Kann beim Kapitalismus/Geldsystem jeder reich sein?

10 Antworten

Kann beim Kapotalismus/Geldsystem jeder Reich sein?

Ja, "jeder", aber NIE "alle".

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Kapitalismus basiert existenziell auf einem Wohlstandsgefälle. Nimmt man das Wohlstandsgefälle weg, indem beispielsweise alle morgen früh als Millionäre aufwachen, ist der Kapitalismus in diesem Moment gestorben.

Ich weiß, dass wenn jeder ne Millionen hat diese natürlich nichts mehr wert ist. 

Das ist so nicht richtig. Grundsätzlich wäre eine Million dann immer noch eine Million wert.

Allerdings würde die Habgier dafür sorgen, dass die Menschen nach Möglichkeiten suchen würden, "reicher als die anderen" zu werden. Und dazu gehören auch Tricks und Kniffe, um das oben genannte Wohlstandsgefälle wieder herzustellen.

Aber könnten alle Menschen in diesem Moment mit diesen System theorethisch sehr gut leben?

Grundsätzlich ja

Dazu müsste man entweder das Geld durch Wirtschaftsleitung deckeln ... oder massive Struktur-Veränderungen vornehmen. 

Letzteres macht man zwar schon, indem beispielsweise Hunderte Milliarden Euro und Dollar ohne wirtschaftliche Gegenleistungen in die Märkte (vor allem in den Finanzmarkt) gepumpt werden; doch ob das dem "Wohlstand für alle!" gewidmet ist, darf wohl bezweifelt werden...

Wenn nicht, verstehe ich nicht, wie jeder so Herzlos sein kann...

Der Kapitalismus ist eine Gesellschafts-Wirtschafts-Form, die keinerlei Interesse am "Menschen" hat. 

Alles, was zählt, ist Geld. Damit kann man sich alles kaufen; auch Menschen.

Aber wenn das nicht geht, muss man dieses System doch abschaffen, oder?

Nun, listigerweise haben die, die darüber entscheiden können, alle Fäden der Macht in der eigenen Hand. Um es also "abzuschaffen", müssten sie sich ins eigene Fleisch schneiden... 

Ironischerweise war eine der Lehren aus der Weimarer Republik und dem nationalsozialistischen Deutschland, dass man nie wieder Geld & Macht in die gleichen Hände geben dürfte. Deshalb achtete man bei der Gründung der Bundesrepublik sehr darauf, beides zu trennen: 

  • Der Staat sollte sich nicht in die wirtschaftlichen Belange (also dort, wo das Geld "fließt") einmischen. Einzig "Rahmen-Befugnisse", also die "rechtliche Begrenzung des wirtschaftlichen Handlungsspielraums" sollte er haben.
  • Und die Wirtschaft sollte sich aus politischen Entscheidungen heraushalten und um ihren eigenen Kram kümmern.

Während man nicht müde wird, das Erste immer noch zu fordern; ist das Zweite längst überholt. Die Wirtschaftsbosse gehen in der Politik ein und aus und kaufen sich auch gern schon mal Gesetze (s. E.ON und seine "Energie-Gesetze") oder gleich ganze Politiker (vgl. "Rent a Rüttgers").

Und so kam es, dass Deutschland von einem einstigen "vorbildlichen Sozialstaat" binnen kaum als 20 Jahren auf einen Platz als "das Land mit den zweitmeisten Niedriglöhnern in Europa" durchgereicht wurde. 

... Übrigens mit hauptsächlicher Hilfe der SPD (die einst als "Arbeiterpartei" gegründet wurde und seit 1914 nicht müde wird, in jeden "Boss-Hintern" zu kriechen, der lange genug still hält), was dem Ganzen nochmals eine deutlich bezeichnende Note verleiht...

Es gäbe noch eine Option: Das Volk ... Allerdings - und das ist kein Scherz - ist Revolution in Deutschland wohlweislich von der Obrigkeit verboten worden. Und, nun ja, der gemeine Deutsche, das wusste schon Lenin vor rund 80 Jahren zu berichten ...

Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich erst eine Bahnsteigkarte! (W.I.Lenin)

Wie also willst du etwas abschaffen, das abzuschaffen man dir verbietet?

Indem man nicht im Sinne der Verfassung handelt ;)

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@Antifascist

Oh, "die Verfassung" lässt es durchaus zu. 

Artikel 20 beschreibt etwa, dass die Bundesrepublik demokratisch und sozial sein MUSS.

Dass sie immer weniger sozial ist, kann man an vielen Ecken und Enden sehen. Nicht nur die abnehmenden Sozialleistungen (Gesundheit, etc.) sondern auch die Zahl der Niedriglöhner, die mittlerweile ein so bedrohliches Niveau erreicht hat, dass sogar die OECD immer lauter warnt, sind deutliche und zweifelsfreie Indikatoren

Und dass ihr die Demokratie abhanden gekommen ist, dürfte spätestens seit den letzten zwei Bundesversammlungen, bei denen die Präsidenten von drei, vier Leuten hinter verschlossenen Türen ausgeklüngelt wurden, und man sich nicht einmal entblödete, das auch noch öffentlich zu verkünden, bekannt sein.

Im gleichen Artikel steht in Absatz 4 der "Aufruf zum Widerstand" gegen diese schleichende Abschaffung der im Absatz 1 benannten Fundamente.

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Die Verfassung FORDERT ALSO SOGAR DAZU AUF.

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Ich, ganz persönlich, wage allerdings zu bezweifeln, dass es dann so "glatt" abläuft, wie seinerzeit, als die DDR sich verabschiedete. Und dabei ginge es noch nicht einmal notwendigerweise um das "vollständige Abtreten", sondern nur um das "teilweise Abgeben"...

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Gesetze sind da, um sie zu brechen. Ich verstehe, jetzt langsam. Für mich ist eher die Frage: Wie kann ein Staat etwas verbieten, dass man nicht verbieten kann?

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@DesmondHume

Wie kann ein Staat etwas verbieten, dass man nicht verbieten kann?

"Gesetze" sind wechselseitige Vereinbarungen der Vertragsparteien:

  • Der Gesetz-"Geber" (Politik) erlässt ein Gesetz.
  • Der Gesetz-"Nehmer" (Volk) verspricht, sich daran zu halten.

Insofern kann der Gesetz-Geber JEDES Gesetz erlassen, das er will. Auch verfassungswidrige Gesetze, wie wir aus langer, leidiger Erfahrung wissen. 

Er muss nur sicherstellen, dass es genug Leute gibt, die bereit sind, diese Gesetze durchzusetzen.

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Hier (https://goo.gl/y9eL3h (PDF)) findest du eine (unvollständige) Liste der Gesetze, die nach 1990 erlassen wurden und mittlerweile unstrittig verfassungswidrig sind. 

Einige Verfassungsrechtler gehen davon aus, dass, würden ALLE GESETZE GEPRÜFT werden, mehrere Hundert Gesetze mangels Verfassungskonformität umgehend abgeschafft und mehrere Tausend Gesetze umgehend geändert werden müssten..

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Bzw. Nicht verhindern kann.

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Was hat "Kapitalismus" zwingend mit Wohlstandsungleichgewichten zu tun ?

Wenn wir nicht die Steuergeschenke für Reiche der letzten 30 Jahre gehabt hätten und stattdessen noch mehr umverteilt, wären wir immer noch ein kapitalistisches , also auf Privateigentum basierendes Wirtschaftssystem.

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@FrageSchlumpf

Was hat "Kapitalismus" zwingend mit Wohlstandsungleichgewichten zu tun ?

Kapitalismus fußt existenziell darauf. Es ist eine seiner Grundbedingungen, um überhaupt existieren zu können.

Machen wir ein einfaches Beispiel: Nehmen wir mal an, morgen früh würden ALLE Menschen auf diesem Planeten als Millionäre aufwachen.

"Arbeit" - ganz besonders die eigene - ist aber nicht für jeden "Lebensinhalt", sondern vielfach "zwingende Notwendigkeit zum Broterwerb".

Die Leute würden also (und wir unterstellen "Motivation zur Arbeit"!) umgehend vom "Lohn-Zwang" befreit werden und stehenden Fußes anfangen, sich nach "interessanteren Jobs" umzuschauen. 

Es würde sich also umgehend die erste Frage stellen: Was machen all die Unternehmen mit ihren freien Stellen? 

Und die Antwort lautet schlicht: "Zu." Die meisten Unternehmen müssten umgehend schließen. 

Dabei entstünden keineswegs zwingend wirkliche Lücken, denn tatsächlich ist "der Markt" längst überfüllt:

Es gibt 300 verschiedene Auto- und 5.000 verschiedene Fernseher-Modelle. ... aber keinen echten "Bedarf" danach. Tatsächlich wollen die meisten "einfach nur das Beste". Punkt. (Oder würdest du, wenn du es dir leisten könntest, trotzdem irgendwas anderes, das unbequemer, unhandlicher oder einfach unpraktischer ist, nehmen?)

Dass sie es dennoch nicht nehmen, ist ALLEIN den Finanzen geschuldet. "Markt" entsteht also erst durch Wohlstandsgefälle. Je größer das Gefälle, desto breiter der Markt...

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Und es geschähe noch etwas: Plötzlich würden nicht mehr "Manager" begehrt sein, sondern - beispielhaft für eine lange Reihe von Tätigkeiten - "Bäcker", "Maurer", "Elektriker", "Straßenkehrer", "Müllmann" und "Altenpflegerin". ... Denn an dieser  Stelle würde das System als erstes zusammenbrechen.

Solche Leute könnte man aber - sie sind ja schon Millionäre - nur mit hochdotierten Gehältern anlocken. Das würde das bestehende System auf den Kopf kippen.

Wenn wir nicht die Steuergeschenke für Reiche der letzten 30 Jahre gehabt hätten und stattdessen noch mehr umverteilt, wären wir immer noch ein kapitalistisches , also auf Privateigentum basierendes Wirtschaftssystem.

"Steuergeschenke für Reiche" sind ein wesentlicher Teil des "kapitalistischen Systems". Sie lassen sich nicht vermeiden. 

Und im Zuge der "Globalisierung" wird es nicht weniger, sondern noch sehr viel intensiver erforderlich, solche "Geschenke" zu machen.

Auch hier ist der Hintergrund einfach: "Gewinnträchtige Arbeit" ist begrenzt. Man kann sie nicht beliebig vervielfältigen. Also muss "darum gekämpft" werden. Und im Allgemeinen geschieht das durch "Anlocken", also durch ... Geschenke.

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Unsinkable2 Ich finde dass du mal versuchen solltest, das ganze vermehrt an die Öffentlichkeit zu bringen... ist dank der Zensur sowieso offiziell fast unmöglich, aber sowas spricht sich rum.

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@Antifascist

Wenn es eine Zensur gäbe, könnten wir die Texte von 'unsinkable' schon gar nicht lesen -- also bitte Verschwörungstheorien weglassen!

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@weckmannu

Unfug!

Wenn es KEINE Zensur gäbe, bekäme Snowden politisches Asyl; ganz besonders, nachdem sich ALLES, was er behauptete, bestätigt hat. 

Wenn es KEINE Zensur gäbe, hätte der Bundestag die "Selektorenliste" der NSA untersuchen dürfen; und nicht ein von Frau Merkel persönlich ausgesuchter Getreuer.

Wenn es KEINE Zensur gäbe, würden die Bundestagsabgeordneten ihre Nebenverdienste detailliert veröffentlichen müssen.

Wenn es KEINE Zensur gäbe, würde der Bundestag die Liste der Lobbyisten und ihre Aktivitäten detailliert veröffentlichen müssen.

Wenn es KEINE Zensur gäbe, würde Deutschland nicht auf Platz 15 der "Pressefreiheits-Liste" der Reporter ohne Grenzen landen. (Die USA liegen hier übrigens auf Platz 49; noch hinter Burkina Faso und diversen anderen Diktaturen. "Große Demokratien" haben es offenbar nicht so mit der Pressefreiheit) Deutschland konnte sich in den letzten beiden Jahren von Platz 17 auf Platz 15 zwar leicht verbessern; wurde aber seit 1999 von Platz 6 nach unten durchgereicht und liegt heute noch hinter der Bananenrepublik Jamaika.

Wenn es KEINE Zensur gäbe, würde Deutschland nicht auf Platz 2 der Rangliste der meisten Zensur-Forderungen in Googles Transparenzbericht stehen. (Hier geht es darum, dass Google Suchergebnisse filtern soll, bevor sie (deutschen) Nutzern angezeigt werden.)

Wenn es KEINE Zensur gäbe, würde sich die Politik nicht in Neusprech ausdrücken. Erst gestern wurden aus den "Sammellagern für Flüchtlinge" (die von der SPD abgelehnt wurden) "Registrierzentren mit eingeschränktem Bewegungsfreiraum für Flüchtlinge" (die von der SPD mitgetragen werden).

Wenn es KEINE Zensur gäbe, könnte der Steuerzahler Einsicht in den Vertrag der Bundesrepublik mit der Firma Toll Collect (das sind die, die die Maut eintreiben) nehmen. Dabei handelt es sich "normalerweise" um nichts, das der "staatlichen Geheimhaltung" unterliegen muss, oder?!

Wenn es KEINE Zensur gäbe, könnten Kohl und Merkel ihre Stasi-Akten nicht zum "Staatsgeheimnis" erklären. 

Wenn es KEINE Zensur gäbe, würde die Antwort von Frau Merkel auf die Frage, warum Deutschland Waffen nach Israel liefert, nicht in den Medien zensiert worden sein.

Wenn es KEINE Zensur gäbe, müsste der Einfluss der Parteien auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgeschafft werden. Nicht nur die "Ständige Publikumskonferenz" weiß mit unzähligen Klagen davon zu berichten.

... Möchtest du noch mehr Beispiele für Zensur in Deutschland?

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Womit du argumentieren kannst - und das wäre tatsächlich richtig -, ist, dass in Deutschland niemand für seine Meinung sterben muss. Das sieht in Diktaturen (mit denen unsere Politiker auch ganz gern zusammenarbeiten, wenn es ihnen opportun erscheint) ganz anders aus.

Allerdings zu behaupten, in Deutschland gäbe es "keine Zensur", nur weil dies so behauptet wird, IST BEREITS ZENSUR. Und da haben wir vom immer ausgeprägteren "orwellschen Neusprech" und seinem "Doppeldenk" noch gar nicht angefangen...

https://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech

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@Unsinkable2

Wenn es eine Zensur geben sollte, kannst du sicher auch die gesetzliche Grundlage dazu benennen. Würde dann aber Art.5 GG wiedersprechen.

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@lesterb42

Wenn es eine Zensur geben sollte, kannst du sicher auch die gesetzliche Grundlage dazu benennen.

You made my day, lesterb42...

"Mord" ist nach Strafgesetzbuch ebenso von Staats wegen verboten, wie Zensur nach dem Grundgesetz. ... Bedeutet das wirklich, dass es keinen Mord gibt?

Würde dann aber Art.5 GG wiedersprechen.

Du bist von der schnellen Truppe, oder?!

Steuerhinterziehung widerspricht übrigens auch dem Grundgesetz. ... nur so als Hinweis.

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   Kann beim Kapitalismus/Geldsystem jeder Reich sein?

Theoretisch ja. Natürlich nicht dadurch das man "Geld druckt," sondern nur dadurch, dass eine Leistung von der Person generiert wird (welche auch immer).

Keiner Wird Reich dadurch, dass man einem Milliadär Geld wegnimmt. Man kann natürlich Steuern für Reiche erhöhen und das Geld unter den Armen verteilen. Aber dadurch werden die ja nciht Reiche.

Nimm den deutschen Milliardären, es sind angeblich 123, jedem 650.000,- Euro weg. Dann hast Du 80 Millionen udn kannst jedem Deuschen 1 Euro geben, oder den 10 Millionen ärmsten je 8 Euro. Also für jeden ein Sparmenü bei McDonalds.

Aber wenn ein Armer eine gute Idee hat und diese mit staatlicher Hilfe verwirklicht (es gibt genügend Förderprogramme) udn verdient damit eine Million, dann ist er Wohlhabend, keiner ärmer udn die Staatskasse hat auch noch Einnahmen.

So könnte doch jeder Millionär werden? Wenn jetzt ein gut laufendes Geschäft hat?

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@DesmondHume

Wie geschrieben, theoretisch ja, praktisch nein, weil eben nciht jeder die Fähigkeiten hat, die ein hohes einkommen erbringen.

Ich habe eine gute Ausbildung und verdine ganz ordentlich. Ein anderer ohne Ausbildung, muss aber eventuell bei DSDS gewinnen um gut zu verdienen.

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Wieder ein anderer hat gar keine Chance, weil er irgendwo in Afrika lebt...

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naja. direkt wegnehmen wäre in der Form natürlich Unsinn, aber eine Umverteilung durch Vermögenssteuer/Erbschaftsteuer und höhere Spitzensteuersätze, sowie eine niedrige Mehrwertsteuer dafür jedoch eine Luxussteuer.  Ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem ( Bei welchen alle Steuerarten greifen )  würde sicherlich schon eine deutlichere Umverteilung bedeuten. Unabhängig von den dadurch entstehenden Problemen , die sind mir durchaus bewußt.  Ansatzweise gab es das zumindest im Schweden der 70er

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@andre123

@andre123

Vermögensteuer ist wegnehmen, denn der Zufluss wurde per Einkommen- oder Erbschaftsteuer schon besteuert.

Bei der Krankenversicherung stimme ich Dir voll zu, weil es logischer ist das in das Steuersystem einzubetten, denn es ist ja ohnehin eine Art "Gesundheitssteuer" die wir als KV-Beitrag zahlen.

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Sollte man ausprobieren.

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Nein. Zwar könnte selbstverständlich in unserer Zeit des allgemeinen, gigantischen globalen Überflusses Jeder prächtig leben ohne Furcht vor Mangel oder Gewalt. Das ist uns aber leider nicht erlaubt:

Der Kapitalismus erzeugt ständig Armut und gründet sich darauf. Ideologisch wird das mit zwei idiotischen Axiomen gerechtfertigt: Mangel muss angeblich ständig gewaltsam staatlich hergestellt werden, weil

- die Bedürfnisse der Menschen unbegrenzt sind, und weil

- die Güter zur Bedürfnisbefriedigung von Natur aus begrenzt sind.

Tatsächlich kann ich z.B. maximal ein Auto, Fahrrad oder Bett gleichzeitig benutzen und täglich maximal 3 Liter Bier trinken und 20 Tomaten essen. Wie kann da ein menschliches Bedürfnis "unbegrenzt" sein?

Tatsächlich werden z.B. in der EU seit Jahrzehnten Lebensmittel vernichtet zwecks Preisstabilität. Da gibt es nirgends natürliche Begrenzungen, sondern nur staatliche Begrenzungen: Warum braucht man z.B. ggfs. eine Arbeitserlaubnis, wenn man sich nützlich machen will? Warum konkurrieren im Kapitalismus die Menschen um mühsame Arbeit (Arbeitsplätze) und nicht um Arbeitsprodukte?

Ohne allgemeine gewaltsame Trennung von den Arbeitsprodukten (Privateigentum) würde kaum jemand seine Arbeitskraft verkaufen. Der Kapitalismus funktioniert, weil mittlerweile die locker erzeugbare Menge der Güter zur menschlichen Bedürfnisbefriedigung (nicht zur Kriegsführung, Flüchtlingsvertreibung u. dergl.!) weitaus größer ist als die Menge der Güter zur Befriedigung aller (!) Bedürfnisse. Ohne Mangel an Lebensmitteln gibt es keine verstandesgeleitete Gewalt. Vor dem Kapitalismus gab es für den Mangel an Lebensmitteln tatsächlich natürliche Gründe: Die Menschen kannten nicht die Naturgesetze zur Beherrschung der Natur.

Und wegen kollektiver Faulheit ist auch noch kein Volk ausgestorben: Das Maß an gemeinnütziger, ungezwungener körperlicher und geistiger Betätigung, das die Menschen heutzutage neben ihrer Lohnarbeit (zum erheblichen Teil ergebnislos) ganz ohne Zwang aufbringen, reicht schon lange hin, um den Bedarf an allen Gütern zu decken mittels zielgerichteter Produktion.

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