Kann das Finanzamt bei eigenen Fehlern Steuern zurückfordern?

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3 Antworten

Dein Steuerbescheid wird einen Monat nach Erhalt rechtskräftig. Ausnahmen: die Punkte, in denen er als vorläufig oder unter Vorbehalt der Nachprüfung ergeht. In der Regel wird das beim Behindertenpauschbetrag eher nicht der Fall sein.

Wenn Rechtskraft eingetreten ist, dann kann das Finanzamt den Bescheid nur noch ändern wenn Du falsche Angaben gemacht hast.

kassawubu 05.08.2017, 17:46

Das klngt gut. Von einm Vorbehalt der Nachprüfung des Behindertengrades ist mir nichts bekannt. Wozu auch. Meine Angaben (50%) in der Erklärung sind lückenlos durch Belege beim Finanzamt hinterlegt. (Kopien des Ausweises) Da ist einfach ein Mitarbeiter draufgestossen, dass mir immer 60% (720€) statt 570€ angerechnet wurden. Warum weiss der auch nicht. Falls sie eine Rückzahlung verlangen sollten, werde ich Widerspruch einlegen. Ich kannte den mir zustehenden Freibetrag bis dato auch nicht.

Vielen Dank

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So weit ich weiß, ist ab rechtskraft (1Monat nach Zustellung) ende mit Korrekturen. Da können sie nichts mehr machen und du auch nichts mehr nachfordern. 

Was anderes wäre es, wenn du aktiv betrogen hast und falsche Papiere vorgelegt hättest, aber das ist ja nicht der Fall. Der Fehler lag ja bei denen. Und der Unterschied war ebenso viel zu gering, das macht ja nur ein paar Euro aus, deswegen musstest du den Fehler des Amtes nicht erkennen und konntest guten Gewissens das Geld als rechtmäßig erhalten ausgeben. 

Das sind ja lediglich 150 Euro Differenz im Jahr, bei 20 % Steuern wären das gerade mal 30 Euro im Jahr. 

Ich würde einfach stillschweigen wahren, ich denke nicht, dass da noch was kommt. Und notfalls musst du dich halt von einem Anwalt beraten lassen. Und tue so, als sei es dir einfach nie aufgefallen.

Ab Folgejahr wird dieser Fehler aber wohl nicht mehr gemacht werden.

kassawubu 06.08.2017, 10:13

 Die Steuererstattung wäre in der Tat nicht um 150€ geringer.

Diesen Aspekt habe ich bis dato nicht berücksichtigt. Danke dir.

Es würde sich das zu versteuernde Einkommen um diesen Betrag erhöhen und damit kommt man in eine andere Spalte der Splittingtabelle. Die Erstattung wäre dann schon geringer, aber nicht um 150€.

Sehe ich das richtig?

Mir ist der zu hohe Freibetrag all die Jahre nicht aufgefallen.

Ich bekomme, bis auf wenige Euro hin oder her, immer die gleiche Erstattung.

Passt die Gesamtsumme, gehe ich nicht ins Detail.

 

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Mit dem Schamgefühl des Finanzamtsleiters oder seiner Mitarbeiter musst du wirklich nicht rechnen. ;)

Das Finanzamt hat 13 Jahre Zeit, zu viel errechnetes Steuerguthaben vom "Sünder" zurückzufordern. Danach ist es auch für den Finanzamtsleiter zu spät und er guckt durchs nahtlose Mannesmannrohr.

Finanziell wirkt sich allerdings nichts aus, egal ob 50 oder 60 %, schreibst du. Dann würde wohl ein Anruf bei deinem Sachbearbeiter reichen, um die Angelegenheit aufzuklären und diese auch folgenlos für dich bleiben. Wenn du ängstlich bist, sprich mal mit einem Steuerberater.

kassawubu 05.08.2017, 15:47

Der Freibetrag bei 50% = 570€, bei 60% = 720€.

Die haben also 10 Jahre fälschlicher Weise 720€ vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, obwohl immer 50%  von mir angegeben waren.

Richtig wären also 570€ gewesen.

Somit wäre ich in eine andere Splittinggruppe gekommen und hätte weniger Steuern zurück bekommen.

Wie die auf 60% kommen, ist mir schleierhaft.

Mein Verschulden ist es ja nicht. Ich habe immer die richtigen Angaben gemacht.

Die Frage ist, ob und für welchen Zeitraum die zurückfordern können.

Das ist seit 2005 falsch gelaufen. 

Ohne!!!! mein Wissen, sonst hätte ich das gleich beim 1. mal reklamiert.

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critter 05.08.2017, 15:53
@kassawubu

Melde dich lieber bei denen.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung schreiben, allerdings wegen einer anderen Sache. Mir hatte man mal nach ganz kurz vorher abgelaufenen 13 Jahren etwas anhängen wollen. Da hatte meine Versicherung etwas anderes ans Finanzamt gemeldet, als meine Bescheinigungen lauteten. Durch Steuerfahndung bei der Versicherung war man drauf gekommen. Und obwohl ich natürlich davon nichts wusste und auch nichts dafür konnte, wollte man mich haftbar machen. Ich hatte Glück, dass die 13 Jahre um waren und war damit aus dem Schneider. Die hätten lt. Steuerberater wirklich von mir Geld, viel Geld mitsamt einer großen Höhe an Zinsen zurückfordern können. Ohne Steuerberater hätte ich nicht gewusst, da rauszukommen. Erst durch diesen erfuhr ich von den 13 Jahren. Und trotzdem hatte das Finanzamt es versucht ....

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kassawubu 06.08.2017, 10:31
@critter

Solche Sachen hört man immer wieder.

Da ist Vorsicht geboten, da hast du recht.

Hier ist der Fall aber anders gelagert. Meine Angaben und die vorgelegten Belege (Ausweis) stimmen überein. Ausserdem gehts hier um niedrige Beträge.

Meine Angaben waren wahrheitsgemäß. Der Fehler wurde jahrelang von denenen gemacht. Die haben schlicht und einfach eine falsch Zahl in ihr System eingepflegt und sind davon ausgegangen, obwohl in meiner Erklärung die richtige Zahl angegeben wurde.

Bemerkt habe ich dies nicht, weil die Erstattungssummen jahrelang immer nahezu gleich waren. Deshalb ging ich nie ins Detail.

Ich denke nicht, dass die sich die Blösse geben. Künftig wird der Fehler behoben sein, denke ich.

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critter 06.08.2017, 12:31
@kassawubu

Ich hoffe es für dich und wünsche dir viel Glück.

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PatrickLassan 06.08.2017, 16:04

Das Finanzamt hat 13 Jahre Zeit, zu viel errechnetes Steuerguthaben vom "Sünder" zurückzufordern.

Erstens dürfen Finanzämter bestandskräftig gewordene Steuerbescheide nur unter bestimmten Umständen ändern, zweitens beträgt die Verjährungsfrist im Normalfall 5 Jahre und blediglich bei Steuerhinterziehung 10 Jahre.

https://dejure.org/gesetze/AO/228.html

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critter 06.08.2017, 16:06
@PatrickLassan

In "meinem Fall" waren es 13 Jahre, vielleicht deshalb, weil das über die Steuerfahndung bei der Versicherung lief. Keine Ahnung, aber ich hab es ja schriftlich von damals.

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