kann der arbeitgeber bei zu ofter krankheit kündigen,und darf er lohn einbehalten?

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5 Antworten

Man kann wegen Krankheit gekündigt werden, wenn dadurch ein so genanntes sinnentleertes Arbeitsverhältnis entsteht. Es wird in etwa so berechnet: Drei Arbeitsjahre - davon, alle Krankentage wegen derselben Krankheit zusammengerechnet, abziehen. Kommt hierbei heraus, dass die Dauer der gesamten Krankentage ein Jahr ergibt, kann der Arbeitgeber kündigen.

DH, Fachmann, Fachfrau

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Wie teardrop1109 auf diese Rechnung kommt, ist mir ein Rätsel. Mit der Rechtsprechng hat das jedenfalls nichts zu tun. Es ist immer im Einzelfall zu entscheiden. Bei langer Erkrankung muss der Arbeitgeber nachweisen, dass der Arbeitnehmer mindestens noch weitere 2 Jahre arbeitsunfähig sein wird, was kaum möglich ist. Bei mehreren kurzzeitigen Erkrankungen ist es leichter, einen Arbeinehmer "loszuwerden" - trotzdem ist eine Kündigungsschutzklage sinnvoll, weil auch hier eine Prognose für die Zukunft fraglich ist. Die 6 Wochen Lohnfortzahlung muss er immer leisten - der Arbeitgeber.

Wie ich darauf komme? Ich bin schon ewige Zeiten Personalratsmitglied und Schwerbehindertengvertretung bei uns im Betrieb. Glaub mir, wir hatten schon öfter so etwas auszurechnen. Zitat Website Arbeitsrecht: So wurde etwa eine negative Gesundheitsprognose bei 39 Fehltagen im Jahr 2003,

39,5 Fehltagen im Jahr 2004 und

79 Fehltagen im Jahr 2005 vom Arbeitsgericht Frankfurt bejaht (14.6.2006, 7 Ca 9875/05).

Ihre Kündigung hat auch dann Aussicht auf Erfolg, wenn die durchschnittlichen durch Krankheit bedingten Fehlzeiten innerhalb der letzten 2 aufeinander folgenden Kalenderjahre mindestens 20 % der Arbeitszeit im Jahr betragen (LAG Düsseldorf, 30.3.1999, 6 Sa 1846/97). Gelingt es Ihnen, auf diese Weise Indizien für eine negative Zukunftsprognose zu sammeln, schieben Sie Ihrem Mitarbeiter elegant den schwarzen Peter zu: In einem Arbeitsgerichtsprozess ist er nun beweispflichtig; jetzt muss er darlegen und beweisen, warum in Zukunft wieder mit geringeren Fehlzeiten zu rechnen sein soll.

Zum Glück sind bei uns die Zeiten noch etwas länger angesetzt.

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@teardrop1109

Ich sage ja - es muss immer im Einzelfall entschieden werden. Allein die Prozentzahlen sind allerdings nicht relevant. Es muss auch die krankheitsbedingte Belastung für den jeweiligen Arbeitgeber berücksichtigt werden. Und die ist bei einer kleineren Firma viel grösser als z.B. im öffentlichen Dienst.

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Krankheitsbedingt kündigen darf man nur, wenn der Arbeitnehmer sehr viele Fehltage in der Vergangenheit hatte und eine negative Zukunftsprognose besteht!

lohn darf er nicht einbehalten.... aber...

je nach groeße des unternehmens ist es moeglich, jemandem zu kuendigen, wenn er auf grund der firmengroeße nicht mehr "tragbar" ist...

aber kommt nicht sehr oft vor... es sei denn man ist ein " blaumacher"...

viele gruesse

nein, da muss er sich schon was anderes einfallen lassen

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