Kann das Finanzamt 6 Jahre zurück (ab 2008) einen Lohnsteuerausgleich verlangen

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3 Antworten

Ja, bei Privatpersonen können rückwirkend für bis zu 6 Jahre noch Nachberechnungen erfolgen. Das hängt in dem Fall vermutlich mit einer Abfindung zusammen, die dann das Jahreseinkommen soweit erhöht hat, dass eine Einkommenssteuererklärung nötig gewesen wäre.

Das Finanzamt kann die Abgabe einer Einkommensteuererklärung noch bis sieben Jahre nach Ablauf des betreffenden Kalenderjahres verlangen:

Dieser Zeitraum setzt sich zusammen aus drei Jahren Anlaufhemmung bis zum Beginn der sog. Festsetzungsfrist, falls bis dahin keine Einkommensteuererklärung abgegeben worden ist, zuzüglich der eigentlichen Festsetzungsfrist von vier Jahren.

Die Festsetzungsfrist verlängert sich auf zehn Jahre, wenn Einkommensteuer hinterzogen wurde, und auf fünf Jahre, wenn die Einkommensteuer leichtfertig verkürzt worden ist.

Es gibt seit 1996 keinen Lohnsteuerjahresausgleich mehr. Wenn den einer einer verlangt, ist der Brief sicher ein Witz. Was das Finanzamt fordern kann, ist eine Einkommensteuererklärung. Wobei ich mich frage, was es mit der schriftlichen "Befreiung" auf sich hat. Nichtveranlagungsbescheinigung? Hm. Nachlesen kannst du in den §§ 46 EStG ,169 AO.

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