Kann Arthrose bei pferden auch falsch gedeutet werden?

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3 Antworten

Bei einer chronischen Entzündung spricht man von einer Arthritis, ähnlich beim Menschen.

Bei der Arthrose ist bereits der Knochen angegriffen.

Arthrosekandidaten sind immer die, die entweder nicht korrekt geritten werden, weil diese Pferde sehr gern auf der Vorderhand latschen und nicht v/a  gefördert werden oder eben Spitzensportler, da fallen auch Spring- u. Rennpferde drunter, die extremen Dauerbelastungen ausgesetzt sind und oftmals nicht korrekt gearbeitet werden.

Bei einer Entzündung muss der Tierarzt zuerst mal alles andere ausschließen, sonst hilft die beste Behandlung nichts. Meist kommen zuerst entzündungshemmende Mittel zum Einsatz, wird nach 4-6 Wochen kein Erfolg verbucht, wird abgewogen ob man ggf. mit Cortison weiter behandelt.

Bei beginnender Arthrose (welche meist deutlich auf dem Ultraschall zu erkennen ist) ist die Behandlung ähnlich. Je nach dem wie der Besitzer entscheidet, kann Cortison direkt (unter Narkose versteht sich) in die betroffenen Gelenke gespritzt werden um weitere Schäden und fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden. Diese Behandlungsmöglichkeit wird auch beim Menschen mit Rheuma angewandt.

Des weiteren ist es unabdingbar bei der Haltung der Patienten auf ein paar entscheidende Faktoren zu achten:

  • keine Beschläge, auch keine orthopädischen. Barhuf hilft (DifHo kommen lassen z.b)
  • harter Boden, der sorgt für die Stabilisierung der Muskeln und Sehen.
  • viel Gymnastik, am besten korrekt ausgeführte Longeneinheiten, die das Pferd beweglich halten und die Muskulatur/den kompletten Bewegungsapparat des Tieres elastisch und tragfähig halten
  • Bodenarbeit, denn auch Pferde wollen trotz Erkrankung nicht "verblöden", sondern wollen auch mal den Kopf benutzen.
  • Kein Reiten
  • Keine Belastung in Form von Springen, übermäßiges Rennen.
  • Nach Möglichkeit in einen Aktivstall oder zumindest Offenstall mit Herdenanschluss stellen, da diese Grüppchen sich immer bewegen.
  • Nicht in die Box stellen. Stehen ist das schlimmste, was man machen kann.
  • Auf die Ernährung achten, Müsli, Heulage, Silage etc. sind nicht geeignet ein Pferd wieder gesund zu machen. Gutes Heu und etwas Stroh, sowie entsprechendes Mineralfutter reichen dem Pferd.

Ein guter und erfahrener Tierarzt kann durchaus Arthrose und Arthritis unterscheiden, zumal man heute die technischen Voraussetzungen hat (Ultraschall, Röntgen, Wärmebildkamera etc.) um eine ordentliche Diagnose abzugeben.


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Annalenalife 20.08.2016, 22:02

Vielen Dank für die ausführliche Antwort :-)

Ist es schlimm wenn das Pferd nachtsüber in einer ausreichend großen Box(Wo es sich drehen und auch ein paar Schritte nach hinten rechts und links gehen kann 4x4) steht und tagsüber mit einem anderen Pferd, was selber Gelenkprobleme hat auf der Koppel? Und ist es besser wenn man das betroffene gelenk mit wärme oder kälte einschmiert? LG

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beglo1705 20.08.2016, 22:08
@Annalenalife

Wenn der Auslauf tagsüber gesichert ist, sollte es gehen. Mehr Bewegungsmöglichkeit=bessere Heilungschancen.

Einschmieren würde ich ehrlich gesagt nix, hier besteht die Gefahr der  (zusätzlichen) Hautirritation, eher noch mit einem Rotlicht bestrahlen, bevor er die Nacht in der Box steht.

Besten Dank für den Stern!

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Annalenalife 21.08.2016, 00:27
@beglo1705

Der Stern ist bei so einer ausführlichen Antwort selbstverständlich xD besten Dank für sie gegen Antwort nochmal LG

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Also wir haben einen ehemaligen S- Springer er hat auch leichte Athrose auf den Vorderbeinen.

Deshalb wird er nicht mehr gesprungen.

Er bekommt einen entsprechenden Beschlag und er bekommt Zusatzfutter hier gibt es ganz tolle Alternativ Therapie - Ingwer.

Hier gibt es auch einen Stefan Brosing - oder so der ist da sehr erfahren.

Manche füttern auch grünen Muschelkalk andere geben homoöpatische Mittel.

Ebenso kann man öfter die Beine kühlen oder in Eimer mit kalten Wasser stellen.

Ein Pferd kann meiner Meinung nach gut mit leichter Athrose leben, man muss es beobachten und mehr Pflege dafür aufwenden. Man kann es auch leicht reiten und vor allem man muss es täglich bewegen.

Wir haben eine wesentliche Verbesserung festgestellt seit unser Wallach in einem Offenstall lebt.

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Annalenalife 12.08.2016, 22:40

Hi,Ich wollte es nur für mich wissen, da mein bekannter auch nur gesagt hat das sein pferd dies hat. Das hat mich nur mal interessiert. LG

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huldave 12.08.2016, 22:45

Wenn das Pferd eine Entzündung hat, muss es vom Tierarzt behandelt werden. Sowas kann sich hinziehen und muss komplett ausheilen. Inwieweit Springen mit Arthrose möglich ist, hängt von der Stärke ab

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