Kann das Nichts Existieren?

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17 Antworten

Ich würde sagen, dass das Nichts gewissermaßen immer existiert, wenn wir ein Etwas, also quasi ein nicht-Nichts wahrnehmen können, weil das Nichts im Gegensatz zum Etwas steht.

Ein weniger abstraktes Beispiel: Wir können Licht wahrnehmen. Gäbe es aber nur ein gleich helles Licht und keine Dunkelheit, würden wir das Licht als solches nicht mehr wahrnehmen. Uns würde nicht auffallen, dass es Licht gibt, wenn es die Abwesenheit von Licht nicht gäbe. Nur die Unterschiedlichkeit verschiedener Helligkeitsstufen sorgen dafür, dass wir wissen, wenn Licht irgendwo ist.

In diesem Beispiel bedingen Licht und Dunkelheit einander. Das eine wäre nicht als solches wahrnehmbar, wenn es das andere nicht gäbe. Wir können uns Licht nur bewusst machen, wenn wir gleichzeitig Dunkelheit als Vergleich im Hinterkopf haben und heranziehen können.

Ich bin davon überzeugt, dass sich alle Gegensätze in dieser Form bedingen, so auch das Nichts und das Etwas. Zum Nichts haben wir durch unsere Wahrnehmung vielleicht keinen direkten Zugang, aber es steht mit dem Etwas, das ständig um uns ist, in dieser bestimmten Verbindung und existiert dadurch auf diese ganz bestimmte Art im menschlichen Denken.

Wenn du Existenz allerdings anders definierst als ich, wenn das Nichts zum Beispiel direkt vorstellbar, wahrnehmbar oder in irgendeiner anderen Form erlebbar sein müsste, statt quasi nur im Hintergrund des Etwas zu stehen, könntest du vielleicht wirklich sagen, dass das Nichts nicht existiert. Mit Kant kenne ich mich leider noch nicht gut genug aus, um seine Definition mit meiner Überlegung abgleichen zu können.

Das klingt jetzt wahrscheinlich alles etwas verwirrend, aber vielleicht kannst du mit dem Gedankengang ja trotzdem etwas anfangen :)

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Das Problem dieser Frage liegt in der Erfahrungsbezogenheit unserer Sprache. Für Dinge, die nicht in unserer Erfahrung vorkommen benutzen wir der Einfachheit halber den Kontrast, die Verneinung. Dies aber mit dem Wort "existieren" auszudrücken macht Probleme, weil sich existieren nur auf Erfahrbares bezieht und das Nicht-Erfahrbare pauschal mit nicht-existieren bezeichnet wird. In Wirklichkeit haben wir keine Worte für Nicht-Erfahrbares. Vieles, was wir uns aus dem konkret Erfahrbaren ableiten bilden wir daher als Abstraktion, als Verallgemeinerung. Aus vielen Bäumen machen wir den Wald. Aus vielem konkret Existierendem machen wir das Sein. Aus dem Verhalten von Menschen, die fair miteinander umgehen, machen wir Gerechtigkeit. Und spätestens seit Platon gibt es den Streit, ob diese Verallgemeinerungen wie auch die Negationen eine eigene Existenz haben. Deine Frage leitet also letztlich in eine kritische Sprachtheorie und das Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit. Und das ist ein weites Feld.

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Das Witzige an der Frage ist tatsächlich die sprachliche Hürde - Die Frage zielt auf die Existenz der Nichtexistenz - Wie will man zeigen, dass die Nichtxistenz ebenso real ist wie die Materielle Welt.

Am Beispiel kann man es sich vermutlich am einfachsten machen. Du kennst ganz viele Menschen, die existieren - manchmal fragt man sich eventuell wie die Welt wohl aussähe, wenn es bestimmte Personen nicht gegeben hätte (nie da gewesen wären)  - (Film: Ist das Leben nicht schön) Sie wären einfach nicht da gewesen, man hätte sich keine Gedanken um sie gemacht ...

So gesehen existiert das Nichts. Es entzieht sich aber unseren Wahrnehmungen. Selbst ein leerer Raum ist Etwas - weil es da ist. Ich persönlich Stelle mir das Nichts wie einen Punkt vor, der immer kleiner wird. - Theoretisch ist das auch eine Vorstellung, aber durch den Prozess der Verkleinerung nimmt dieser immer weniger Raum ein und so kommt man ziemlich nah an die Vorstellung von nichts ran.

VG


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Existenz ist nicht die Seinsform des Nichts. Etwas, das existiert, ist nicht nichts. Das Nichts nichtet.

So viel ist philosophisch eigentlich völlig klar und unbestritten.

Die eigentlich philosophisch interessante Frage ist, ob das Nichts überhaupt eine Entität ist, ob es also denkbar ist unabhängig vom Seienden.

Mengentheoretisch heißt das: Gibt es genau eine Leere Menge, oder ist eine Leere Menge erst definiert durch eine Grundmenge, von deren Elementen sie leer ist ?

Das erste ist die traditionelle Lehrmeinung in der Mathematik. Sie wird inzwischen aber vielfach angezweifelt. Aber auch die zweite Auffassung ist nicht ohne Probleme.

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Nichts ist etwas, was gar nicht existiert, weil alles bereits vorhanden ist.

Ein Beispiel: Wenn auf dem Tisch ein Glas steht und ich nehme es weg, ist zwar das Glas weg, aber damit ist nicht gesagt, dass dort nichts ist.

Denn wenn dort stattdessen ein "durchsichtiges Loch in der Luft wäre" wäre, wäre da immer noch ein durchsichtiges Loch in der Luft. 

Der Begriff "Nichts" bestätigt nur das Alles existiert, was existiert.

Interessante Frage.

Ich wüsste auch gerne, warum die "Abwesenheit" von einer Sache, eine andere Sache trotzdem da sein lässt.

Ist wohl dieses ewig währende Da Sein das Geheimnis an der Gottheit?!

Denn selbst wenn Dinge "vergehen" ändern sie nur ihren Daseins- Zustand. Jedoch nie ihre Existenz!



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Existenz und Nichts schließen einander aus,Sein und Nicht-Sein auch, in dem Sinne, daß du nicht fragen kannst, ob das Nichts eine Existenz im Sinne von "Ding an sich" sei - also die begriffliche Zuordnung zueinander.
Nun - ich denke dies weißt du auch, willst hier nur mal eine Gedankenspielerei einbringen. Und hier fällt man auf dich dich rein - ich auch - obwohl - ich wollte nur den letzten Satz unterbringen und deshalb mußte ich erst meinen Senf dazu geben.

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Naja, bei dem einen Nichts ist noch etwas da :) Also wenn man zum Beispiel sagt: "Dort ist nichts". Beim absoluten Nichts gibt es weder Raum noch Zeit noch irgendetwas. Also dieses Nichts existiert auch nicht.

Also ich meine es Existiert schon, weil da halt nichts ist und es hat ja auch einen Namen: Das Nichts.

Weil wir ja sagen können, dass da nichts ist.

Also...

mhh

Ich kapier nichts.

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Ein Nichts kann nicht existieren, da dort eben garnix wäre also kein einziges Atom, kein Licht, aber auch keine Dunkelheit und keine Zeit. Da in einem Nichts nichts seien könnte, könnte dort nichtmal Raum sein, um nichts zu enthalten.

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Das "Nichts" existiert nicht. Es ist einfach nur eine Umschreibung für etwas, das nicht da ist. Wenn du in eine Eisdiele kommst, wo's kein Eis mehr gibt, wirst du dich auch nicht fragen, kann kein Eis als Ding existieren? Aber ja, da wo jetzt kein Eis mehr ist, war vorher welches.

Oder

Der Geist der Leere schöpft aus dem, was nicht ist. Er entzieht sich dem Wissen des Kriegers, denn die Leere ist natürlich nicht. Doch indem man die Dinge kennt, die existieren, kann man sich dem öffnen, was nicht existiert.

Die Leere als etwas zu betrachten das nicht verstanden wird, ist verwirrtheit, nicht aber die Wahrheit der Leere.

-Miyamato Musashi

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jennyhiser19 28.03.2016, 03:00

Gut erklärt 👍👍👍

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Wenn du wiklich eine ernsthafte Antwort erwartest, egal ob eine mathematisch, eine philosophisch oder eine religiös motivierte, dann musst du zuerst mal eine verständliche Definition von

"das Nichts"

als Grundlage einer Debatte liefern.

Mit "Das Nichts als Ding" kann ich nichts anfangen.

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existieren kann nur etwas, was man zählen, wiegen oder messen kann

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Ja kann es :D das nichts ist ja auch etwas ..

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"nichts" ist nur dass, was wir nicht kennen, verstehen usw...... wenn wir das nichts erkennen, verstehen und mit einem namen katalogisiert haben, ist es kein "nichts" mehr............:)

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Wie sollte denn etwas, das es nicht gibt, existieren können, ?

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Das "Nichts" ist wie die Zahl "0", also gibt es dieses nicht, es sei denn, unser ewige Gott sagt: "es werde" (1.Mose 1,3) und dann sind plötzlich viele "andere Zahlen" davor :-)))

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Das Nichts ist überall dort, wo nichts ist was ist.

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