Kann Arbeit als Therapie dienen?

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8 Antworten

Arbeit hilft zwar nicht gegen Depressionen, kann aber eine Therapie unterstützen:

Wer arbeitet, fühlt sich wertgeschätzt.

Wer arbeitet ist beteiligt an der Gestaltung der (Um)Welt.

Wer arbeitet bekommt ein Gehalt, hat also für sich selber gesorgt.

Wer arbeitet ist nicht ausschließlich mit den eigenen Gedanken beschäftigt.

Wer arbeitet, hat während der Arbeitszeit eine fest Struktur, was sich auch positiv auf die Strukturierung der Freizeit auswirken kann.

Meiner Meinung nach aber keine Arbeit in der Pflege ??!!

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Grundsätzlich gesehen hat dein Therapeut recht. Ich hab im Prinzip die gleichen Vorraussetzungen wie du: Schwere Depressionen, verschiedene Klinikaufenthalte, Medikamente, Selbstverletzung, hatte noch nicht mal Antrieb, um die Wohnung sauber zu machen. Mir hat es tatsächlich geholfen, arbeiten zu gehen (auch Altenpflege).

Du hast dann einen geregelten Tagesablauf, weißt, dass du gebraucht wirst und nicht einfach liegen bleiben kannst. Allerdings geht das auch nicht von heute auf morgen. Ich hab mir erstmal einen privaten Tagesplan erstellt, mit genügend Ruhezeiten. Dann bin ich wieder zur Schule gegangen und nun gehe ich halt arbeiten.

Du brauchst ja nicht sofort mit Vollzeit einsteigen. Schau doch erstmal nach etwas Ehrenamtlichen, um zu testen, in wie weit du dieser Belastung gewachsen bist, dann kannst du auf Teilzeit gehen und zum Schluss vielleicht auf Vollzeit.

Jede Form von Struktur wirkt mittelfristig antidepressiv. Jede Form von Aktivität wirkt mittelfristig antidepressiv. Daher ist heute (im Gegensatz zu früher) die Leitlinie, Patienten mit Depression ins Arbeitsleben zu integrieren, statt eine Schonhaltung über Krankschreibungen etc. zu stützen, die letztlich - wie heute bekannt ist - die Depression deutlich verhärtet oft sogar verschlimmert und leider dann irgendwann auch behandlungsresisitent macht. Insofern macht deine Therapeutin genau das Richtige. Das Arbeiten wird zunächst verschlimmern, v.a. das Gefühl von Überforderung und Erschöpfung, es wird aber gleichzeitig der depressive Kreislauf aus Vermeidung, Schonung und Rückzug (was nur kurzfrisitig entlastend und leider leider sehr depressionsfördernd ist) durchbrechen helfen. Und du machst es ja nicht eifach so, sondern wirst psychtherapeutisch begleitet ggf. auch medikamentös unterstützt. Aber Psychotherapie und Medikamente helfen leider nichts, wenn depressionsförderndes und -aufrechterhaltendes Verhalten nicht durchbrochen wird. Das ist sehr hart und anstrendeng, aber das ist es auch, depressiv zu sein. Leider gibt es kaum einen anderen Weg, als eine Depression durch eine solche (durchaus extreme) Anstrengung zu überwinden, auch wenn es dir jetzt im Moment als völlig unmöglich und als nicht zu schaffen vorkommt. Das ist mit Begleitung und Unterstützung machbar!

Wie willst du wieder auf die Füße kommen, wenn du nicht mal ins Auge fasst, auch arbeiten zu gehen. Deine Therapeutin hat Recht - stell dich dem Leben anstatt dich davor unter der Bettdecke zu verkriechen. Dann das erzeugt auch Depressionen.

Fange schrittweise an - ayrina hat das gut beschrieben.

Vielleicht solltest Du im Rahmen der Therapie zunächst mit der "Arbeitstherapie" beginnen, die in psychiatrischen Kliniken angeboten wird. Hier hat man Verständnis und Kenntnis für Deine Erkrankung. Du wirst nicht überfordert und hast Freiräume, die Du auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht hast.- Arbeit sollte nicht nur Gelderwerb sein. Wer in seiner Arbeit Sinn findet und seine Kollegen mag, hat ein gutes Stück Lebensqualität.- Von der Altenpflege würde ich Dir zunächst abraten, bis Du weisst, wo Du emotional stehst.

Ich glaube kaum das Altenpflege eine richtige Arbeit ist , wenn man unter Depressionen arbeitet. Ist doch ein total anstrengender und stressiger Beruf und sollte kaum ausgeübt werden, wenn man psychisch nicht total gefestigt ist. Weiss sie nicht in welchem Bruf Du arbeitest? Ständig zu wenig Personal, Überstunden, Hetze ohne Ende usw, glaubst Du, da geht es Dir besser?? Ich glaube eher schlechter, warum haben denn wohl so viele Altenpfleger "Burn Out " . Überlege Dir das gut und viel Glück.

Ja kann es. Arbeitslosigkeit zieht viele Menschen ebenfalls in Depressionsfallen. Arbeit kann eine Ablenkung und eine Erfüllung sein.

natürlich geht das, und eigenes geld tut immer gut

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