6 Antworten

Theoretisch: Ja.
Praktisch: Nein.

Um das Rentensystem zu retten, müsste man das Gegenteil davon machen, was CDU, SPD, CSU, FDP und GRÜNE bisher gemacht haben.

Man müsste ALLE Arbeitnehmer (und Arbeitgeber) in die gleiche Kasse einzahlen lassen. Rein rechnerisch könnten dann die Beiträge massiv gesenkt und zugleich die Renten sogar angehoben werden.

Da das aber NIEMALS passieren wird, weil sich viele Lobby-Verbände (Politiker, Beamte, Ärzte, Anwälte, etc.) längst sehr wohlig eingerichtet haben, wird das nicht geschehen.

... wo die Politiker ernsthaft eine Rentenerhöhung auf 70 Jahre vorschlagen!

Natürlich. Man sucht Lösungen, wie man ein von Grund auf zerstörtes System noch ein paar Jahre oder vielleicht sogar Jahrzehnte weiter überleben lassen kann. Schließlich wäre es - gerade vor Wahlen - äußerst fatal, eigene Fehler zuzugeben oder gar zu korrigieren.

Die Renteneintrittserhöhung auf 70 Jahre ist genauso ein Blödsinn, wie die aktuelle Erhöhung auf 67 Jahre. Es ist schlicht und einfach nur eine Rentenkürzung. 

Ist Auswandern die Alternative?

Das hängt davon ab, wann und wohin.

Wenn du JETZT kurz vor der Rente stehst und nach Thailand oder Vietnam auswandern willst, ist das sicherlich ein guter Gedanke.

Wenn du erst in 20, 30 oder 40 Jahren in Rente gehst, wirst du wohl überall Pech haben. Da sind wohl tendenziell nur die "nordischen Staaten" (Dänemark, Schweden, Norwegen) noch einigermaßen stabil (obwohl auch sie bereits nachlassen).

Im Übrigen setzen die meisten Länder auf "private Vorsorge" fürs Alter. 

Und wie schlecht die "auf egoistischer Ebene" (also "jeder für sich") langfristig funktioniert, können dir Argentinier (zwei Mal totale Pleite der Versicherungssysteme), Griechen (einmal Totalausfall aller privaten Altersvorsorgen) und Mexikaner ("Dauerpleite" der privaten Altersvorsorgen) brühwarm erzählen.

Deshalb findest du in vielen Ländern mit "gewachsener privater Vorsorge" auch starke familiäre Bande, die diese Probleme weitgehend kompensieren.

In beiden Fällen wärst du als "einsamer Auswanderer" allerdings außen vor...

Insofern: Nein, "Auswandern" ist keine taugliche Alternative, wenn du noch ein paar Jahrzehnte bis zur Rente hast...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DerHans
20.05.2016, 12:01

Dass ALLE Einkommen zur Finanzierung heran gezogen werden, funktioniert in der Schweiz sehr gut.

Wenn man das gesetzlich wollte, wäre das auch von heute auf morgen möglich.

1

Mit dem aktuellen Rentensystem rechne ich für sowohl für mich als auch für meine Nachfolgegeneration nicht mehr damit, überhaupt noch eine Rente ohne Armutsrisiko zu bekommen.

Auswandern wäre vielleicht eine Alternative sofern man noch ganz jung ist und man noch nicht in die Rentenkasse ein bezahlt hat. Ich glaube nicht, dass der in Deutschland eingezahlte Anteil dann im Ausland angerechnet wird.

Das Problem liegt in der Sache selbst:

Beispiel: Man beginnt mit ~20 zu arbeiten. Man arbeitet bis 65. Das wären bestenfalls 45 Jahre, in denen man in die Rentenkasse ein bezahlt. Das was man ein bezahlt, bekommt man später ja auch in Form von Rente ausbezahlt, und da wird vom Schätzwert ausgegangen, wie lang man noch zu leben hat. Und bei steigender Lebenserwartung wird das was man als Rente bekommt, eben auf die 'Verbleibende Zeit' angerechnet.

Wodurch die Rente zunehmend zur Steigenden Lebenserwartung abnimmt.

Was für Möglichkeiten gibt es?

  1. Erhöhen des Renten-Eintritts-Alters sodas das Verhältnis zwischen einbezahlen und ausbezahlen der Rente verbessert wird.
  2. Erhöhen des Beitrages der Rentenversicherung
  3. Förderung des Beitrages durch den Staat
  4. Förderung des Beitrages durch jene, die aktuell nicht in diese Kasse einzahlen
  5. Einführen einer Lebens-Obergrenze: Erreicht man das Alter X, wird man wie beim Tierarzt 'eingeschläfert' um die Lebenserwartung gering zu halten.
  6. Outsourcing: Sobald man ein Lebensjahr erreicht hat, werden alte Menschen in ein anderes Land ausgelagert, sodass sich in der Summe die Lebenserwartung deutscher Bürger verringert
  7. Man zahlt ab einem Alter keine Rente mehr aus.
  8. Man schafft Rentenzuschuss-Jobs welche z.B. durch die Gemeinde entstehen, wie: Rasen-mähen von Grünflächen von Parks oder Kinderbetreuung mit Geschichtsstunden.
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wer behauptet denn. dass das Rentensystem gerettet werden muss?

Gerade heute erweist sich das gesetzliche Umlageverfahren als höchst effektiv und weitaus stabiler als das kapitalgedeckte System.

Was nützt dieses Kapital, wenn es keine Rendite abwirft, um die Renten auszuzahlen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Vermutlich hilft nur ein radikaler Umbau.

1. eine steuerfinanzierte Grundrente

2. Den Rest muss jeder selbst entscheiden, auch wie er es machen will.

3. Problem wäre der Übergang und die Einbeziehung des Beamtenapparats.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von martinzuhause
20.05.2016, 10:24

"eine steuerfinanzierte Grundrente"

gibt es doch schon. nennt sich grundsicherung. egal wieviel rente man bekommt. der steuerzahler zahlt den rest dazu.

1

Es gibt immer mehr Leute die Renten beziehen und immerweniger Leute die Geld einzahlen, damit Rente bezogen werden kann.

Wer heute in jungen jahren nicht schon anfängt über Alternative Wege Geld für später einzuzahlen, hat wenn er 65+ ist und sein Lebenlang gearbeitet hat, als noch nicht ausgesorgt.

Ich selber bin 24 Jahre alt und beobachte die Rentenentwicklung mit großem Bedenken.
Ich hab mich bei der "LVM"-Versicherung angemeldet und Zahle für an die Monatlich 50€ um auf diesem Wege für eine Alternative Einnahme zum Rentenzeitpunkt zu sorgen.

Ich weiß nicht was passieren wird, wenn das Rentensystem zusammebricht und das Auswandern die einzige Alternative sein soll, möchte ich nicht wahrhaben.

Desweitern habe ich das Glück im Besitz eines Voll abbezahlten Neubau Reihenhauses zu sein, das ALternativ ggf. vermietet werden kann um zuzuügliche Leistungen im Rentenalter zu beziehen.

lg. maxi

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Unsinkable2
20.05.2016, 10:30

Es gibt immer mehr Leute die Renten beziehen und immerweniger Leute die Geld einzahlen, damit Rente bezogen werden kann.

Dabei vergisst du die Produktivitätssteigerung. (Was vor 50 Jahren noch 10 Arbeiter machen mussten, schafft heute einer.)

Ich hab mich bei der "LVM"-Versicherung angemeldet und Zahle für an die Monatlich 50€ um auf diesem Wege für eine Alternative Einnahme zum Rentenzeitpunkt zu sorgen.

Vorausgesetzt, die LVM ist nicht in 20, 30 ... oder schon in 10 Jahren Pleite und mit deinem Geld verschwunden. Du wärst nicht der Erste, dem das passiert...

Für die Riester-Rente (also die vielbeschworene "private Volks-Vorsorge") hat man beispielsweise ausgerechnet, dass etwa 90 Prozent der Riester-Rentner schon froh sein können, wenn sie überhaupt nur ihr eingezahltes Geld zurückbekommen. Lediglich 10 Prozent werden davon "profitieren". 

Der Rest wäre besser beraten, wenn er sich nicht "versichert", sondern das Geld lieber in ein Kopfkissen einnäht...

Desweitern habe ich das Glück im Besitz eines Voll abbezahlten Neubau Reihenhauses zu sein, das ALternativ ggf. vermietet werden kann um zuzuügliche Leistungen im Rentenalter zu beziehen.

Abgesehen davon, dass es wirklich "Glück" ist, denn in Deutschland können das kaum 34 Prozent für sich in Anspruch nehmen (und von "voll abgezahlt" reden wir da noch nicht einmal): 

Diese Rechnung geht auch nur auf, wenn die Mieten für dein Reihenhaus (a) für die dann Erwerbstätigen bezahlbar bleiben, (b) kein Überangebot durch "verarmte Rentner" entsteht und (c) dein Aufenthalt im Alters-Wohnheim bzw. Pflegeheim die Einnahmen nicht direkt wieder auffrisst...

BTW: Falls du "Grundsicherung" beziehen musst, wird ggf. auch dein Reihenhaus zur Disposition gestellt, wenn du nicht selbst darin wohnst. Dann ist es auch hier Essig mit "Betongold als Altersvorsorge".

0

Eher nicht. :-( 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?