Kann der Exmann den Umzug in eine weiter entfernte Stadt verhindern...

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10 Antworten

Laut einem Rechtskommentar gilt laut "BGB zunächst der Grundsatz, dass der allein sorgeberechtigte Elternteil grundsätzlich das Recht auch zu einem Umzug ins Ausland hat, selbst wenn das zum Verlust des Umgangsrechts führen würde." Was denn für das Inland um so mehr gelten sollte.

Haben aber beide Elternteile das Sorgerecht, müssen sie sich wohl einigen über einen Umzug des Kindes. Denn das Aufenthalts-Bestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechts, schreibt das oben genannte BGB in § 1631 Inhalt und Grenzen der Personensorge: "(1) Die Personensorge umfasst insbesondere die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen."

Oder aber der umzugswillige Elternteil beantragt beim Amtsgericht das alleinige Sorgerecht für sich. Wie es viele Umzugswillige tun. Bei Erfolg hat er dann auch das Aufenthalts-Bestimmungsrecht.

Und - grob gesagt - nur, wenn er dann das Umgangsrecht des anderen Elternteils bewusst sabotieren möchte durch einen Umzug, nur dann würde ein Gericht einen Umzug untersagen; zumindest ergibt sich dies aus den vielen Urteilen und Kommentaren in meiner blauen Quelle ganz oben.

Gruß aus Berlin, Gerd

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort Gerd. Es ist so, dass wir dorthin ziehen müssen, wo wir den Lebensunterhalt verdienen. Der Vater jammert zwar jetzt schon, dass er seine KInder sooo selten sieht aber er wird nie von sich aus aktiv. Selbst wenn ich im Schichtplan sehe, er hätte z. B. mal Samstag und Sonntag keine Schicht, kommt nichts von ihm, weißt du? Mal ganz von den Unterhaltszahlungen abgesehen. Ich wette, wenn ich sagen würde, er soll den vollen Unterhalt zahlen, damit wir bleiben können, würde er sofort nen Rückzieher machen. Das sind für mich auch Argumente die zählen sollten.

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@simpleme73

Deine Argumente sind nachvollziehbar, aber ob sie zählen vor Gericht?

Nach meinem Verständnis gibt es nur entweder-oder!

Entweder der Kindsvater hat das Mit-Sorgerecht, dann muss er auch zustimmen, wenn Wichtiges für das Kind entschieden wird: Schulwechsel, Operation, Auslandsaufenthalt, Umzug.

Oder der Kindsvater hat kein Sorgerecht mehr, dann hat er noch ein Umgangsrecht. Dann darf die Mutter zwar umziehen mit dem Kind (oder es zur Großmutter geben nach Ostfriesland) - aber nur dann, wenn dies wichtiger ist als das Umgangsrecht.

Deshalb erklagen sich umzugswillige Elternteile vorher auch lieber das alleinige Sorgerecht - dann ist ein Umzug jedenfalls leichter, viel leichter möglich.

Drittens könnte es evtl. auch noch geben: Man verlangt die Zustimmung des anderen sorgeberechtigten Elternteils mit der Drohung, sonst zu klagen.

Wirkt die Drohung nicht, führt man sie halt aus. Man kann klagen auf das alleinige Sorgerecht, oder aber auch erst mal auf die Erzwingung einer Zustimmung zum Umzug - falls das geht. Da würde ich einen Fachanwalt für Familienrecht befragen.

Jedenfalls gibt es analog in anderen Rechtsbereichen erfolgreiche Klagen auf Zustimmung, etwa beim Auszug eines Mitmieters (etwa des Ex), wenn man danach selbst kündigen möchte und der nicht zustimmen möchte (was aber nötig wäre).

Gruß aus Berlin, Gerd

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Auch wenn ihr gemeinsames Sorgerecht habt. Wichtig ist, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat und das hat derjenige, bei dem die Kinder leben. Demjenigen steht auch die Wahl des Wohnortes für die Kinder zu, Punkt.

Achso, ich dachte, wenn wir gemeinsames Sorgerecht haben, haben auch beide das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Wieder was gelernt. Danke.

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Du kannst hinziehen wohin du möchtest . Es sei das Aufenthaltbestimmungsrecht liegt beim Vater oder Jugendamt . Aber möchten es auch die Kinder ? Schulwechsel , Freunde , Verwandte . Kann der Besuchkontakt durch Umzug regelmässig statt finden ? Suche dir Rat beim Jugendamt oder Beratungsstelle , dort werden dir Tipps gegeben wie du einen Umzug am besten planst . Viel Glück !

Wir als neue Familie haben schon darüber geredet. Die Kinder machen keine Luftsprünge, sie finden es schon schade aber sie sind auch nicht komplett ablehnend. Dort wo wir wohnen haben sie keine Freunde in direkter Umgebung, um dorthin zu kommen, ist immer das Auto gefragt, auch das soll anders werden. Die beiden sind sehr aufgeschlossen und offen, sie werden keine Schwierigkeiten haben, neue Freunde zu finden und trotzdem über die Netzwerke den Kontakt zu den alten zu halten. Sicher kann es sein, dass es Startschwierigkeiten gibt aber es ist für uns alle ein Neuanfang, den Weg gehen wir zusammen. Zum Vater gibt es wegen der Arbeitszeiten, sehr oft am WE, keinen 14-tägig geregelten Kontakt. Wobei ich sagen muss: er bemüht sich auch nicht, einmal seiner Kinder wegen eine Wochenend-Schicht zu tauschen, er hat oft in der Woche frei und verbringt dann die Zeit mit seiner Freundin. Echtes Engagement sieht anders aus.

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@simpleme73

Da stimme ich dir zu . Aber nur Mut zum Neuanfang - das ist es was wir tun können - neu anfangen wieder und immer wieder ! Ich wünsche euch von ganzem Herzen einen guten Start und laßt euch durch Manipulation nicht beeinflussen !

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@blendal

Ich danke dir sehr. Und du hast es auf den Punkt gebracht, vor Manipulation (die wird kommen) habe ich wirklich die größte Angst

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Also ich kann sagen meine Mutter und ich sind von Berlin nach München gezogen und mein Vater konnte auser meine Mutter am telefon anschreien nichts machen. Allerdings hatte sie das sorgerecht und ich den kontakt mit ihm ein Jahr vorher abgebrochen. Ich war da 14 Jahre alt.

Wir beide haben das Sorgerecht. Wie war es für dich als 14-jährige, aus der gewohnten Umgebung weg zu gehen. Und auch weg vom Vater, ich habe gelesen, du hast den Kontakt 1 Jahr vorher abgebrochen.

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es kommt darauf an ,wer das sorgerecht und aufenthaltsbestimmungsrecht hat...

habt ihr gemeinsames sorgerecht solltet ihr alleine der kinder wegen, versuchen ,dass der umgang zu beiden eltern ohne zu grossen aufwand moeglich ist.

unter bestimmten umstaenden kann auch das jugendamt eine neue entscheidung bzgl des sorgerechts veranlassen, wenn durch einen geplanten umzug das kindeswohl beeintraechtigt werden wuerde. sprich am besten mit deinem/r anwalt/anwaeltin

Wir beide haben das Sorgerecht. Mein LG und ich haben bereits mit den KIndern geredet, es ist NICHT so, dass sie sagen: wir wollen hier bleiben oder aber: wir ziehen dann lieber zu Papa als mit euch umzuziehen.

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@simpleme73

Achso, er versucht aber ständig 1 meiner Kinder zu locken, bei ihm zu wohnen sobald es 14 Jahre ist. Bisher erfolglos - obwohl der Umzug in eine andere Stadt ansteht.

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@simpleme73

bitte sprechtvorher mit deinem scheidungsanwalt/anwaeltin !

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wenn ihr geteiltes sorgerecht habt, kann er gerichtlich den umzug verhindern, da er ein recht darauf hat die kinder zu sehen und dies nicht mehr direkt möglich ist wenn du weg bist. also JA!

Das stimmt nicht.

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@gorehouse666

Ich habe nur gehört, es wäre nicht so ohne weiteres möglich für ihn, den Umzug zu verhindern. Aber ob es stimmt...

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Das kommt auf die Umstände an. Aus Lust und Laune umzuziehen wird nich stattgegeben werden.

Na ja wie soll ich sagen, er zahlt nicht den kompletten Kindesunterhalt und wir ziehen dorthin, wo mehr Gehalt gezahlt wird.

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Nein kann er nicht. Die Mutter hat Aufenthaltsbestimmungsrecht, nehme ich doch an. Da steht es ihr frei hinzuziehen, wo sie will.

soweit ich weiss, kann er es, wenn er auch das sorgerecht fürs kind hat, denn dann brauchen sie sein einverständnis... wenn nicht, dann kann er es nicht verhindern...

Nein, kann er nicht. Du kannst hinziehen wohin du willst.

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