Kann der Mensch als Einsiedler glücklich werden?

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9 Antworten

Hi, ich denke ja - unbedingt. Ist auf Grund der Einschränkungen sicher nicht jedermanns Sache, doch wenn der Verzicht zur Lebenseinstellung passt...

Manche Menschen sehen in der "Feindvermeidung" die idealere Strategie, kommt noch Liebe zur Natur hinzu, und ein sehr ausgeprägter Drang nach individueller Freiheit, dürfte dies genügen, um glücklich zu sein.  LG.

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Motivation

Meiner Meinung nach ist der Wunsch nach Eremitentum bei modernen Menschen häufig einfach eine Form der Weltflucht, etwa aufgrund von Krisen.

Man meint, insbesondere ohne den Einfluss anderer Menschen, glücklicher werden zu können. Es ist also eine Art misanthropes Vermeidungsverhalten.

Dadurch wird aber das eigentliche Trauma nicht gelöst, sondern man geht aus Angst vor weiteren seelischen Verletzung lediglich dem Risiko aus dem Weg.

Das ist beispielsweise einer der Gründe, weshalb so manches enttäuschte Liebeskummer-Opfer erklärt, es wolle einem zölibatären Orden beitreten.

Man sollte sich also über seine Motivation klar sein.

Spiritualität

Andererseits ist die Einkehr in die Stille, die Abkehr von Konsum und Luxus schon sehr lange Zeit ein wichtiger Teil spiritueller Traditionen.

Hinduistische Sadhus, christliche Eremiten, muslimische Wanderderwische sind Beispiele für die spirituelle Tradition des Eremitentums.

Moderne

Heutzutage sind "Retreats" eine Möglichkeit, zumindest eine Zeit lang das gewohnte Umfeld zu verlassen, um mit sich selbst ins Reine zu kommen.

Mittlerweile sind Retreats oder der indianisch inspirierte "Visionssuche" auch ein fester Teil des Angebots im Bereich der Esoterik und des New Age

Auch klösterliche Gemeinschaften bieten interessierten Besuchern so genannte "Einkehrtage" zur persönlichen Besinnung an.

Manchem hilft bereits das "Simple Living", auch bekannt als "LOVOS", seinen Kopf wieder frei zu kriegen und sich neu zu orientieren.

Therapeutisch wird die Selbstreflexion in weitestgehend sozialer Isolation im Konzept des  "Naikan" genutzt - etwa bei der Resozialisierung von Straftätern.

Es gibt also, abhängig von den persönlichen Bedürfnissen, durchaus Alternativen zum dauerhaften Verlassen der Gesellschaft.

Aussteiger

Im Gegensatz zu Eremiten, sind Aussteiger nicht zwangsläufig spirituell motiviert - es kann auch der Wunsch nach neuen Erfahrungen sein.

Sich selbst neu zu erfahren, alternative Lebensweisen ausprobieren, lernen mit Grenzsituationen umzugehen, können Gründe für Aussteigertum sein.

Glücklich werden

Glück ist meiner Ansicht nach niemals ein dauerhafter Zustand, egal wie paradiesisch die äußeren Umstände auch sind. Glück kommt und geht.

Natürlich macht soziale Isolation als Einsiedler das Leben einerseits durchaus einfacher - alle gesellschaftlichen Verpflichtungen und Erwartungen fallen weg.

Andererseits hat man viel Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen - und es ist keineswegs immer angenehm, sich selbst zu begegnen.

Man kann sich selbst der beste Freund, aber auch der ärgste Feind sein - je nachdem, wie man mit den inneren Konflikten umgeht.

Sonstiges

Auf die rein materiellen Probleme, wie etwa medizinische Versorgung, oder Probleme durch das Altern gehe ich hier nicht weiter ein.

Die Risiken, die damit verbunden sind, womöglich ohne Versicherungen und soziales Netz irgendwo alleine zu leben, sollte sich jeder vorher bewusst machen.

Einsiedlertum ist jedenfalls kein Glücksgarant für Jederman.

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Kommt darauf an.

Meidest du die Leute, weil sie dir zuwider sind oder du hasst sie sogar, dann wird dich die Einsiedelei vielleicht fuer einige Zeit ablenken, aber danach suchst du wieder diejenigen, die dich bestaetigen oder ablehnen.

Meidest du die Leute, weil du sie liebst, aber sie dich viel zu sehr ablenken, damit du dich mit dir selbst beschaeftigen kannst, dann wirst du es geniessen. Dann, wenn du erkannt hast, wer du wirklich bist, dann kommst du wieder zurueck, um den Menschen zu lehren, dass sie nicht erst in Einsiedelei gehen muessen, um zu erkennen, wer sie wirklich sind.

Du kannst gluecklich sein in der Einsiedelei, aber du musst wissen, dass du dein ganzes Leben alleine sein wirst, du wirst alleine geboren und wirst alleine sterben, dazwischen ist Ablenkung von den wirklich wichtigen Dingen.

Versuche schon vorher, das Wichtige in Dir zu erkennen, da kann dir die Ensidelei vielleicht helfen. Alles Gute!

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Ich denke schon, wenn es seiner Persönlichkeit entspricht und er Kraft, Freude u. Ä. aus sich selbst heraus ziehen kann. 

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das kommt drauf an was für Ansprüche er hat :). Wenn einem Minimalismus reicht und man mehr Wert auf Freiheit legt, dann dürfte das eigentlich reichen.

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Ja, es gibt solche Menschen.
Es ist aber ein Lebensmodell, was nur für vergleichsweise wenige zu taugen scheint.


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Die Mehrheit der Menschen bestimmt nicht. Aber es gibt Menschen, die damit glücklich sind.

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nur wenn er eine erhebliche macke hat

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Das ist fraglich (1.Mose 2,18).

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