Kann der Eigentümer in der Mietwohnung eine Badewanne einbauen, obwohl wir das nicht wollen?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Als Mieter habt Ihr eine Duldungspflicht von Bau- oder Modernisierungsmaßnahmen.

Nun war ich schon am überlegen, ob wir die Dusche selbst neu fliesen. 

Das wäre eine bauliche Veränderung, deren Zustimmung der Vermieter verweigern kann.

Oder dagegen rechtlich vorgehen?

Gegen was? Das der Vermieter seiner Pflicht zur Instandhaltung/-setzung nachkommt?

Dass dein Vermieter meint, er könne als Eigentümer machen, was er wolle, stimmt natürlich so nicht und auch pauschal für das neue Bad eine Mieterhöhung von 50 Euro anzugeben, ist ebenfalls nicht zulässig.
Ich kann mir vorstellen, dass er inzwischen erfahren hat, dass er die Kosten (auch aufwändiger) Reparaturen selber zu tragen hat, aber bei Modernisierungen einen Teil der Kosten auf den Mieter umlegen kann.

Ich würde mich an deiner Stelle von einem Fachanwalt (z.B. vom Mieterschutz) beraten lassen, denn der Teufel steckt hier wirklich im Detail, wie man auch an den unterschiedlichen Antworten von albatros und imager sehen kann......


Entscheidend ist die Frage, ob das Vorhaben des Vermieters nun eine Modernisierung oder aber Instandsetzung ist, oder aber eine Mischung aus beidem.
Zu Reparaturen und der Beseitigung von Mängeln ist der Vermieter verpflichtet und darf dafür keine Mieterhöhungen fordern. 
Bei Modernisierungen dagegen liegt es im freien Ermessen des Vermieters, ob er diese Maßnahmen durchführt und dann gegebenenfalls entsprechend auch die Miete erhöht. [diese muss aber schriftlich auch als solche angekündigt werden]
Was zählt zu den Modernisierungsmaßnahmen?

Als Modernisierungen gelten Baumaßnahmen, die den Gebrauchswert der Wohnung oder die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessern . [da wäre zu prüfen, ob der Tausch "Dusche gegen Badewanne" als Verbesserung anzusehen ist und Du das deshalb hinzunehmen hast] Diese Baumaßnahmen können etwa eine Veränderung des Grundrisses der Wohnung, sanitäre Einrichtungen = neues Bad, Schallschutz, Belichtung oder Belüftung betreffen.
Eine Modernisierung darf aber nach Abschluss nur mit 11% auf die Jahresmiete umgelegt werden, hierbei auch nur der reine Modernisierungsanteil.

 

Wir wollen aber keine Badewanne (er hat uns sogar noch gefragt) und auch keine Mieterhöhung.

Verständlich. Nur entscheidet eben der VM, ob er eine Badewanne einbauen lässt, die langfristig einen Mehrwert für Nachmieter dartellt, aber euch eben darin auch Duschen ermöglicht.

Nun war ich schon am überlegen, ob wir die Dusche selbst neu fliesen.

Belasst er bei der Überlegung: Eine ungenehmigten Eingriff in seine Bausubstanz kann er unverzüglich rückgebaut verlangen oder er reisst "nach seiner in Textform anzukündigen Modernisierungsmassnahme spätestens in drei Monaten" die nagelneuen Fliesen ersatzlos raus.

Denn eure Eilreparatur steht seinem Vorhaben garnicht entgegen: Eine n. § 555c I BGB "drei Monate vor ihrem Beginn in Textform" angekündigte Modernisierung habt ihr dennoch zu dulden, § 555d I BGB :-O

Der jetzigen Eigentümer ist der Meinung, er müsse das Bad komplett neu machen

Da mag er Recht haben: Schimmel unter der Duschtasse wg. Undichtigkeiten lässt sich nicht mit einigen neuen Fliesen oder Silikonfugen nachhaltig beseitigen. Und wenn die schon mal raus muss, warum dann nicht durch eine Wanne ersetzt und und im gesamten Bad die gleichen neuen Fliesen statt Flickwerk um die Duschtasse herum?

Kann es sein,  dass ihr den schlafenden Hund erst geweckt habt, gleich alles richtig machen zu wollen?

Oder dagegen rechtlich vorgehen?

Nein, wogegen? Das darf der VM durchziehen, § 555 ff. BGB.

Dem steht eine damit einhergehende Mieterhöhung ebensowenig entgegen wie es "eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen sowohl des Vermieters als auch anderer Mieter in dem Gebäude (...) nicht zu rechtfertigen ist", nur weil ihr vorr. eine Wochen Staub und Lärm ertragen und dann in einem modernisiertem Bad in einer Wanne  duschen müsstet, § 556 II 1, 2 BGB :-(

G imager761



Nur entscheidet eben der VM, ob er eine Badewanne einbauen lässt, die langfristig einen Mehrwert für Nachmieter dartellt, aber euch eben darin auch Duschen ermöglicht.

Ganz gewiss stimmt das so nicht. Der Umbau ist keine Modernisierung. Der Mieter hat Anspruch auf Beibehalt der Ausstattung wie bei Mietbeginn.

 Eine n. § 555c I BGB "drei Monate vor ihrem Beginn in Textform" angekündigte Modernisierung habt ihr dennoch zu dulden, § 555d I BGB :-O

Ist das so erfolgt? Woraus schließt du, dass diese nach Gesetz erfolgte? Wenn ja, wäre zu widersprechen, da keine Modernisierung. Selbst wenn fälschlicherweise hier eine Modernisierung angenommen würde, müssten die Instandsetzungskosten abgesetzt werden. Da kämen dann nicht mehr als 5 bis 10 EURO/Monat  max. als Modernisierungsmieterhöhung in Frage. Wäre ich der Mieter, würde ich das Ansinnen zurückweisen, da Anspruch auf Beibehaltung der Dusche besteht.

0
@albatros

Blödsinn. Lesen hilft: "Der jetzigen Eigentümer ist der Meinung, er müsse das Bad komplett neu machen". Selbstverständlich darf der VM sich auch anlässlich einer Erhaltungsmaßnahme entscheiden, gleich eine Modernisierung des gesamten Bades vorzunehmen, etwa eine Wanne, moderne neue Fliesen, Hänge-WC, Waschtisch, Duschwand usw. einzubauen, damit  "den Gebrauchswert der Mietsache nachhaltig erhöhen" und deswegen "die jährliche Miete um 11 Prozent der für die Wohnung aufgewendeten Kosten" erhöhen, §§ 555 Nr.4, 559 I BGB.

Das er die Maßnahme drei Monate vorher schrfitlich anzukündigen hat und "die Kosten, die für Erhaltungsmaßnahmen erforderlich gewesen wären", nicht ansetzen darf, habe ich nie bestritten. Meint, die Kostendifferenz einer Wanne zu einer Duschtasse einschl. Anschluss der Wasserver- und entsorgung dafür fallen ihm ebenso an wie der Austausch eines undichten Duschtassenanschlusses.

Nur hat der M eben die Modernissierungsmassnahme wie -erhöhung du dulden und gerade keinen Anspruch darauf, alles immer wieder auf Kosten des VM nur repariert zu verlangen oder es so zu belassen, wie es angemietet wurde. Es ist ihm zuzumuten, künftig in einem modernisiertem Badezimmer in einer Wanne 50 EUR teurer zu duschen oder sein Sonderkündigungsrecht n. § 561 BGB auszuüben.

G imager761

1
@imager761

Du bist so was von rechthaberisch, noch dazu rechtswidrig, schlimmer geht's nimmer. Nochmal: Das ist keine Modernisierung, selbst wenn als solche angekündigt. Ich glaube, dass das so überhaupt nicht fomal korrekt angekündigt wurde. Beweise das Gegenteil! Du kannst mir nicht weismachen, dass Duschen in der Wanne gegenüber Duschen in einer Duschkabine eine Verbesserung der Wohnverhältnisse bedeutet! So ein Unsinn.

Dein Dauerschlagwort "Blödsinn" ist von Übel und hat hier nix zu suchen.

0

Nun war ich schon am überlegen, ob wir die Dusche selbst neu fliesen.

Der Vermieter müßte dieser baulichen Veränderung ausdrücklich zustimmen.

Oder dagegen rechtlich vorgehen?

Rechtlich vorgehen könntet ihr nur dagegen, wenn Euch mietvertraglich ausdrücklich eine Dusche zugesichert wurde. Allerdings wäre mMn die Aussicht diesen Rechtsstreit zu gewinnen, denn in einer Badewanne läßt es sich nicht nur baden, sondern eben auch duschen.

Es steht dem Eigentümer natürlich zu, SEINE Wohnung gelegendlich zu Modernisieren. Und ich würde an seiner Stelle auch eine Badewanne einbauen lassen, da hochwertiger. Und auch eine Mieterhöhung ist angesagt. Ob 50 Euro angemessen sind muss man schauen. Da gibt es Berechnungsformeln. Kommt gestimmt nacher noch ein Fachmann der das weis.

LG

Edgar

Hallo.      

Der Einbau einer Badewanne anstelle einer Dusche ist keine Modernisierung (AG Schöneberg 16 C 38/98 MM 89 Nr. 7 bis 8, 21), eine Mieterhöhung ist daher meiner persönlichen Meinung nach nicht gerechtfertigt.      

Liebe Grüße, FlyingDog 

"er müsse das Bad komplett neu machen" na was ist dann Modenisierung?

3
@Bauigelxxl

DH, irgendwie scheinen hier die Besserwisser geflissentlich zu überlesen, dass der VM "das Bad komplett neu machen (...) will" und sich bei dieser Modernisierung offenbar für eine Badewanne statt einer Duschtasse entscheiden möchte.

0
@imager761

Danke für euer Feedback. 

Vom Grundsatz gebe ich dir schon recht, überlesen habe ich jedoch den von dir angebrachten Punkt nicht und man darf nicht vergessen, das es um eine Schadensbeseitung geht, dem Schaden Schimmel. Der VM ist lediglich der Meinung er müsse das Bad komplett neu machen und das ist meiner persönlichen Meinung nach, keine Modernisierung sondern eine Schadensbeseitigung wo durchaus genau geschaut werden müsste, ob zur Schimmelbeseitigung wirklich das ganze Bad neu gemacht werden müsste gerade dann, wenn ein Mieter davon Abstand nehmen möchte. Der Umtausch einer Dusche gegen eine Badewanne ist und gilt nunmal einfach nicht als Modernisierung, kann man drehen und wenden wie man will. Wie geschrieben ist es meine persönliche Meinung.      

Liebe Grüße, FlyingDog 

0
@FlyingDog

Es kann durchaus Sinn machen, wenn man schon zur nachhaltigen Schimmelbeseitigung in die Substanze eingreifen muss, das komplette Bad neu zu machen:

Einbauten raus, Fliesen runter, bei der Gelegenheit gleich alte Rohrleitungen erneuern, neu verputzen und die Wand gegen eindringende Feuchtigkeit versiegeln, neu fliesen und bei der Gelegenheit das Bad durch eine Badewanne aufwerten, auch wenn es der aktuelle Mieter nicht als Aufwertung empfindet.

Man stelle sich vor, man macht alles für viele tausend € neu und passt sich dem Wunsch des Mieters an, wieder eine Duschwanne anstelle einer Badewanne zu installieren. Aus irdgend einem Grund kündigt der Mieter ein paar Monate später und dann trifft man auf Mieterinteressenten, die alle nach einer Badewanne fragen. Man könnte sich dann in den Hintern beissen..

Ob nach der Baderneuerung eine Modernisierungsmieterhöhung angebracht und durchgesetzt werden kann, ist eine andere Frage. Aber eine Mieterhöhung könnte auch ganz normal gemacht werden, wenn Spielraum aufgrund des Mietspiegels oder aufgrund von Vergleichsmieten besteht. Ein neues Bad mit Badewanne anstatt "nur" Dusche, erhöht normalerweise das Niveau der Ausstattung im Mietspiegel und ergibt von daher schon Spielraum für eine reguläre Mieterhöhung.

1
@bwhoch2

Das ist nachvollziehbar und gut geschrieben, danke dir...👍 

So habe ich es bisher nicht gesehen,  ein guter Blickwinkel aus einer anderen Perspektive. 

So ist es es durchaus sinnig, sich ggf. auf den Vermieter einzulassen, eine persönliche Ebene zu schaffen als mit geballter juristischer Macht, das eigene Interesse durchzusetzen, ggf. kann man sich ja auch darauf einigen, nicht nur eine Badewanne einzubauen sondern eine Duschwanne womit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wären denn der TE könnte seinem Duschwunsch erfüllen, und bräuchte sie nicht als Wanne nutzen und der VM hätte gleichzeitig für ggf. NM eine Badewanne und eine auch zu benutzende Dusche im Angebot. Die 50 Eruronenmehr, darauf würde es fùr mich nicht ankommen, mir ging es rein nur um den Tausch, Dusche gegen Wanne. 

Dann hoffe ich, das man sich friedlich in der Mitte trifft und daraus kein dicker Schinken wird.    

Liebe Grüße, FlyingDog 

0

Solang du der Mieter dieser Wohnung bist, musst du das nicht dulden. Du hast die W. mit Dusche gemietet und hast darauf Anspruch dass das so bleibt (durch Instandsetzung). Die Wanne als Austausch wäre keine zu duldende Modernisierung, eher das Gegenteil. Das Wohnverhältnis wird nicht verbessert, es erfolgt keine Einsparung von Wasser oder Energie.

Weise also die Absicht des V. konsequent zurück. Zur Beseitigung des Schimmels und seiner Ursachen kannst du die Handwerker reinlassen, nicht zum Einbau der Wanne.

Solang du der Mieter dieser Wohnung bist, musst du das nicht dulden.

Falsch, die Ankündigung des VM, "das Bad komplett neu" machen zu werden, hat er n. Maßgabe d. § 555c I BGB zu dulden, § 555d I BGB :-O

Du hast die W. mit Dusche gemietet und hast darauf Anspruch dass das so bleibt (durch Instandsetzung).

Falsch. "Der Vermieter hat die Mietsache dem Mieter in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu überlassen und sie während der Mietzeit in diesem Zustand zu erhalten," § 535 I 2 BGB. Meint, ihm eine Duschmöglichkeit zu bieten :-O

Die Wanne als Austausch wäre keine zu duldende Modernisierung, eher das Gegenteil.

Davon ist garnicht die Rede, sondern "das Bad komplett neu" zu machen! Das ist eine Modernisierung n. § 555b Nr. 4, 5 BGB :-O

1
@imager761

Deine Auslegung der Gesetze im deutschen Mietrecht ist erstaunlich, aber vielmals nicht zutreffend. So auch hier.

Vertragsgemäß heißt mit Dusche. Komplett neu heißt  hier Wiederherstellung eines vertragsgemäßen Zustandes und nicht seine willkürliche Änderung.

Davon ist garnicht die Rede, sondern "das Bad komplett neu" zu machen! Das ist eine Modernisierung n. § 555b Nr. 4, 5 BGB :-O

Das ist keine Modernisierung! Das ist eine Instandsetzung! Kannst du das nicht unterscheiden?. Lies doch bitte mal nach, was eine Modernisierung überhaupt ist (Definition). Das findest du u. a. im BGB  und in der Rechtsprechung.

0

Rechtlich dagegen vorgehen bringt für Dich sicherlich sehr viele Probleme mit sich! Nicht nur Kostenmässig sondern auch zeitmässig und eine ordentliche Kündigung seitens des Vermieters ist vorprogrammiert. Es ist seine Wohnung!

Also ehrlich gesagt, ich würde dem Einbau einer Badewanne zustimmen, selbst dann, wenn ich keine Badewanne bräuchte. Zum Einen kann man,  wenn nur eine Badewanne da ist, nachträglich mit wenigem Aufwand und geringen Kosten einen Duschvorhang montieren (Es gibt etliche Modelle in Bauhäusern). Zum Anderen kann es ja auch sein, dass man doch irgendwann mal am Baden in der Badewanne Gefallen findet - z.B während einer sehr kalten Jahreszeit. Und über die Mieterhöhung i.H.v. 50 Euro pro Monat ließe sich auch noch verhandeln. Dennoch: Selbst 50 Euro mehr im Monat dafür zahlen, erscheint mir nicht gerade überzogen. Schließlich dürfte durch diesen Einbau auch das Schimmelproblem erst mal beseitigt sein.

Bei der Neugestaltung des Bades .., haben Mieter kein Mitspracherecht .

Was möchtest Du wissen?