kann der Ölpreis zusammenbrechen was sind sind die folgen?

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2 Antworten

Wenn der Ölpreis (weiter) stark fällt, dann wird die Ölförderung immer unrentabler. Es stellt sich dann die Frage, wo preislich gesehen eine Bodenbildung aus Angebot und Nachfrage erfolgt.

Gerade beim Öl unterliegt die Preisbildung aber nicht nur marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern hängt insbesondere auch davon ab, in wieweit die OPEC-Staaten den "Anbieterkampf" gegen die USA treiben wollen. Traditionell ist ja ein Großteil des weltweiten Ölangebotes von den OPEC-Ländern gekommen. Diese können verhältnismäßig günstig fördern. In den letzten Jahren sind insbesondere die USA als Ölproduzent mittels Fracking recht stark geworden. Fracking als Fördermethode ist aber teurer als die "klassische" Förderung.

Was nun aktuell passiert: die OPEC-Staaten halten ihre Fördermengen aufrecht trotz schwächelnder Marktnachfrage, lassen damit den Preis fallen, und spekulieren darauf, dass insbesondere die USA mit ihrem Fracking keinen Gewinn mehr machen. Das ist also so etwas wie ein Wirtschaftskrieg. Oder anders betrachtet: die OPEC-Staaten kämpfen um ihre einzige wirkliche Einnahmequelle und nehmen dabei inkauf, kurzfristig mal einige Jahre deutlich weniger zu verdienen, frei nach dem Motto "besser jetzt wenig als morgen gar kein Geschäft mehr".

Unendlich lange gut gehen wird das alles nicht. Entweder die USA müssen ihre Fracking-Aktivitäten deutlich reduzieren (Investitionsstopps und Stellenabbau gibt es ja bereits jetzt!), und/oder die OPEC-Staaten fahren irgendwann in die roten Zahlen und werden in Folge politisch instabil. In letzterem Szenario droht eine weitere Destabilisierung im mittleren Osten, wo es ja schon jetzt nicht wirklich dolle aussieht.

So oder so ist ein langfristig zu niedriger Ölpreis ein Frühindikator für politische Destabilisation.

Dann fällt der Benzinpreis unter einem Euro, dass wäre doch toll. 

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