wenn der Treuhänder mit dem Schlußtermin noch nicht fertig ist.

Erstmal entstehen Dir dadurch keine Nachteile. Sollte sich der Treuhänder aber mehr als 2 Jahre Zeit lassen und Du die Voraussetzungen für das verkürzte Verfahren auf 3 Jahre erfüllen. Dann würde ich mich nach 2 3/4 mal mit dem Insolvenzgericht in Verbindung setzen. Das kann man telefonisch machen. Einfach das Aktenzeichen bereit halten und dann wirst Du mit dem zuständigen Rechtspfleger verbunden.

Ich hab während meiner Insolvenz mit dem Insolvenzgericht sehr gute Erfahrungen gemacht. Mir wurde dort bei Problemen mit dem Treuhänder immer sehr gut geholfen.

Viel Glück

Lieben Dank für Deine ausführliche Antwort.
Das Problem ist, ob eine Verkürzung denkbar ist, kann erst nach Schlusstermin beurteilt werden, da der dickste Gläubiger trotz mehrfacher Aufforderung seine Forderung bisher nicht angemeldet hat. Deshalb die Nervosität.
Aber da kann man ja spätestens nach 2,5 Jahren mal beim Gericht Druck machen, wie Du sagst. Danke für den Tipp.
Zusätzlich weigert sich die Verwalterin, eine Steuererklärung zu erstellen. Auch da kam vom FA noch keine Schätzung, weshalb auch diese Summe noch ein riesiges Fragezeichen ist.

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@DieMoneypenny

Ja, Steuererklärungen machen die Treuhänder auch immer sehr ungern. Ich habe daher immer eine Minimalerklärung ausgefüllt, d.h. nur die Daten aus dem Jahresbericht des Arbeitgebers in die Anlage N eingetragen und der Rest nur die Pauschalen, also keine Angaben. Die Formulare hab ich dann dem Treuhänder zur Unterschrift und Weiterleitung ans FA geschickt. Damit war meine Mitwirkungspflicht erledigt. Eine Erstattung würde sowieso in die Masse gehen. Es blieb dann in seiner Verantwortung, die Erklärung noch zu optimieren. Hat er aber nie gemacht.

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